Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/alexa-und-google-assistant-der-wettkampf-smarter-lautsprecher-veraendert-sich-1709-129857.html    Veröffentlicht: 04.09.2017 12:13    Kurz-URL: https://glm.io/129857

Alexa und Google Assistant

Der Wettkampf smarter Lautsprecher verändert sich

Auf der Ifa haben auch klassische Hi-Fi-Hersteller die Gelegenheit genutzt, ihre Konzepte für smarte Lautsprecher zu präsentieren. Das bringt neue Impulse für den Markt. Denn zugleich beginnt damit der Wettkampf zwischen Amazons Alexa und dem Google Assistant. Ein geschlossenes System wie Apples Siri hat hier das Nachsehen.

Noch sind die Einsatzmöglichkeiten smarter Lautsprecher begrenzt, wie bisher jeder unserer Tests gezeigt hat. Dennoch ist das Erteilen von Befehlen mit der Stimme eines der großen Themen auf der Ifa 2017. Acht Hersteller haben neue smarte Lautsprecher vorgestellt, die komplett mit der Stimme bedient werden. Dabei wetteifert Amazons Alexa mit Google Assistant um die Gunst der Käufer.

Noch auf der Elektronikmesse CES Anfang des Jahres hatte Google keine Rolle gespielt - etliche Hersteller kündigten die Integration von Amazons Alexa an. Im Mai 2017 gab Google auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O bekannt, dass Dritthersteller Werkzeuge erhalten würden, um den Google Assistant in ihre Lautsprecher zu integrieren. Das Ergebnis ist nun auf der Ifa zu sehen: Der Google Assistant wird in immerhin 6 der 15 vorgestellten neuen Lautsprechermodelle eingesetzt. Die restlichen neun Lautsprecher nutzen Amazons Alexa. Die Einsatzmöglichkeiten sind mit denen von Amazons Echo-Lautsprechern respektive Googles Home-Lautsprechern vergleichbar.

Viele der Hersteller integrieren Akkus in ihre Lautsprecher, damit diese auch unterwegs oder einfach mal in einem anderen Raum genutzt werden können. Einige Modelle sollen durch viele Anschlussmöglichkeiten hervorstechen und vor allem bei den Hi-Fi-Herstellern wird ein besonders guter Klang versprochen. Der ungewöhnlichste Ansatz kommt ganz klar von Lenovo. 

Smarter Lautsprecher für eine Tablet-Modellreihe

Für die Lenovo-Tablets der Tab-4-Modellreihe wurde im Grunde eine Dockingstation mit smartem Lautsprecher vorgestellt, der Alexa nutzt. Der Lautsprecher ist mit zwei hochempfindlichen Mikrofonen ausgestattet, damit Alexa auf Zuruf verwendet werden kann.

Alexa reagiert auf Anfragen nicht nur mit Gesprochenem, sondern auch mit Informationen, die dann auf dem Tablet-Display erscheinen, wie es etwa von den Fire-TV-Geräten bekannt ist und auch etwa beim Echo Show der Fall ist, der bislang nicht in Deutschland angeboten wird. Auf allen Geräten gibt es auf dem Bildschirm weitere Informationen zu Sportergebnissen oder Wetterberichten.

Das Ganze nennt sich bei Lenovo Home Assistant Pack und funktioniert nur, wenn das entsprechende Tablet verbunden ist. Das sehen wir auch als Nachteil an: Steckt das Tablet nicht in der Dockingstation, kann der smarte Lautsprecher nicht einzeln genutzt werden. Der Dockingmechanismus am Lautsprecher kann so verändert werden, dass alle Tab-4-Größen damit verwendet werden können. Es eignet sich also nur für Kunden, die das passende Lenovo-Tablet haben oder kaufen möchten. Lenovo will den Home Assistant Ende September 2017 für 80 Euro auf den Markt bringen.

Ankers erster Lautsprecher mit Google Assistant

Für ebenfalls 80 Euro will Anker unter der Zolo-Marke einen Google-Assistant-Lautsprecher zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt bringen. Der Mojo unterstützt Bluetooth 4.2, weitere Anschlüsse hat er nicht. Damit unterscheidet er sich vom Alexa-Lautsprecher Eufy Genie, den Anker zunächst nur ohne Bluetooth-Funktion auf den Markt bringen wird. Die Neuvorstellung ermöglicht einen preisgünstigen Einstieg in den Markt smarter Lautsprecher.

Auf der Messe hat Anker außerdem den Halo-Lautsprecher gezeigt. Dabei handelt es sich um einen weiteren Alexa-Lautsprecher mit Bluetooth. Wann und zu welchem Preis er nach Deutschland kommt, ist aber noch unklar. Er hat als Besonderheit einen 3,5-cm-Klinkeneingang, um andere Zuspielgeräte per Kabel anzuschließen. Den Halo-Lautsprecher wird es auch als größeren Halo+ geben, der aber auf der Messe nicht am Stand gezeigt wurde.

Tichome erinnert an Googles Chromecast

Dafür zeigte das chinesische Startup Mobvoi seinen Tichome-Mini-Lautsprecher, der mit Google Assistant läuft. Er erinnert vom Gehäuse her an Googles Streaming-Stick Chromecast, ist allerdings um einiges größer. Das Gerät mit Bluetooth steckt in einem IPX6-Gehäuse und ist damit gegen Spritzwasser geschützt.

An einer Schlaufe kann der Tichome Mini aufgehängt werden, er kann aber auch liegend verwendet werden. Im Inneren befindet sich ein 2.600-mAh-Akku, mit dem eine Musikwiedergabe von bis zu sechs Stunden möglich sein soll und der es ermöglicht, den Lautsprecher in anderen Räumen zu nutzen. Bis Ende des Jahres soll der Tichome Mini zum Preis von unter 100 US-Dollar erscheinen und ist damit auch eher ein Einstiegsgerät. Einen Euro-Preis hat der Hersteller noch nicht genannt, will aber mit einer Vorbestellkampagne antreten, bei der Erstkäufer den smarten Lautsprecher günstiger bekommen sollen. Details werden erst später bekanntgegeben.

Hier muss es der Lautsprecher vor allem mit der Konkurrenz von Medion aufnehmen.

Medion-Lautsprecher mit Akku und Klinkenanschluss

Auch von der Lenovo-Tochter Medion wird es einen smarten Lautsprecher geben. Der Alexa-Lautsprecher war eine der ersten Ifa-Ankündigungen, allerdings nicht am Medion-Stand zu sehen. Der Hersteller zeigte die Neuvorstellung nur Fachbesuchern und Pressevertretern. Der P61110 sieht wie eine kleine Ausführung von Amazons Echo aus. Er hat einen 3,5-cm-Klinkeneingang und einen eingebauten Akku. Die Klinkenbuchse ermöglicht es, kabelgebunden andere Zuspielgeräte zu nutzen. Außerdem ist Bluetooth 4.1 vorhanden.

Der 2.500-mAh-Akku soll genügen, um mit dem Lautsprecher bei mittlerer Lautstärke etwa 5 Stunden Musik zu hören. Wird der Lautsprecher vor allem mit Alexa genutzt, wären auch mehr Stunden möglich, weil das Gerät nicht ständig läuft. Dadurch kann der Lautsprecher auch mal in anderen Räumen genutzt werden, ohne dass dafür jedes Mal der Stromanschluss umgestöpselt werden muss.

Eine Dockingstation zum Aufladen gibt es dafür nicht, Nutzer müssen also immer erst den Stromanschluss umstecken, wenn sie den Lautsprecher im Akkubetrieb verwenden. Der P61110 soll im vierten Quartal 2017 für 100 Euro erscheinen und gehört damit zusammen mit dem Anker Holo und dem Tichome Mini zu den preisgünstigsten Neuvorstellungen im Bereich smarter Lautsprecher.

Smarte Lautsprecher von Lenovo

Der Medion-Stand ist auf der Ifa auch in diesem Jahr wieder Bestandteil des Lenovo-Stands. Und dort sind durchaus andere smarte Lautsprecher mit Alexa zu sehen. Lenovo hat die Messe genutzt, um die bereits auf der CES angekündigten Smart-Assistant-Lautsprecher für den deutschen Markt vorzustellen. Beide Modelle erinnern von der Bauform her stark an Amazons großen Echo-Lautsprecher.

Auch in Deutschland wird es den Smart Assistant in zwei Ausführungen geben. Das Basismodell hat einen 5-Watt-Hochtöner und einen 10-Watt-Subwoofer. Die größere Infinity-Ausführung setzt auf Lautsprecher von Harman und bietet diesen mehr Volumen, das für einen besseren Klang sorgen soll. Beide Lautsprecher unterstützen Bluetooth und haben keine weiteren Anschlüsse. Lenovo will sie Ende September 2017 auf den Markt bringen. Der normale Smart Assistant wird für 130 Euro erscheinen, der Smart Assistant Infinity soll 180 Euro kosten. Hier will Lenovo den besseren Echo-Lautsprecher anbieten.

Die bisherigen Neuvorstellungen stammen zumeist von Firmen, die mehr aus der Computerecke kommen. Aber die Ifa haben auch etliche klassische Unternehmen aus der Hi-Fi-Sparte dazu genutzt, ihre Ideen smarter Lautsprecher zu zeigen. Das führt zu deutlich höheren Preisen und stellenweise anderen Ansätzen bei der Bedienung.

Lautsprecher von Harman Kardon und JBL

Die Samsung-Tochter Harman Kardon hat gleich eine ganze Reihe smarter Lautsprecher auf der Ifa gezeigt. Dazu gehört der Invoke, der mit Microsofts Cortana läuft und bereits im Mai 2017 vorgestellt wurde. Da Cortana für smarte Lautsprecher von Microsoft noch nicht für den deutschen Markt freigegeben wurde, wird der Invoke erstmal nicht in Deutschland verkauft. Wann Microsoft die Freigabe erteilen wird, ist nicht bekannt.

Ebenfalls unter der Harman-Kardon-Marke wurde der smarte Lautsprecher Allure vorgestellt. Er läuft mit Amazons Alexa und hat einen nach unten gerichteten Subwoofer. Wenn der Lautsprecher auf einem Tisch steht, sorgt das für ordentliche Vibrationen. Außerdem enthält der Allure-Lautsprecher eine Lampe, die bei Nutzung angeht. Ob das in der Praxis etwas bringt oder nur eine Spielerei ist, muss ein Test zeigen.

Am Lautsprecher befinden sich nur die üblichen Knöpfe zum Stummschalten des Mikrofons sowie zur Alexa-Aktivierung und Lautstärkeregler. Weitere Eingänge zum Anschluss stationärer Zuspielgeräte gibt es nicht. Der Allure-Lautsprecher soll im Winter für 280 Euro erscheinen und richtet sich an Käufer, die Wert auf eine gute Klangqualität legen.

JBL-Modelle teilweise mit Akkubetrieb

Auch unter der JBL-Marke hat Harman Kardon smarte Lautsprecher vorgestellt. Im Unterschied zum Allure laufen alle JBL-Lautsprecher mit Google Assistant. Für die Zukunft seien aber auch JBL-Lautsprecher mit Alexa oder Harman-Kardon-Lautsprecher mit Google Assistant denkbar, erklärte uns das Unternehmen. Es sei eher Zufall, dass die JBL-Modelle mit Googles System arbeiten und das Harman-Kardon-Modell mit Alexa.

Prinzipiell sollen Kunden so viel Auswahl wie möglich haben, das zeigt sich auch am Invoke-Lautsprecher, den es aber vorerst nicht in Deutschland geben wird. Die Google-Assistant-Lautsprecher von JBL tragen den Namenszusatz Link.

Der Link 10 hat zwei 8-Watt-Lautsprecher, der Link 20 zwei 10-Watt-Exemplare. Die beiden Link-Lautsprecher stecken jeweils in einem nach IPX7 spritzwassergeschützten Gehäuse und sind mit einem Akku versehen. So können sie unterwegs verwendet oder zu Hause von Raum zu Raum getragen und benutzt werden. Für den Link 10 wird eine Akkulaufzeit von 5 Stunden angegeben, für den Link 20 die doppelte von 10 Stunden. Eine Dockingstation zum bequemeren Laden haben beide Lautsprecher nicht.

Das dritte Modell namens Link 300 hat einen 50-Watt-Lautsprecher und verzichtet auf Akku und Spritzwasserschutz. Er klingt deutlich voluminöser als die kleineren Varianten. Keins der drei JBL-Link-Modelle hat weitere Eingänge, sie haben die üblichen Bedienungsknöpfe für einen smarten Lautsprecher. Harman Kardon will alle JBL-Link-Lautsprecher im Herbst auf den Markt bringen. Den Link 10 wird es für 170 Euro geben, der Link 20 kostet 200 Euro und der Link 300 kostet 300 Euro. Die Geräte sollen unterschiedliche Bedürfnisse der Kunden an die Klangqualität abdecken.

Auch Onkyo nutzt alle derzeit für Deutschland verfügbaren digitalen Assistenten.

Onkyo setzt sowohl auf Amazon als auch auf Google

Am Onkyo-Stand sind zwei verschiedene, smarte Lautsprecher zu sehen. Der Smart Speaker G3 läuft mit Google Assistent, während der Smart Speaker P3 auf Amazons Alexa setzt. Der P3 hat eine ovale Bauform, während der G3 in einem viereckigen Gehäuse steckt. Onkyo gibt an, dass die Lautsprechertechnik in beiden Modellen identisch ist.

Unterschiede gibt es dann aber bei den Anschlüssen und den Bedienungsknöpfen. Der G3 bietet die typischen Bedienungsknöpfe, beim P3 gibt es noch vier Schnellwahltasten, um Lieblingsradiosender oder oft gehörte Wiedergabelisten abzulegen.

Als weitere Besonderheit hat der P3-Lautsprecher kabelgebundene Ein- und Ausgänge, um den Lautsprecher in eine bestehende Musikanlage zu integrieren. Dabei unterstützt er DTS Play-Fi. Onkyo will beide smarten Lautsprecher im November 2017 auf den Markt bringen. Sie werden 230 bis 250 Euro kosten und richten sich ebenfalls an Kunden, die eine etwas bessere Klangqualität erwarten.

Panasonic-Lautsprecher wird um die 500 Euro kosten

Auch Panasonic zeigt seinen smarten Lautsprecher, der mit Google Assistant läuft und deutlich größer ist als die Modelle der anderen Hersteller. Im Inneren des GA10 sind zwei 20 mm große Soft-Dome-Hochtöner und ein 8-cm-Tieftöner mit Doppelschwingspule verbaut, die Anstiege von Impedanzen in den Mittel- und Hochtonbereichen unterdrücken sollen. Für einen satten Bass ist ein langes Bassreflexrohr verbaut.

Der Panasonic-Lautsprecher hat einen 3,5-mm-Klinkeneingang, um andere Geräte kabelgebunden einzubinden. Der GA10 ist eine der wenigen Neuvorstellungen, zu denen es noch keinen genauen Preis gibt. Auf Nachfrage erklärte der Hersteller, dass der Lautsprecher um die 500 Euro kosten wird. Er ist damit das teuerste Modell auf dem Markt. Der Hersteller betont, dass sich das in einer entsprechend guten Klangqualität zeigt. Der Verkaufsstart ist für Januar 2018 anvisiert.

Sony-Lautsprecher mit zusätzlicher Gestensteuerung

Auch Sony mischt jetzt bei smarten Lautsprechern mit und setzt ebenfalls auf den Google Assistant. Das überrascht kaum, weil die Fernseher von Sony vielfach mit Android TV ausgestattet sind. Und Google hat den Assistant eng mit Android TV verzahnt, so dass sich Sony-Fernseher mit dem neu vorgestellten Lautsprecher LF-S50G mit der Stimme bedienen lassen.

Beim LF-S50G hat sich Sony für ein Zwei-Wege-Lautsprechersystem mit einem dedizierten Subwoofer entschieden. Als einer der wenigen smarten Lautsprecher ist das Sony-Modell nicht nur mit Bluetooth, sondern auch mit NFC versehen. Damit wird der Aufbau von Bluetooth-Verbindungen vereinfacht.

Als weitere Besonderheit hat der spritzwassergeschützte Lautsprecher nach IPX3 ein minimalistisches Display zur Anzeige der Uhrzeit. Wenn die Lautstärke verändert wird, wird der eingestellte Wert dort kurz angezeigt. Viel Platz ist in dem Sony-Lautsprecher nicht, so dass er wohl nicht mit den gleich teuren Konkurrenten wird mithalten können. Dafür gibt es noch eine Besonderheit: eine Gestenbedienung. Dazu muss die Hand über den Lautsprecher gehalten werden.

Wird dann in die Luft nach unten getippt, kann die Musik angehalten oder fortgesetzt werden. Wird der Finger in der Luft im Kreis gedreht, ändert das die Lautstärke und mit einem Wisch durch die Luft zur Seite kann ein Musikstück vor- oder zurückgesprungen werden. Sony will den LF-S50G im Dezember 2017 zum Preis von 230 Euro auf den Markt bringen.

Wir haben uns die neu vorgestellten smarten Lautsprecher auf der Ifa auch angehört. Aber vor der Geräuschkulisse einer typischen Messe lässt sich die Klangqualität nur begrenzt beurteilen. Prinzipiell profitieren die größeren Lautsprecher davon, dass sie mehr Volumen zur Verfügung haben und somit einen besseren Klang liefern.

Mit dem Markteinstieg vieler Unternehmen aus den verschiedenen Bereichen verändert sich der Markt smarter Lautsprecher schlagartig.

Duell zwischen Amazon und Google

Indem Amazon und Google ihre digitalen Assistenten für andere Hersteller bereitstellen, wird das neue Marktsegment smarter Lautsprecher gestärkt. Wer sich für einen smarten Lautsprecher interessiert, wird bald nicht mehr auf wenige Bauformen oder einen Hersteller angewiesen sein. Hier setzen die Hersteller eigene Akzente, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Die Vielzahl neuer smarter Lautsprecher zeigt, dass das Angebot von Amazon und Google aufgegriffen wird, eigene Geräte zu bauen.

Möglicherweise wird es in diesem Jahr noch weitere smarte Lautsprecher zu sehen geben, die auf der Ifa noch nicht gezeigt werden. Gerüchteweise ist ein Modell von Sonos in Planung, aber auch andere Hersteller könnten noch in diesem Jahr eigene Geräte vorstellen.

Einsatzmöglichkeiten beschränkt

Noch sind die Einsatzmöglichkeiten smarter Lautsprecher allerdings begrenzt. Sowohl Amazon als auch Google arbeiten aber daran, hier weitere Verbesserungen vorzunehmen. So manche Funktion der digitalen Assistenten ist derzeit den USA vorbehalten und noch nicht in Deutschland verfügbar. Langfristig werden es diese Funktionen aber auch hierher schaffen. Und vor allem für Smart-Home-Systeme sind die smarten Lautsprecher eine sinnvolle Ergänzung. Mit der Stimme kann alles Mögliche im Smart Home gesteuert werden. Das Suchen nach der richtigen App auf dem Smartphone ist dann nicht erforderlich.

Die Aktivitäten auf der Ifa zeigen, dass es gar nicht so abwegig ist, dass smarte Lautsprecher in vielleicht sechs bis sieben Jahren so selbstverständlich wie Smartphones sein werden. Amazon und Google tun jedenfalls alles, damit sich diese Vision erfüllt. In der Anfangsphase könnten Modelle mit eingebautem Akku von Vorteil sein, weil sich die betreffenden Lautsprecher dann bequem auch mal in einem anderen Raum aufstellen lassen, der noch nicht mit einem smarten Lautsprecher ausgestattet ist.

Alexa klingt besser als Google Assistant

Zwischen Amazon und Google läuft der Wettkampf darum, in möglichst vielen Haushalten präsent zu sein. Wer einen der beiden digitalen Assistenten in seinen eigenen vier Wänden hat, wird vermutlich keinem anderen eine Chance geben, sondern sich dann Geräte mit dem gleichen digitalen Assistenten zulegen.

In Deutschland liegt hier Alexa vorn, dessen Sprachqualität derzeit um einiges besser ist als die des Google Assistant. Viele Ansagen des Assistant stocken, die korrekte Betonung fehlt und manche Wörter werden komplett falsch ausgesprochen, so dass Anwender die Antworten nicht verstehen. Auch Alexa ist noch nicht perfekt, klingt aber insgesamt natürlicher und macht deutlich weniger Aussprachefehler als der Google Assistant. Hier profitiert Amazon von einem zeitlichen Vorsprung: Die deutsche Alexa-Version gibt es seit vielen Monaten, den deutschen Google Assistant für den Lautsprecher erst seit ein paar Wochen.

Apple erscheint abgeschlagen

In diesem Zukunftsmarkt erscheint Apple derzeit abgeschlagen. Die Möglichkeiten von Siri auf dem Smartphone liegen derzeit weit hinter den Möglichkeiten von Google Assistant oder Amazon Alexa. Und es ist fraglich, ob sich das bis Ende des Jahres noch ändert, wenn Apple den Homepod auf den Markt bringen will. Hierbei dürfte Apple über die Verzahnung der digitalen Assistenten von Amazon und Microsoft nicht begeistert sein.

Den ersten smarten Lautsprecher von Apple wird es vorerst nicht in Deutschland geben und bei der Produktvorstellung ging es nur um eine besonders gute Klangqualität. Wie es um die Qualitäten von Siri bestellt sein wird, hat Apple nicht verraten. Apple müsste Siri ganz gehörig aufstocken und erweitern, damit es sein Assistent mit der Konkurrenz aufnehmen kann.

Als Apple seinen Homepod vorstellte, gab es vor allem die Amazon- und Google-eigenen Lautsprecher, die eine solide, aber auch aufgrund des Preises keine überragende Klangqualität bieten. Es wirkte so, als ob klangtechnisch Apple hier vorne liegen wird - aber dafür auch deutlich mehr Geld vom Kunden haben will. Mit dem Einstieg klassischer Hi-Fi-Hersteller in den Markt smarter Lautsprecher konkurriert Apple nun auch mit denen und es wird sich zeigen, welchen Systemen Kunden hier den Vorzug geben.  (ip)


Verwandte Artikel:
Musikstreaming: Amazons Alexa streamt Musik von Deezer   
(06.03.2018, https://glm.io/133158 )
Smarte Lautsprecher: Alexa ist beliebter als Google Assistant   
(05.03.2018, https://glm.io/133135 )
Amazon: Fire TV per Zuruf mit dem Alexa-Lautsprecher steuern   
(27.02.2018, https://glm.io/133022 )
Magenta Speaker: Alexa und Google Assistant kommen auf Telekom-Lautsprecher   
(26.02.2018, https://glm.io/133006 )
Infineons Radarsensor im Hands on: So werden smarte Lautsprecher intelligenter   
(26.02.2018, https://glm.io/132992 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/