Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lenovo-thinkpad-25-japanische-jubilaeums-bento-box-mit-retro-extras-1710-130431.html    Veröffentlicht: 05.10.2017 14:01    Kurz-URL: https://glm.io/130431

Lenovo Thinkpad 25

Japanische Jubiläums-Bento-Box mit Retro-Extras

Zum 25. Geburtstag des IBM-Thinkpads hat Lenovo im Geburtsort des Business-Notebooks die Jubiläumsedition vorgestellt. Lenovos japanische Entwicklungsabteilung hat dafür ein paar Funktionen der Vergangenheit zurückgebracht. Das Gerät ist aber kein Tablet wie das erste Thinkpad.

In Yokohama, dem Geburtsort des IBM Thinkpads im Großraum Tokio, hat Lenovo zum 25. Geburtstag der Marke das Thinkpad 25 vorgestellt. Das Gerät, das auf Basis eines T470 auch Anniversary Edition genannt wird, bietet ein paar Extras, die vor allem Altnutzern gefallen dürften. Erhebungen von Lenovo zufolge ist das Interesse allerdings auch bei den unter 30-Jährigen sehr hoch. Diese dürften aber die klassischen IBM Thinkpads kaum kennen, geschweige denn die ersten Thinkpads, die auf den Markt kamen.

Eigentlich ist das Thinkpad 25 auch nicht so recht das passende Gerät. Denn wie Lenovo betonte, war das tatsächlich erste Thinkpad ein Tablet und kein Clamshell-Notebook. Das kam erst später und war auch keine Erfindung IBMs. Vielmehr hatte man sich damals das Konzept eines Clamshell-Rechners bei Toshiba abgeguckt, wollte aber zugleich keine graue Kiste anbieten.

Man ließ sich durch eine japanische Bento-Lunchbox inspirieren und setzte auf eindeutige Designmerkmale, von denen viele bis heute Bestand haben. Dazu gehört etwa der rote Knubbel in der Mitte als Maus- und vor allem Trackball-Ersatz der damaligen Zeit. Doch die Retro-Edition bietet deutlich mehr Elemente aus der Vergangenheit.

Es gibt wieder mehr Tasten

Wer sich das Notebook anschaut, der wird alte, liebgewonnene Farben entdecken können. Für ein für damalige Verhältnisse sehr buntes IBM-Logo reichte es allerdings nicht. Stattdessen ist das Pad im Namen Thinkpad mit den IBM-Farben versehen. Auch die hellblaue Enter-Taste hatte ihren Weg zurückgefunden. Das gilt auch für die Sekundärbeschriftungen einiger Tasten. Zudem gibt es wieder eine siebte Tastenreihe oberhalb der Tastatur, inklusive einer übergroßen Entfernen- und ESC-Taste und dedizierter Lautstärketasten. Selbst die runden Fingerkuppenaussparungen vergangener Tage unter den Cursor-Tasten finden sich am Gerät. Das T470 hat diese Details nicht. Für Tasten unterhalb des Trackpads hat es aber nicht gereicht. Gerade wer etwa im Opera-Browser Tastenkombinationen verwendet hat, der muss weiter die oberen Tasten verwenden. Trackpad-Tasten sind traditionell sehr stark eingeschränkt.

Hardwareseitig ist das Gerät hingegen zumindest im Vergleich zur Basis der T470 keine Besonderheit. Die Grundausstattung ist allerdings erheblich höher angesiedelt. Während das T470 in zahlreichen, auch günstigen SKUs zu haben ist, wird die Anniversary Edition ersten Informationen zufolge nur in einer hochwertigen und recht teuren Ausstattungsvariante zu haben sein. Dazu kommt eine Limitierung im Bereich der Stückzahlen.

Gute Ausstattung, hoher Preis

Ausgestattet ist das Gerät mit einem Core i7-7500U mit zwei Kernen á 2,7 bis 3,5 GHz und Hyperthreading. 16 GByte RAM gehören ebenfalls zur Standardausstattung wie eine 512 GByte fassende SSD und ein dedizierter Grafikchip des Typs Geforce 940MX mit 2 GByte Videospeicher. Dieser steuert das 14-Zoll-Display mit 1.920 x 1.080 Pixeln an.

Entgegen allen Trends hin zu USB-Typ-C-Docking setzt Lenovo auch beim Thinkpad 25 noch auf einen mechanischen Docking-Port. Eine Option, die in späteren vergangenen Thinkpad-Jahren zu den definierten Merkmalen eines Geschäftskundennotebooks gehörten. Lenovo bricht damit allerdings mit seiner X1-Serie schon lange selbst mit dieser Tradition, der fehlen nämlich viele typische Eigenschaften eines Business-Notebooks.

Beim Thinkpad 25 ist hingegen die Ausstattung nahezu komplett. Es gibt einen richtigen Gigabit-Ethernet-Port (RJ45), der 48-Wattstunden-Akku lässt sich austauschen. Dieser dürfte vermutlich um die 10 Stunden halten. Lenovo gibt 14 an. Ein Full-Size-SD-Kartenleser ist auch dabei. Dazu gehört eine Funkausstattung nach 802.11ac (WLAN, 2x2), Bluetooth 4.2 inklusive LE und ein 4G-WWAN-Modul von Sierra Wireless (EM7455, Cat 6, Fallback auf 3G in den Regionen EMEA und Amerika).

Retro-Notebooks werden nicht zum Standard

Das Thinkpad 25 wird für rund 2.000 Euro verkauft. Wann der Verkaufsstart beginnt, hat Lenovo noch nicht bekanntgegeben. Auch zur Anzahl der verfügbaren Geräte gab es auf Nachfrage keine Auskunft. Klar ist nur, dass es eine limitierte Produktion sein wird. Auf die Frage, ob mit dem Thinkpad 25 vielleicht eine neue Serie von Geräten beginnt, sagte uns Luis Hernandez, der Abteilungsleiter der Produktentwicklung der PCSD-Gruppe Lenovos, dass man zunächst abwarten wolle.

Nachtrag vom 5. Oktober 2017, 14:56 Uhr

Das Thinkpad 25 wird keinen Smartcard-Reader beinhalten. Der Text wurde entsprechend angepasst.

Offenlegung: Golem.de war auf Einladung von Lenovo in Yokohama. Die Reisekosten wurden zum größten Teil von Lenovo übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.  (ase)


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