Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fedex-tnt-verliert-durch-notpetya-300-millionen-us-dollar-1709-130192.html    Veröffentlicht: 21.09.2017 17:11    Kurz-URL: https://glm.io/130192

FedEX

TNT verliert durch NotPetya 300 Millionen US-Dollar

Angriffe auf die IT-Infrastruktur sind teuer: Nach Maersk hat auch das Logistikunternehmen TNT einen erheblichen Verlust durch NotPetya bekannt gegeben. Die Reparatur aller Systeme soll bis Ende September abgeschlossen werden.

Das zu FedEx gehörende Logistikunternehmen TNT hat durch den Not-Petya-Angriff rund 300 Millionen US-Dollar verloren. Neben Kosten für entgangene Aufträge sind darin auch Kosten für die Aufräumarbeiten nach dem Trojaner-Angriff enthalten.

Bei der Bekanntgabe des Quartalsergebnisses teilte das Unternehmen mit, dass das erwartete Jahresergebnis "erheblich" von dem Angriff am 27. Juni beeinflusst werde. Die "meisten" Operationen würden mittlerweile wieder reibungslos funktionieren. Insbesondere TNT Express sei wieder vollständig einsatzfähig.

TNT-Systeme wurden über ukrainische Niederlassung infiziert

Die Infektion der TNT-Gruppe ist nach Angaben des Unternehmens von einer Niederlassung in der Ukraine ausgegangen. Der Troyaner NotPetya wurde durch eine Sicherheitslücke im Update-Mechanismus der Software Medoc der ukrainischen Steuerverwaltung verbreitet. Fast alle Unternehmen in dem Land nutzen die Software.

Der Chief Information Officer des Unternehmens, Rob Carter, sagte nach Angaben der IT-Nachrichtenseite The Register: "Dieser Angriff war das Resultat eines Angriffes durch einen Nationalstaat der erstens die Ukraine und zweitens die Unternehmen, die in dem Land aktiv sind, getroffen hat."

Kurz nach dem Angriff hätten sich zehntausende unbearbeitete Pakete angesammelt, die statt elektronisch dann aufwendig von Hand sortiert werden mussten. Auch wenn der aktuelle Betrieb wieder läuft, sind offensichtlich noch nicht alle Schäden behoben. Bis Ende September sollten die verbleibenden Probleme aber gelöst werden, sagte das Unternehmen.

Auch der weltweit tätige Maersk-Konzern hatte angegeben, durch den Angriff zwischen 200 und 300 Millionen US-Dollar verloren zu haben.  (hg)


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