Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/satellit-ses-und-fraunhofer-uebertragen-live-360-grad-video-1709-130066.html    Veröffentlicht: 14.09.2017 16:59    Kurz-URL: https://glm.io/130066

Satellit

SES und Fraunhofer übertragen live 360-Grad-Video

Im vergangenen Jahr waren es noch Archiv-Bilder, diesmal wird ein 360-Grad-Video live übertragen. Das 360-Grad-Video könne auch ohne VR-Brillen angesehen werden.

SES wird gemeinsam mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI auf der diesjährigen IBC ein 10K x 2K-Panorama-Videosignal live über Satellit übertragen. Das gab das Institut am 14. September 2017 bekannt. Dafür wird die Panoramakamera Omnicam-360 des Fraunhofer HHI an belebten Plätzen in Luxemburg aufgestellt. Die Panoramabilder werden über einen Übertragungswagen zum Satelliten geschickt. Durch den HEVC-Encoder des Instituts sei es möglich, die große Datenmenge des Panoramavideos soweit zu komprimieren, dass sie über Satellit übertragen werden könne. Zusammen zeigen der luxemburgische Satellitenbetreiber Société Européenne des Satellites (SES) und das Fraunhofer HHI dies auf der Branchenmesse IBC. Die International Broadcasting Convention (IBC) ist eine der wichtigsten Fachmessen für den Bereich Film, Fernsehen und Rundfunk. Die Messe findet in Amsterdam statt und wird am heutigen Donnerstag eröffnet.

Das Panoramasignal wird am SES-Stand auf der Messe empfangen und auf einem UHD-Bildschirm dargestellt. Der Zuschauer kann mit einer Fernbedienung im 360-Grad-Panorama navigieren sowie heran- oder herauszoomen.

Ralf Schäfer, Leiter des Bereichs Video am Fraunhofer HHI, erklärte: "Mit dieser Demonstration wollen wir zeigen, dass 360-Grad-Video auch ohne VR-Brillen von Fernsehzuschauern konsumiert werden kann. Zudem wollen wir mit unseren Kamera- und HEVC-Codiertechniken demonstrieren, dass 360-Grad-Video auch in hoher Qualität zum Endverbraucher übertragen werden kann."

Im vergangenen Jahr konnten die Besucher sich die Panoramen auf einem UHD-Bildschirm betrachten oder mussten sich Head Mounted Displays (HMD) aufsetzen, um in die Szenerie eintauchen.

Die Panoramakamera besteht aus zehn Kameras, die im Kreis angeordnet sind. Die Einzelbilder werden in Echtzeit zu einem 360-Grad-Bild mit einer Auflösung von 10.000 x 2.000 Pixel montiert. Die Software Real Time Stitching Engine haben die Forscher am Fraunhofer HHI selbst entwickelt.  (asa)


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