Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/studivz-ist-pleite-ausgegruschelt-1709-129959.html    Veröffentlicht: 08.09.2017 16:02    Kurz-URL: https://glm.io/129959

StudiVZ ist pleite

Ausgegruschelt

Das noch vor zehn Jahren als deutsche Facebook-Alternative betrachtete StudiVZ ist pleite. Die Muttergesellschaft Poolworks Germany hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb soll dem Insolvenzverwalter zufolge aber weiterlaufen, das Geschäft soll stabilisiert werden.

Das soziale Netzwerk StudiVZ, zu dem auch die Seite MeinVZ gehört, hat Insolvenz angemeldet. Das meldet Gründerszene.de unter Berufung auf das Unternehmen selbst sowie den eingesetzten Insolvenzverwalter.

Mutterkonzern kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen

Demnach ist das hinter StudiVZ stehende Unternehmen Poolworks Germany zahlungsunfähig. Einer Schadensersatzforderung des ehemaligen Besitzers Holtzbrink kann die Gesellschaft nicht mehr nachkommen. Bereits Ende 2015 hatte Poolworks Germany seinen US-amerikanischen Besitzern 45 Millionen Euro geschuldet. Zudem soll es das Unternehmen auch Schulden beim Finanzamt haben.

Die Geschäfte wurden an den Insolvenzverwalter Jesko Stark übergeben. Dieser ist Gründerszene.de zufolge zuversichtlich, dass der Betrieb aufrechterhalten werden kann. So sollen die verbliebenen sieben Mitarbeiter des Unternehmens weiter beschäftigt bleiben und Insolvenzgeld erhalten.

StudiVZ am Anfang in Deutschland erfolgreicher als Facebook

StudiVZ wurde im November 2005 gegründet und fungierte in seiner Anfangszeit als deutschsprachige Alternative zum damals ausschließlich englischsprachigen Facebook. Viele Funktionen wurden schlicht von Facebook übernommen - so konnten User sich beispielsweise gruscheln, was bei Facebook anstupsen hieß.

Die Plattform expandierte mit zunehmendem Erfolg auch in andere europäische Länder. Ursprünglich für Studenten gedacht, wurde mit MeinVZ auch eine Version für Nicht-Studenten und mit SchülerVZ eine Plattform für Schüler geschaffen. Mit dem wachsenden Erfolg von Facebook und anderen sozialen Netzwerken wendeten sich die Nutzer ab.

Anfang 2009 wurden die europäischen Versionen von StudiVZ abgeschaltet. Im April 2013 wurde SchülerVZ geschlossen. Ob und wie die Kernmarke StudiVZ nach der Insolvenz weitergeführt werden kann, bleibt abzuwarten.  (tk)


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