Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/njalla-peter-sunde-startet-anonymen-domainhoster-1709-130082.html    Veröffentlicht: 15.09.2017 16:50    Kurz-URL: https://glm.io/130082

Njalla

Peter Sunde startet anonymen Domainhoster

Peter Sunde will einen neuen, anonymen Domainhoster aufbauen. Dabei geht er einen Schritt weiter als die bisherige Whois-Protection, verlangt seinen Kunden aber einiges an Vertrauen ab.

Der The Pirate Bay-Mitgründer Peter Sunde hat mit Njalla einen neuen Dienst angekündigt, der Kunden eine anonyme Registrierung von Domains ermöglichen soll. Er geht dabei weiter als bisherige Versuche, die Urheberschaft einer Domain zu verschleiern.

Wer bislang anonym eine Domain betreiben will, kann dafür sogenannte Domain-Proxies nutzen. Viele kommerzielle Domainhoster bieten diese Dienstleistung gegen extra Bezahlung an und lassen sich dafür anstelle der Domainbesitzer ins WHOIS-Register eintragen. Diese Maßnahme schützt allerdings laut den Njalla-Machern vor allem gegen Spam und sei kein wirklicher Schutz der Privatsphäre. Sunde will einen Schritt weitergehen. Sein Dienst Njalla kauft die Domains im Auftrag der Kunden und bleibt auch Eigentümer. Die volle Verfügung über die Verwendung der Domain wird den potentiellen Kunden über einen zusätzlichen Nutzungsvertrag zugesichert. Sunde schreibt: "Wir sind ein freundlicher, betrunkener (aber verantwortungsvoll betrunkener) Strohmann, der die Schuld für deine Äußerungen auf sich nimmt." Die angegebenen Preise für den Dienst variieren zwischen 15 und 75 Euro pro Jahr, .de-Domains werden offenbar nicht angeboten. Das Unternehmen ist unter dem Namen 1337 LLC auf der Karibikinsel Nevis registriert.

Domains können ohne Probleme umziehen

Es soll für Kunden jederzeit problemlos möglich sein, die Domain zu einem anderen Anbieter umzuziehen. Wenn dieser auch einen Whois-Schutz anbietet, bleibt der Name der Eigentümer auch beim Transfer anonym, weil als Vorbesitzer nur Njalla auftaucht. Bislang müssen Domaininhaber beim Transfer zumindest kurzfristig ihre Identität preisgeben, wie zuletzt beim Domaintransfer der rechtsextremen Webseite The Daily Stormer zu sehen war.

Immer wieder wurden Domains in der Vergangenheit beschlagnahmt, etwa bei Urheberrechtsverletzungen. Nach dem Terroranschlag in Charlottesville in den USA hatten aber auch mehrere Dienste in den USA Betreibern nationalistischer Webseiten und Dienste gekündigt und eine Diskussion um die Verantwortung entsprechender Anbieter ausgelöst.  (hg)


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