Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ftth-cdu-fuer-verkauf-der-telekom-aktien-1709-130222.html    Veröffentlicht: 24.09.2017 13:34    Kurz-URL: https://glm.io/130222

FTTH

CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

Grüne, FDP und nun auch Teile der CDU wollen die Staatsanteile an der Telekom verkaufen. Die so erlösten 10 Milliarden Euro sollen ländlichen Regionen FTTH bringen.

Der Ausbau von Gigabit-Internet soll nach der Bundestagswahl durch den Verkauf der staatlichen Anteile an der Deutschen Telekom schneller erfolgen. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann befürwortet die Privatisierung. "Mit einer klugen Verkaufsstrategie kann der Bund für die Telekom-Aktien weit mehr als 10 Milliarden Euro erlösen. Dieses Geld brauchen wir dringend für den Glasfaserausbau. Es sollte auch ausschließlich dafür verwendet werden", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Woche. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union erklärte, dass der CDU-Wirtschaftsflügel und die Junge Union für den Verkauf seien.

"Mit den Regierungspartnern FDP oder Grünen würde es wahrscheinlich dazu kommen", sagte Linnemann. "Mit der SPD wohl eher nicht." Der Bundesrepublik gehören noch 14,5 Prozent direkt und der staatlichen Förderbank KfW weitere 17,4 Prozent an dem Unternehmen, das fast ausschließlich auf Vectoringausbau setzt. Dies sind zusammen 31,9 Prozent.

Vectoring: Telekom handelt nicht im Interesse der gesamten Wirtschaft

Vielen Politikern in Bund, Ländern und Gemeinden sei erst viel zu spät bewusst geworden, wie wichtig ein Glasfaserausbau ist, sagte Linnemann. "Bis vor einigen Jahren war in Politik und Verwaltung nur wenigen Spezialisten klar, dass ohne schnelle Breitbandverbindungen viele Unternehmen nicht mehr am Markt tätig werden können." Die Telekom versuche, vorhandene Infrastruktur zu nutzen, staatliche Unterstützung zu bekommen und zugleich bessere Angebote der Konkurrenz zu verhindern. "Nur ist dieses Interesse des Marktführers weder im Interesse der Wirtschaft allgemein noch im Interesse des Staates", sagte Linnemann.

Der Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) begrüßte die Aussagen von Linnemann. Es sei problematisch, wenn der Bund Wettbewerbsspielregeln setze, aber gleichzeitig als Mehrheitsaktionär auf die Dividende des größten Netzbetreibers angewiesen sei.

"Mit den erzielbaren Erlösen aus einem Verkauf der Telekom-Anteile des Bundes lassen sich schnelle Glasfaseranschlüsse auch in ländlichen Gebieten in großer Anzahl realisieren", sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Ein gezielter Einsatz von Fördermitteln für reine Glasfaseranschlüsse vor allem in besonders ländlichen Gebieten, wo sich ein Ausbau sonst nicht rechne, brächte die Versorgung mit der besten Infrastruktur in Deutschland spürbar voran.  (asa)


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