Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gab-ai-social-network-verklagt-google-wegen-loeschung-im-play-store-1709-130108.html    Veröffentlicht: 18.09.2017 10:22    Kurz-URL: https://glm.io/130108

Gab.ai

Social Network verklagt Google wegen Löschung im Play Store

Google hat die App des Twitter-ähnlichen sozialen Netzwerks Gab.ai aus dem Play Store geworfen. Grund: Die Beiträge werden nicht moderiert, weshalb rassistische, beleidigende und frauenfeindliche Äußerungen nicht gelöscht werden. Gab klagt nun gegen Google.

Die Betreiber des sozialen Netzwerks Gab.ai haben Klage gegen Google eingereicht, wie die Washington Post berichtet. Grund ist eine Löschung der App aus dem Play Store, was nach Ansicht der Gab-Gründer eine Diskriminierung und eine Schlechterstellung von Gab.ai als Konkurrenten Googles für sein eigenes Netzwerk Google+ darstelle.

Google soll seine monopolistische Stellung ausnutzen

Mit dem App-Verbot nutze Google seine monopolistische Marktstellung aus, argumentieren die Betreiber des Netzwerks. Google begründet den Rauswurf damit, dass Gab.ai gegen die Nutzungsbedingungen des Play Stores verstoße: Soziale Netzwerke müssen demnach moderiert sein und Beiträge, die Hass verbreiten, löschen, um ihre App im Play Store anbieten zu können.

Genau dies passiert bei Gab.ai allerdings nicht. Die Betreiber sehen ihre Plattform als Speerspitze der Meinungsfreiheit, grundsätzlich sind nahezu alle Äußerungen erlaubt - auch rassistische, frauenfeindliche, antisemitische und beleidigende Beiträge. Verboten sind lediglich die Androhung von Gewalt, Terrorismuswerbung, illegale Pornografie und die Veröffentlichung von Dokumenten mit privaten Informationen Dritter (Doxing).

Gab.ai bietet Figuren vom rechten Rand ein Spektrum

Gab.ai wird vorgeworfen, insbesondere Personen aus dem rechten politischen Spektrum eine Plattform zu bieten. So sollen neben dem bei Twitter wegen seiner rechten Äußerungen gesperrten Blogger Milo Yiannopoulos auch der Gründer der rechtsradikalen Internetseite Daily Stormer, Andrew Anglin, sowie der Nationalist Richard Spencer auf Gab.ai aktiv sein. Einer der Gründer des Netzwerks, Andrew Torba, wurde selbst wegen Belästigungsvorwürfen aus dem Ehemaligen-Netzwerk des Y Combinators geworfen.

Google bezeichnet die Anschuldigungen des Netzwerks als haltlos. Die Betreiber von Gab.ai seien jederzeit wieder im Play Store willkommen, wenn sie die Anforderungen an ein Mindestmaß an Moderation erfüllen würden, sagt Google der Washington Post zufolge.  (tk)


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