Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hdmi-standard-kabel-und-ethernet-sind-passe-usb-c-kommt-1709-129933.html    Veröffentlicht: 11.09.2017 14:42    Kurz-URL: https://glm.io/129933

HDMI

Standard-Kabel und Ethernet sind passé, USB-C kommt

HDMI versucht gerade, mit hoher Geschwindigkeit gegenüber der Konkurrenz aufzuholen. Wir haben mit den Verantwortlichen über unterschiedliche Kabel, den USB-Typ-C-HDMI-Alternate-Mode und Flops des Standards gesprochen.

Auf der Ifa 2017 hat uns die HDMI Licensing den Weg zum kommenden HDMI 2.1, samt neuer Kabel, skizziert. HDMI 2.1 ist eine von vielen Baustellen des Standardkonsortiums, das sich mit Displayport messen muss. Doch zunächst wird erst einmal HDMI im Alternate Mode über USB Typ C relevant. Auf der Ifa zeigte HDMI bereits einen funktionierenden Prototyp eines Camcorders. Im Unterschied zu Ethernet über HDMI, das nie implementiert wurde und ein großer Flop des Konsortiums ist, wird HDMI offenbar tatsächlich ein Teil vom USB Typ C(haos).

Darauf angesprochen, wie ein Anwender USB-C-Kabel mit HDMI-Anschluss (Alternate Mode Displayport mit Wandlung im Stecker) und USB-C-Kabel mit HDMI-Anschluss (HDMI Alternate Mode nativ) voneinander unterscheiden soll, gibt HDMI Licensing an, dass das HDMI-Logo nur bei Letzterem erlaubt ist. Die Displayport-Adapter mit Wandlung sind eigentlich keine lizenzierten Kabel. Allerdings wird auch zugegeben, dass das HDMI-Logo keine Pflicht ist. Weder auf der Buchse noch auf dem Kabel muss es vorhanden sein. Für den Anwender heißt es dann: raten und ausprobieren, denn diese beiden HDMI-Kabel sind inkompatibel zueinander.

HDMI Control funktioniert über USB Typ C

HDMI hat allerdings Vorteile: HDMI CEC alias HDMI Control geht nämlich über das echte Kabel nicht verloren. Auf der Ifa wurde demonstriert, wie mit der Fernbedienung eines Fernsehers der Camcorder gesteuert wird. HDMI CEC ist durch die Freiwilligkeit des Standards allerdings nicht ganz unproblematisch. Den Herstellern ist überlassen, welche Kontrollen implementiert werden. Interessant ist zudem eine Klarstellung seitens HDMI zum CEC-Standard. In unserem letzten 4K-Ultra-HD-Blu-ray-Test der Hardware konnten wir etwa ein Limit im CEC-Netzwerk verifizieren. Doch HDMI sagte uns, dass es kein Limit gebe. Fernsehgerätehersteller orientieren sich aber mitunter an der Anzahl der HDMI-Buchsen. Ist ein AV-Receiver im Netz, reicht das aber schnell nicht. Laut HDMI ist es kein Problem, 20 HDMI-CEC-Geräte im Netzwerk zu haben.

Ein HDMI Switch soll bei HDMI Control helfen

Die vorgeschlagene Lösung war allerdings wenig hilfreich. Sollte das Herstellerlimit nicht reichen, sollte man einen anderen Master mit einem höheren Limit verwenden, wie etwa einen HDMI-Switch. Da ist dann noch zu bedenken, dass alle Signale durchgeleitet werden. 4K und vereinzelte HDR-Formate sind problematisch. Da die Anzahl der HDMI-Geräte mit CEC-Unterstützung immer größer wird, wird das Thema aber immer wichtiger. Und leider gibt kaum ein Hersteller an, wie viele CEC-Geräte zulässig sind.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden HDMI-CEC-fähige Geräte mit USB Typ C bald auf den Markt kommen. Laut HDMI arbeiten diverse Hersteller daran, da ihnen der Platz ausgeht. Reine USB-C-HDMI-Kabel soll es aber nicht geben. Die Längenbeschränkung von einem Meter spricht dagegen. Displayport hingegen bietet diese Option an - dort sind aber kürzere Wege auch üblich.

Ein anderer Bereich, der sich ändert, sind die Kabel. Eine Änderung ist bereits vollzogen worden. Laut HDMI gibt es die Standardkabel nicht mehr. Diese Kabel wurden 2010 als Teil des Versionsnummernverbots wichtig, allerdings nicht hierzulande. Die langsameren Standardkabel wurden hierzulande so gut wie gar nicht verkauft und fanden ihre Märkte allenfalls in Schwellen- oder Entwicklungsländern. Wir selbst haben so ein Kabel noch nie gesehen. Mittlerweile lohnt es sich aber auch nicht mehr, extra Standardkabel zu produzieren. High-Speed-Kabel sind längst Standard. Ähnliches erwartet HDMI im Laufe der Zeit, wenn sich die ersten HDMI-2.1-Kabel verbreiten.

Namenlose Kabel

Freilich ist auch hier die Versionsnummer als Logo auf den Kabeln nicht erlaubt. Wie die neuen Kabel heißen werden, will HDMI erst später verraten. Ethernet wird auf diesen Kabeln kein Thema mehr sein, trotz der hohen Bandbreite. Und HDMI 2.1 ist auch nichts für USB Typ C. Der Übermittlung von HDMI 2.1 über C will man sich erst später widmen. Auch HDMI wird mit fortschreitender Entwicklung also deutlich komplexer in der Handhabung für den regulären Anwender. Mit einem Zertifizierungsprogramm auf freiwilliger Basis will HDMI aber zumindest auf Seiten der Zuverlässigkeit arbeiten. Sogenannte Premium Cetified Cables testet HDMI selbst und es gibt ein schwer fälschbares Logo samt QR-Code zur Zertifikatswebseite.

Wie üblich äußert sich HDMI nur sehr ungern dazu, wann ein Feature oder ein Standard im Markt auftaucht. Getestet wird vieles. Den HDMI-Alternate-Mode erwartet der Standardgeber als Erstes in Camcordern in nicht allzu ferner Zeit. Bei HDMI 2.1 ist das Konsortium noch vorsichtiger und nennt nur den Umstand, dass erste Hersteller an HDMI 2.1 arbeiten.  (ase)


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