Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/metroid-samus-returns-im-kurztest-rueckkehr-der-gelenkigen-kopfgeldjaegerin-1709-130106.html    Veröffentlicht: 19.09.2017 16:11    Kurz-URL: https://glm.io/130106

Metroid Samus Returns im Kurztest

Rückkehr der gelenkigen Kopfgeldjägerin

Samus Returns für das Nintendo 3DS ist mehr neues Metroid als Remake. Die Serientraditionen werden trotzdem hochgehalten.

Mother Brain und die Space Pirates sind besiegt. Deshalb muss die Kopfgeldjägerin Samus Aran auf den Heimatplaneten der Metroids, um dort auch den letzten ihrer Art zu vernichten. Dieses Hauptziel ist der kleinste gemeinsame Nenner des Game-Boy-Klassikers und des Remakes von Samus Returns für das Nintendo 3DS. Abseits von der Handlung unterscheiden sich die Entwicklungen von Nintendo aus dem Jahr 1991 und Mercury Steam von 2017 teils deutlich.

Während das Gameplay eher den zweidimensionalen Metroid-Serienteilen wie Super Metroid oder Metroid Fusion entspricht, ist der Look von Metroid 2: Samus Returns in 3D gehalten. Spieler bewegen Samus aber trotzdem nur nach links, rechts, oben und unten. Modern und zuerst ungewohnt ist dabei die 360-Grad-Steuerung beim Zielen mit den Laser- und Beam-Waffen.

Damit das präzise gelingt, steuern Spieler Samus mit dem analogen Schiebepad und nicht mit dem Digitalkreuz. Das führt zu Beginn bei Kennern der Serie zu etwas Stirnrunzeln und Skepsis, die aber schnell vergeht. Nach nur wenigen Stunden im Spiel wollen wir das pixelgenaue Zielen nicht mehr gegen die Schüsse aus vordefiniertem Winkel zum Beispiel in Super Metroid tauschen. Manche Sprung- und Kletterpassagen gelingen mit dem Slidepad aber naturgemäß weniger gut als mit dem Digitalkreuz, das hier nur noch dem Waffen- und Gadgetwechsel dient.

Anders als beim letzten Castlevania von Mercury Steam gelingt es den Entwicklern nämlich bei Metroid, die Essenz der Serie trotz der erweiterten Steuerung und des 3D-Looks beizubehalten. Spieler erkunden die Oberfläche des Planeten SR388 und seine Höhlensysteme, müssen taktisch geschickt in den Kämpfen vorgehen und zahlreiche Upgrades finden, um stets neue Abschnitte der Welt zu öffnen.

Die größte spielerische Neuerung, die wir mit wachsender Begeisterung einsetzen, ist die Konterattacke. Spieler lösen sie bei fast allen gegnerischen Angriffen mit einem gut getimten Knopfdruck aus und betäuben damit die Gegner. Darüber hinaus genießen Spieler in Samus Returns den sogenannten Shock Pulse, mit dem so simpel wie nie zuvor in der Serie versteckte Blöcke und Geheimgänge sichtbar werden. Das erleichtert die Suche beim Weiterkommen in dem stets wachsenden Labyrinth enorm.

Insgesamt spielt sich Samus Returns damit deutlich anders als Return of Samus auf dem Game Boy. Mercury Steam hat sich darauf konzentriert, ein komplexeres, wenn auch stets lineares Abenteuer zu entwerfen, das nicht mehr so monoton und simpel wirkt wie die Metroid-Jagd von 1991.

Verfügbarkeit

Plattform: Nintendo 3DS (45 Euro). Erscheinungstermin: 16. September 2017; Sprache: Deutsch. USK: ab 12 Jahre

Fazit

+ solides, serientypisches Gameplay
+ Konterattacken und 360-Grad-Ziele neu und sinnvoll
+ zwei der besten Bosskämpfe in der Seriengeschichte
+ schöner stereoskopischer 3D-Effekt
+ stimmungsvolle Soundkulisse
+ erleichterte Erkundung

- kaum Handlungssequenzen abseits vom Intro
- stellenweise schwammige Steuerung (analog statt digital)
- trotz offener Welt etwas zu linear
- an einigen wenigen Stellen unklar, wo es weitergeht


 (mw)


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