Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pixel-2-und-pixel-2-xl-im-test-google-fehlt-der-mut-1710-130659.html    Veröffentlicht: 17.10.2017 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/130659

Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Google fehlt der Mut

Die beiden neuen Google-Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL stammen zwar von unterschiedlichen Herstellern, sind aber bis auf die Akkus und die Displays nahezu identisch. Im Test haben wir spannende Funktionen gesucht, solche aber kaum gefunden.

Bei seinen neuen Pixel-Smartphones hat sich Google wieder für zwei Hersteller entschieden: HTC und LG produzieren jeweils das Pixel 2 und das Pixel 2 XL. Technisch sind die Geräte nahezu identisch: So haben wir es mit dem gleichen SoC, der gleichen Kamera und der gleichen Software zu tun.

Im Test von Golem.de zeigt sich aber, dass es - abgesehen von der Größe - beim Display Qualitätsunterschiede gibt. Auch beim Design verfolgt Google verschiedene Ansätze, die uns unterschiedlich gut gefallen. Letztlich müssen Käufer bei beiden Modellen Kompromisse eingehen.

Auf den ersten Blick sind - bis auf die Größe natürlich - keine nennenswerten Unterschiede zu sehen. Beide Smartphones haben ein Metallgehäuse und einen Glaseinsatz im oberen Teil der Rückseite. Dieses Designelement hatte Google bereits bei den ersten beiden Pixel-Modellen verbaut; wir halten es auch bei den neuen Geräten für markant, gefallen wird es sicherlich nicht jedem.

Design des Pixel 2 XL gefällt uns besser

Die Rundungen auf der Rückseite sind ebenso bei beiden Modellen gleich, die Front unterscheidet sich allerdings. LG hat beim Pixel 2 XL auf ein wesentlich schöneres Design bei den Display-Rändern gesetzt: Diese sind abgerundet. Beim Pixel 2 geht das Displayglas ohne Rundung ins Gehäuse über, das einen sichtbaren Anschliff hat. Wir finden das Aussehen des Pixel 2 XL insgesamt besser und moderner. Dieser Eindruck hängt auch mit der Platzausnutzung des Displays zusammen.

Beim Pixel 2 hat HTC ein 5 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln verbaut. Entsprechend kompakt hätte der Hersteller das Smartphone bauen können - hat er aber nicht. Mit 145,7 x 69,7 x 7,8 mm ist das Pixel 2 fast so groß wie das G6 von LG, das aber einen wesentlich größeren Bildschirm hat. Am oberen und unteren Rand befindet sich ein sehr breiter Rahmen, der Erinnerungen an die aktuellen iPhones weckt. Auch hier ist das Verhältnis von 6-Zoll-Display zu Frontfläche schlecht.

Dass das besser geht, zeigt LG mit dem Pixel 2 XL: Dieses hat ein 6 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2.880 x 1.440 Pixeln und dem aktuell beliebten Format 2:1 (vom Hersteller als 18:9 bezeichnet), das die Fläche auf der Vorderseite des Smartphones wesentlich besser ausnutzt. Zwar gibt es auch hier rechts und links breitere Ränder als bei den Top-Smartphones anderer Hersteller, insgesamt ist das Design aber wesentlich stimmiger als beim Pixel 2. Dank der guten Raumausnutzung ist das Pixel 2 XL mit einer Größe von 158 x 76,7 x 7,9 mm zudem angesichts seiner Bildschirmgröße ein recht kompaktes Smartphone.

Display des Pixel 2 XL mit Mängeln

Direkt nach dem Einschalten der beiden Geräte fallen uns starke Unterschiede in der Bildwiedergabe auf. Der POLED-Bildschirm im Pixel 2 XL hat eine deutlich wahrnehmbare Blauverfärbung, sobald wir nicht direkt frontal auf das Smartphone schauen. Bereits kleine Positionsveränderungen führen zu einem schillernden Display mit Blauverfärbungen, die uns nerven.

Der AMOLED-Bildschirm des Pixel 2 hat diese Probleme nicht: Dieser weist bis auf die absolut im Rahmen liegende Helligkeitsveränderung bei schrägen Betrachtungswinkeln keine Farbveränderungen auf. Zudem hat das Display eine wärmere Farbwiedergabe, die uns besser gefällt. Das Pixel 2 XL zeigt Farben sehr kalt an, ändern können wir die Farbtemperatur nicht.

POLED-Displays gefallen uns schlicht nicht

Beim Pixel 2 XL zeigt das von LG auch bei eigenen Smartphones verwendete POLED-Display seine gewohnte Schwäche. Auf den ersten Blick hat der Bildschirm die gleichen Vorteile wie das AMOLED-Display des Pixel 2: Die Farbwiedergabe ist kräftig. Schwarz ist tatsächlich schwarz. Da POLED-Bildschirme jedoch aus gegossenem Kunststoffsubstrat bestehen, ist auch beim Pixel 2 XL eine granulare Struktur erkennbar. Diese fällt besonders dann auf, wenn das Display auf eine etwas dunklere Helligkeitsstufe eingestellt ist.

Die Displays beider Smartphones unterstützen mobiles HDR. So können wir beispielsweise Youtube-Videos mit größerem Dynamikumfang und strahlenden Farben anschauen. Auch Netflix sollte den HDR-Modus der beiden Geräte unterstützen. Das konnten wir im Test allerdings nicht hundertprozentig nachvollziehen. Von der Schärfe her merken wir bei den Geräten im Alltag keinen Unterschied, obwohl das Pixel 2 XL eine höhere Pixeldichte hat.

Kompromisse bei beiden Geräten

Insgesamt betrachtet müssen Nutzer bei den Displays beider Pixel-2-Modelle Kompromisse machen: Der von HTC verbaute Bildschirm des Pixel 2 hat eine bessere Farbwiedergabe, zeigt keine Verfärbungen bei Änderung des Blickwinkels und hat keine störende granulare Struktur. Dafür ist das Display gemessen an der Größe des Smartphones zu klein, zu viel Platz wird verschenkt; das daraus resultierende Design der Front wirkt dadurch altbacken.

LG macht das beim Pixel 2 XL viel besser, allerdings auf Kosten der Bildschirmqualität. In der alltäglichen Nutzung können wir mit der Zeit zwar über die granulare Struktur des Hintergrunds hinwegsehen - immer mal wieder bemerken wir es aber doch und ärgern uns. Der Farbstich bleibt ein permanentes Ärgernis. Wir verstehen nicht, wieso LG nicht schlicht ein normales OLED-Display verbaut hat; im Pixel 2 XL kommt schließlich kein gebogener Bildschirm zum Einsatz, der dank der Substratgusstechnik leichter zu realisieren ist.

So unterschiedlich die beiden neuen Pixel-Modelle bei den Displays sind, so identisch sind die Ergebnisse der verbauten Kameras.

Einzelne Hauptkameras liefern tolle Bilder

Bei beiden Smartphones kommt Googles neue Hauptkamera mit 12,2 Megapixeln und einer Pixelgröße von 1,4 µm zum Einsatz. Die Anfangsblende beträgt f/1.8 - zusammen mit den großen Pixeln ermöglicht das gut ausgeleuchtete Aufnahmen auch bei schwieriger Ausleuchtung. Unterstützt werden wir bei schwierigen Lichtsituationen durch eine optische Bildstabilisierung, die unauffällig, aber gut funktioniert.

Google hat sowohl beim Pixel 2 als auch beim Pixel 2 XL auf eine Dual-Kamera verzichtet. Derartige Doppelkamerasysteme sind momentan bei Herstellern wie Apple, Huawei, LG und Samsung beliebt und ermöglichen unter anderem einen gut funktionierenden Porträtmodus mit per Software weichgezeichnetem Hintergrund. Dank der zwei Kameras können die so gewonnenen Tiefeninformationen als Basis für diese Berechnung dienen, was zu besseren Ergebnissen führt.

Porträtmodus funktioniert auch mit einer Kamera gut

Google hatte bei der Präsentation der neuen Pixel-Smartphones angekündigt, dass die neuen Smartphones trotz einzelner Hauptkameras ebenfalls einen guten Porträtmodus bieten sollten. Im Hands On der beiden Geräte hatte die Porträtfunktion tatsächlich bereits einen guten ersten Eindruck hinterlassen; dieser bestätigt sich in unserem ausführlichen Test.

In der Praxis merken wir kaum einen Unterschied zu den Porträts, die wir mit Dual-Kamera-Smartphones gemacht haben. Die Kantenerkennung funktioniert bei den beiden Pixel-Smartphones gut, die Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund klappt in den meisten Fällen. Ab und an vergisst der Algorithmus ein nah hinter dem porträtierten Objekt stehendes Bildelement, was dann nicht unscharf maskiert wird.

Derartige Glitches sind uns allerdings auch bei den Porträtmodi anderer Hersteller aufgefallen; sie treten beim Pixel 2 und Pixel 2 XL nicht häufiger als bei der Konkurrenz auf. Wer allerdings die Stärke der Hintergrundunschärfe ändern will, wird enttäuscht werden: Die neuen Pixel-Smartphones erlauben keine Manipulation der Unschärfe, wie es die anderen Hersteller bieten, was wir schade finden.

Da der Porträtmodus nur mit Hilfe eines Algorithmus funktioniert und nicht auf Tiefeninformationen einer zweiten Kamera basiert, können wir ihn auch mit der Frontkamera einsetzen. Diese hat bei beiden Modellen 8 Megapixel, 1,4 µm große Pixel und eine Anfangsblende von f/2.4.

Bilder sind scharf und ausgeglichen belichtet

Die Bildqualität der Hauptkamera ist bei beiden neuen Pixel-Modellen sehr gut. Die Bildschärfe ist genau richtig, die Belichtung stimmt. Der automatisch aktivierte HDR-Modus vergrößert die Bilddynamik und führt zu ausgeglichener belichteten Bildern - bei zu starken Helligkeitsunterschieden sind dem Modus aber natürlich Grenzen gesetzt. Als Nutzer sehen wir übrigens nicht, ob die Kamera tatsächlich in HDR aufgenommen hat, was wir gewöhnungsbedürftig finden. Generell müssen wir uns aber nicht viele Gedanken beim Fotografieren machen, da die Automatik in den meisten Fällen zu sehr guten Ergebnissen führt.

Bildqualität fast identisch mit erstem Pixel

Verglichen mit der Kamera der ersten Pixel-Generation sind die Unterschiede zu den neuen Modellen eher marginal. Die Detailzeichnung ist etwas besser, ansonsten sehen sich die mit den unterschiedlichen Geräten gemachten Fotos sehr ähnlich - die erste Generation von Googles Smartphones hatte aber keinen Porträtmodus. Verglichen mit Samsungs Galaxy Note 8 sind die Fotos von Pixel 2 und Pixel 2 XL etwas schärfer, haben allerdings bereits bei Tageslichtaufnahmen deutlichere Artefakte.

Diese Artefakte fallen besonders bei Aufnahmen in dunkleren Umgebungen auf, wenn wir die Fotos stark vergrößern. Hier macht die Dual-Kamera des Note 8 einen besseren Eindruck, auch wenn die geringere Artefaktdichte leicht zu Lasten der Schärfe geht.

Insgesamt betrachtet sind die Kameras des Pixel 2 und Pixel 2 XL sehr gut. Der Porträtmodus funktioniert gut, wir merken den Smartphones nicht an, dass sie jeweils nur eine Hauptkamera haben. Schade finden wir allerdings, dass wir die Hintergrundunschärfe nicht bearbeiten können.

Informationen zu Fotomotiven dank Google Lens

Über das normale Fotografieren hinaus können wir bei den beiden neuen Pixel-Smartphones Informationen zu unseren Bildern erhalten. Dank Google Lens wird der Inhalt eines Fotos analysiert und ein KI-Algorithmus versucht dann, passende Infos zum fotografierten Objekt herauszusuchen. In der Foto-App können wir über eine separate Schaltfläche die Informationen abrufen; über die Kamera-App selbst ist Lens nicht zugänglich.

Das klappt bei Sehenswürdigkeiten sowie Gemälden sehr gut. In unseren Tests erkennt Google Lens auch das Oberthema Eisenbahn, wenn wir etwa einen Regionalzug aufnehmen. Auch Autos und Motorroller erkennen die beiden Pixel-Smartphones; einen Audi 80 erkennt Lens sogar explizit. Bei Bildern anderer Automodelle wird uns hingegen häufig nur ein Oberbegriff wie "Limousine" angezeigt.

Am sichersten erhalten wir Ergebnisse mit Google Lens, wenn Markennamen auf den fotografierten Objekten vorhanden sind. Fotografieren wir einen Bagger von Liebherr, erfahren wir mit Google Lens mehr zum Unternehmen. Das Gleiche gilt, wenn wir den Schriftzug und das Logo von Golem.de abfotografieren.

Mit Bäumen hat es Lens nicht so

Bei Naturbildern ist Lens noch nicht besonders zuverlässig. So bekommen wir Bilder von Birken als Information angezeigt, nachdem wir einen Baum fotografiert haben, der definitiv keine Birke war. Fotografieren wir ein Lindenblatt, erhalten wir als Information lediglich Bilder von anderen Blättern.

Falls Google Lens etwas findet, gehören zu den angezeigten Informationen Wikipedia-Einträge, Google-Suchergebnisse, Maps-Kartenausschnitte und Bilder ähnlicher Motive. Die Informationen werden unterhalb des analysierten Fotos angezeigt. Uns ist es während des Tests aber auch passiert, dass Lens nichts gefunden hat.

Die grundlegende Hardware beider Pixel-Smartphones ist in der Oberklasse angesiedelt - angesichts der Konkurrenz aber nichts Besonderes.

Gute Hardware von der Stange

Im Inneren beider neuer Pixel-Smartphones arbeitet Qualcomms Snapdragon 835. Die Geräte haben 4 GByte Arbeitsspeicher und wahlweise 64 oder 128 GByte eingebauten Flash-Speicher. Einen Steckplatz für Micro-SD-Karten haben das Pixel 2 und das Pixel 2 XL nicht. Mit der eingebauten Prozessoren- und Speicherausstattung reagieren beide Smartphones flott in der Bedienung, auch anspruchsvollere Anwendungen laufen problemlos.

In den Benchmark-Tests schneiden die beiden Smartphones erwartungsgemäß gut ab. Im Gerätetest Geekbench 4.1 erzielt das Pixel 2 ein Single-Ergebnis von 1.903 Punkten, das Pixel 2 XL kommt auf 1.901 Zähler. Im Multi-Test erreicht das Pixel 2 einen Wert von 6.309 Punkten, das XL-Modell schafft 6.334 Zähler. Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark erreicht das Pixel 2 40.444 Punkte, das Pixel 2 XL kommt auf 39.247 Zähler. Im Grafik-Test GFX Bench erzielen beide Geräte im Car-Chase-Test einen Offscreen-Wert von 24 fps.

Cat15-LTE und eSIM ohne Funktion

Die restliche Hardware der beiden Geräte liegt im Oberklassebereich: Beide Smartphones unterstützen Cat15-LTE und WLAN nach 802.11ac. Bluetooth läuft in der Version 5.0, ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut. Neben GPS unterstützen die beiden Geräte auch Glonass, Beidou und Galileo.

Beide neuen Pixel-Smartphones haben eine eSIM engebaut. Ein entsprechender eSIM-Manager ist installiert, aber nur über die Anzeige installierter Apps im Play Store auffindbar. In den Einstellungen finden wir keinen Menüpunkt zu den eSIMs und können entsprechend nicht darauf zugreifen. Die eSIM wird aktuell nur in den USA für Googles Project Fi verwendet, in Deutschland ist sie ohne Funktion.

Sowohl das Pixel 2 als auch das Pixel 2 XL haben zwei Lautsprecher an der Front eingebaut. Diese ermöglichen Stereoklang, der zwar räumlich ist, aber etwas wenig Bässe hat. Auf der Rückseite hat jedes Modell einen Fingerabdrucksensor, der zuverlässig und schnell funktioniert.

Drei Jahre Update-Garantie

Ausgeliefert werden beide neuen Pixel-Modelle mit Android 8.0.0 alias Oreo. Die neue Android-Version haben wir uns bereits in einem ausführlichen Test angeschaut. Käufer erhalten eine Garantie auf Updates von drei Jahren: Bis Oktober 2020 sollen Nutzer der beiden Smartphones Sicherheitsupdates und Android-Upgrades erhalten. Ebenfalls drei Jahre lang können User Fotos über die Google-Fotos-App in Originalgröße und -qualität hochladen. Normalerweise verkleinert Google die Fotos, die über den kostenlosen Backup-Service hochgeladen werden.

Mit an Bord ist auch der Google Assistant, der auf beiden Modellen nicht nur per Spracheingabe oder den langen Druck auf die Home-Taste aktiviert werden kann, sondern auch über das Gehäuse selbst. Dafür müssen wir die Smartphones jeweils etwas zusammendrücken, wenn wir sie in der Hand halten. HTC hatte diese Funktion beim U11 vorgestellt, wir hatten deren Sinn damals bereits angezweifelt. Auch bei den neuen Pixel-Smartphones halten wir die Funktion für vernachlässigbar und im Alltag tendenziell sogar störend. Ist die Empfindlichkeit zu niedrig eingestellt, starten wir den Google Assistant oft aus Versehen.

Lange Akkulaufzeit bei beiden Modellen

Der Akku des Pixel 2 hat eine Nennladung von 2.770 mAh, das Pixel 2 XL hat einen Akku mit einer Nennladung von 3.520 mAh. In unseren Akkutests kommen wir bei beiden Geräten auf vergleichbare Laufzeiten: Ein Full-HD-Video können wir bei maximaler Helligkeit auf beiden Smartphones elf Stunden lang anschauen - ein guter Wert. Sowohl das Pixel 2 als auch das Pixel 2 XL halten problemlos über einen Tag lang intensive Nutzung durch. Bei normaler Nutzung mit Browsen, E-Mails abfragen und ab und zu Videos anschauen kommen wir sogar anderthalb Tage mit den Geräten hin.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Pixel 2 kostet mit 64 GByte Speicher 800 Euro. Mit 128 GByte Speicher liegt der Preis bei 910 Euro. Das Pixel 2 XL kostet in der 64-GByte-Version 940 Euro, mit 128 GByte Speicher 1.050 Euro. Erhältlich sind die Geräte in Googles Onlineshop. Wer die neuen Google-Smartphones im Ausland kauft, kann Geld sparen. Denn in Deutschland sind die Pixel-2-Smartphones besonders teuer. Wer das normale Pixel 2 in den USA bestellt, kann bis zu 150 Euro sparen. Beim Pixel 2 XL sind es immerhin noch 90 Euro.

Fazit

Googles neues Pixel 2 und Pixel 2 XL sind Oberklasse-Smartphones, die vor allem durch ihre gute Verarbeitung und die Kameras brillieren. Das Kamerasystem ist einfach, aber wir vermissen bei den Hauptkameras nichts. Im Gegenteil: Der Porträtmodus funktioniert tadellos, auch bei den Frontkameras. Google Lens bietet zudem die Möglichkeit, Informationen aus den aufgenommenen Fotos zu gewinnen.

Bis auf die in unseren Augen sinnlose Quetschfunktion bieten die neuen Pixel-Smartphones aber eigentlich nicht viel Besonderes bei der Hardware. Google wagt kaum Experimente bei der zweiten Generation seiner unter eigenem Namen verkauften Smartphones.

Als SoC kommt ein Snapdragon 835 zum Einsatz, der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß, auf der Rückseite befindet sich ein Fingerabdrucksensor - derartige Features finden sich bei einer Reihe anderer Geräte. Die Konkurrenz bietet bei der Hardware mitunter mehr, etwa Huawei mit seinem Kirin 970 und dessen Neural Processing Unit, oder LG mit seiner Weitwinkelkamera beim G6.

Die neuen Pixel sind zweifelsfrei gute Smartphones, wir hätten uns zugegebenermaßen von Google als tonangebendem Unternehmen im Android-Bereich aber etwas mehr Kreativität erwartet. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass das Unternehmen den Pixel-2-Käufern einen dreijährigen Update-Zeitraum gewährt. Ehrlich gesagt ist das allerdings etwas, was wir generell erwarten würden.

Zu dieser Kritik kommen die von uns angesprochenen Probleme mit den Displays: Den Bildschirm des Pixel 2 finden wir toll, er ist angesichts der Größe des Gerätes aber zu klein - oder das Smartphone ist zu groß. Die Platzausnutzung beim Pixel 2 XL ist viel besser, hier hat das Display aber einen fiesen Farbstich, der sich bei schrägem Blickwinkel noch verschlimmert.

Angesichts von Preisen ab 800 Euro gibt es schlicht bessere Alternativen auf dem Markt, etwa von Huawei, LG oder Samsung. Auch diese Smartphones haben sehr gute Kameras und sind mitunter innovativer, was die Hardware betrifft. Zudem haben auch diese Hersteller mittlerweile gemerkt, das ihre Kunden regelmäßige Updates schätzen - ob die dreijährige Update-Garantie Google-exklusiv bleibt, wird sich zeigen.

Insgesamt betrachtet sind das Pixel 2 und das Pixel 2 XL sehr gute Smartphones, die sich aber gegenüber der aktuellen Konkurrent schlicht nicht abheben können. Mit etwas mehr Mut hätte Google einen derartigen Unterschied einbauen können, gerade bei den Bemühungen um das Thema künstliche Intelligenz. Vielleicht hat Google beim Pixel 3 ja mehr Mut.  (tk)


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