Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/solarin-smartphone-blockchain-statt-luxus-1709-130319.html    Veröffentlicht: 28.09.2017 11:32    Kurz-URL: https://glm.io/130319

Solarin-Smartphone

Blockchain statt Luxus

Sie hatten es mit einem 14.000 Euro Smartphone versucht und waren damit gescheitert. Jetzt wollen die Macher des Startups Solarin mit einem Blockchain-Smartphone erfolgreich werden. Finanziert werden soll das - natürlich - über einen Token-Sale auf Ethereum-Basis.

Das Smartphone-Startup Sirin Labs will nach dem gescheiterten Luxussmartphone für 14.000 US-Dollar jetzt ein Blockchain-Smartphone entwickeln, das sich zum sicheren Aufbewahren von Kryptowährungen eignen soll. Der Hersteller behauptet, es würde sich um das einzige Smartphone der Welt handeln, das dafür geeignet sein soll.

Das Gerät soll ab Oktober in einem Crowdsale finanziert werden. Natürlich nutzt Solarin dafür nicht einfach Kickstarter, sondern verpflichtet die potentiellen Käufer, eine von Solarin selbst entwickelte Kryptowährung, die sogenannten SRN-Token, zu kaufen. Umgerechnet soll das Smartphone rund 1.000 US-Dollar kosten. Unklar ist, ob Steuern in diesem Preis schon enthalten sind. Auf dem nach Hal Finney benannten Smartphone läuft eine modifizierte Version von Android, die als Shield OS bezeichnet wird. Nutzer bekommen 256 GByte Speicher, eine 16 Megapixel-Kamera und einige spezielle Sicherheitsfunktionen. Es soll ein "verhaltensbasiertes Intrusion-Prevention-System" zum Einsatz kommen. Angaben zum Prozessor und anderen Details gibt es derzeit, wie beim Librem-5-Smartphone, derzeit nicht.

Eigener, "fairer" Appstore

Solarin will einen eigenen Appstore entwickeln, der "fairer" sein soll als Googles Playstore oder Apples App Store, weil Entwickler 100 Prozent der Einnahmen direkt bekommen. Die Apps in diesem Store sollen durch Sicherheitsaudits geprüft werden, um Nutzer nicht zu gefährden. In dem Store kann auch mit den SRN-Token gezahlt werden. Wirklich besonders aber soll das Gerät durch die Integration von Blockchain-Technologien werden. Damit könne das Gerät vor Manipulationen geschützt werden, schreiben die Macher. Außerdem könnten Nutzer das Gerät Kryptowährungen schürfen lassen, wenn sie es gerade nicht nutzen. Das ist jedoch nur zu empfehlen, wenn das Gerät mit dem Stromnetz verbunden ist. Unklar ist, ob sich das in Deutschland angesichts der Stromkosten überhaupt rentiert.

Eine integrierte "cold-storage" Wallet kann genutzt werden, um verschiedene Kryptowährungen abzulegen. Neben Bitcoin sollen Ether, Litecoin, Dash, Zcash, Dogecoin und weitere unterstützt werden. Als Blockchain-Backend kommt Iota zum Einsatz, Forscher kritisierten dort Sicherheitsmängel. Die Betreiber reagierten mit einem Update, bestreiten aber die Sicherheitsprobeme.

Der Crowdsale soll mindestens 50 Millionen US-Dollar einbringen, dann wird die Entwicklung des Smartphones gestartet. Wenn mehr als 75 Millionen zusammenkommen, soll auch ein PC entwickelt werden. Kommen mehr als 100 Millionen Dollar zusammen, könnte Shield-OS auch für OEM-Hersteller freigegeben werden. Im Whitepaper (PDF) gibt es einige technische Besonderheiten, die die Hersteller einhalten müssten.

Als frühester Launchtermin ist das Jahr 2019 angegeben. Wie immer bei Crowdfunding-Projekten weisen wir daraufhin, dass die Investition in ein solches Projekt keine Lieferung eines fertigen Produktes garantiert.  (hg)


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