Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/streik-amazon-beschaeftigte-wollen-gamer-auf-fifa-18-warten-lassen-1709-130321.html    Veröffentlicht: 28.09.2017 10:57    Kurz-URL: https://glm.io/130321

Streik

Amazon-Beschäftigte wollen Gamer auf Fifa 18 warten lassen

Während die Auslieferung von Fifa 18 vorbereitet wird, gibt es Streiks in vier Versandzentren bei Amazon. So wie die Spieler auf das Sportspiel warten laut Verdi die Beschäftigten auf bessere Arbeitsbedingungen.

Beschäftigte in den Versandzentren von Amazon sind an vier Standorten in den Streik getreten. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 28. September 2017 bekannt. Im Ausstand sind Lagerarbeiter in Rheinberg, Werne, Leipzig und in Graben bei Augsburg. Die Streiks werden bis Samstagabend andauern. Morgen erscheint das Fußballspiel Fifa 18 des Herstellers Electronic Arts und Amazon garantiert eine Lieferung am Erscheinungstermin. "Das wollen wir in Frage stellen. So wie viele Spielerinnen und Spieler auf die Auslieferung des neuen Fifa-Spiels warten, warten die Beschäftigten auf faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen", sagte die Landesbezirksfachbereichsleiterin für Handel bei Verdi in Nordrhein-Westfalen, Silke Zimmer. Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten seit Mai 2013 um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen.

Verdi: Streik bewirkte Lohnerhöhung

"Bei Amazon wurden die Entgelte um rund 2,1 Prozent erhöht, dies ist eine Reaktion auf die Streiks. Die Erhöhung reicht nicht aus, Urlaubsgeld fehlt komplett und das Weihnachtsgeld ist deutlich unter der Branche", erklärte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider aus Leipzig. 1.058 Euro Weihnachtsgeld, 1.121 Euro Urlaubsgeld, eine 38-Stundenwoche und sechs Wochen Urlaub seien aktuell in der Branche üblich.

Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de: "Dem Streikaufruf folgt nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter in den Logistikzentren. Weder für Fifa18 noch für andere Produkte gibt es Auswirkungen auf das Lieferversprechen."

Amazon verweigert die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Der Online-Händler hat aber in den vergangenen drei Jahren die Gehälter und Löhne immer wieder etwas erhöht. Laut Konzerndarstellung erhalten die Beschäftigten Boni, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, einen Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt 28 Arbeitstage Urlaub.

Verdi-Sprecherin Franziska Brandstädter sagte die Streikbeteiligung liegt bei etwa 1.300.  (asa)


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