Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/zusammenlegung-so-soll-das-netz-von-o2-einmal-aussehen-1710-130641.html    Veröffentlicht: 16.10.2017 19:01    Kurz-URL: https://glm.io/130641

Zusammenlegung

So soll das Netz von O2 einmal aussehen

In Potsdam ist die Telefónica mit der Netzzusammenlegung schon so weit, dass sie sich traut, das Netz vorzuführen. In anderen Bereichen wurden offen Probleme eingeräumt.

In Potsdam hat die Telefónica bei der Zusammenlegung der Netze von O2 und E-Plus bereits weitgehend erreicht, was bundesweit angestrebt wird. Das sagte Klaus Eichler, Head of Radio Region Nordost Telefónica bei der Netz-Tour am 16. Oktober 2017. "Wir haben an 76 Mobilfunkstandorten neue Technik hinzugefügt und bestehende erweitert. Die gesamte Hardware wurde auf den aktuellen Stand gebracht. 35 Standorte wurden zurückgebaut, weil diese für das gemeinsame Netz nicht benötigt werden."



Die Stadt zähle zu den Gebieten, in denen nicht nur die Netzintegration, sondern auch die anschließende Optimierung weitgehend abgeschlossen sei.

Das Stadtgebiet Potsdam sei bereits fertig zusammengelegt und bilde ein homogenes Netz in den jeweiligen Technologien. "In Potsdam wurden 80 Prozent unserer Zielkonfiguration erreicht", erklärte Eichler. Kleinere LTE-Erweiterungen folgten jedoch noch.

Laut Messungen der Experten von P3 vom Sommer 2017 wurden laut Timo Wolters, Leiter Optimierung Region Nordost Telefónica in Potsdam Datenübertragungsraten von durchschnittlich 48,65 MBit/s im gesamten Gebiet ermittelt. "Wir haben einen flächendeckenden LTE-Layer, der ist gut durchdringend auf der Fläche. Bei den Messungen erzielten wir 97,8 Prozent LTE-Nutzung, 2,2 Prozent UMTS und wir hatten keinen GSM-Anteil ."

In Livetests mit Apps wurden während der Fahrt durch die Potsdamer Innenstadt auf zwei iPhones 30 bis über 40 MBit/s gemessen.  

Telefonica: Netzzusammenlegung ist nicht einfach

In ländlichen Regionen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hat die Telefónica zuerst ab 2016 die Netzzusammenlegung erprobt. Seither gehe man gleichermaßen in Gebiete mit Hauptkundenschwerpunkt wie auch in die Fläche, sagte Unternehmenssprecher Florian Streicher. "In Süddeutschland ist die Integration bereits abgeschlossen. Jetzt ist die Peak-Phase der Zusammenlegung. Unser vorrangiges Ziel ist nicht, theoretische Maximalgeschwindigkeiten zu erreichen, wie die Konkurrenten. Wir wollen ein gutes Netz zu einem vernünftigen Preis bieten. Dass dies funktioniert, zeigt sich auch daran, dass die Datennutzung bei uns weiter ansteigt. Mit der Netzintegration wird die Qualität sukzessive weiter steigen."



Das Netz ist so schnell wie das schwächste Glied

Die Zusammenlegung von zwei Netzen sei technisch "nicht trivial", betonte Eichler. Es könne während der Umbauarbeiten durchaus zu Gesprächsabbrüchen kommen. Bei Handover und Mobilität könnten lokal Probleme auftreten. In Teilen seien die "Übergänge nicht sofort so gelungen". Das Netz sei immer so schnell wie das schwächste Glied.

Die Anbindung an das Core-Netz erfolge in der Regel mit Richtfunk und teilweise mit Glasfaser. "Wir haben kein Glasfasernetz im Boden, Dark Fiber wird bei City Carriern und anderen Netzbetreibern angemietet", sagte Eichler Golem.de.

Telefónica: Wo es Probleme im Netz gibt

Regionen um den Berliner Bahnhof Friedrichstraße seien überlastet, räumte Eichler ein. Die umliegenden LTE-Sides sind weit entfernt. Und eine LTE-Anlage an der nahegelegenen Hauptstadtniederlassung des Konzerns sei noch nicht in Betrieb, das werde sich aber zeitnah ändern.

In einer anderen Problemregion um den Berliner Hauptbahnhof sei eine neue 1.800-LTE Site in Betrieb genommen worden. Hier hat sich die Versorgung laut Messungen von Golem.de verbessert.

Ein Umbau eines Netzelements dauere durchschnittlich einen Tag - eines Antennenstandorts daher auch durchaus drei Tage. Während der Zeit könnten Teile des 2G-, 3G- oder 4G-Services zeitweise ausfallen. Nur im schlimmsten Fall seien auch alle drei temporär offline.

Auch könne es einen bürokratischen Aufwand bei Umbauten geben, weil alle Mitnutzer des Antennenstandorts zustimmen und die Bundesnetzagentur die Abstände genehmigen müsse. Ein halbes Jahr Wartezeit auf einen Kran in Berlin für Bauarbeiten am Dach seien zudem durchaus üblich. Das müsse mit eingeplant werden.

Um Neukunden von dem O2 Netz in Potsdam zu überzeugen, hat O2 ein Angebot vorgelegt: Kunden, die im Aktionszeitraum vom 16. Oktober 2017 bis 30. November 2017 einen O2 Free Tarif ihrer Wahl zusammen mit einem Samsung Galaxy S8 oder A5 in einem der fünf teilnehmenden O2-Shops in Potsdam erwerben, erhalten eine verlängerte Widerrufsfrist. Sie können das neue O2 Netz einen Monat lang testen. Die Aktivierungsgebühr entfällt. Wer am Ende von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen möchte, erhält die erste Hardware-Rate zurückerstattet und es fallen keine weiteren Kosten an. Es werde nur die erste Grundgebühr berechnet.  (asa)


Verwandte Artikel:
Whatsapp SIM: Telefónica verpasst Tarifoptionen mehr Leistung   
(09.03.2018, https://glm.io/133250 )
PSE-3: Nokias neuer Prozessor soll Glasfasernetze stark verbessern   
(06.03.2018, https://glm.io/133181 )
Single RAN: Telefónica investiert in bessere LTE-Versorgung   
(26.02.2018, https://glm.io/133009 )
Security: Datenbank informiert über Identitätsklau   
(19.05.2014, https://glm.io/106565 )
O2: Telefónica Deutschland soll eventuell verkauft werden   
(09.03.2018, https://glm.io/133239 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/