Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xperia-xz1-im-hands-on-sony-bringt-alternative-zu-eigenem-topsmartphone-1708-129720.html    Veröffentlicht: 31.08.2017 13:15    Kurz-URL: https://glm.io/129720

Xperia XZ1 im Hands on

Sony bringt Alternative zu eigenem Topsmartphone

Sony hat mit dem Xperia XZ1 eine neues Smartphone vorgestellt, das eine Alternative zum eigenen Xperia XZ Premium darstellt. Die Aufteilung der Oberklasse könnte gelingen: Das neue Smartphone ist kleiner, bietet aber weitgehend die gleiche Ausstattung zu einem geringeren Preis - zumindest theoretisch.

Mit dem Xperia XZ1 hat Sony auf der Ifa 2017 ein neues Android-Smartphone vorgestellt. Das Gerät komplettiert die neue Dreiteilung der Oberklasse in Sonys Portfolio: Das Mitte 2017 vorgestellte Xperia XZ Premium ist dabei das am besten ausgestattete Modell, gefolgt vom neuen Xperia XZ1 und dem ebenfalls auf der Ifa präsentierten kleinen Xperia XZ1 Compact.

Verglichen mit dem Xperia XZ Premium hat Sony beim neuen XZ1 ein kleineres Display mit niedrigerer Auflösung und einen kleineren Akku verbaut, die restliche Ausstattung ist weitestgehend identisch. Golem.de konnte sich das neue Smartphone bereits in einem ersten Kurztest anschauen.

Das Display des Xperia XZ1 ist 5,2 Zoll groß und damit 0,3 Zoll kleiner als das des XZ Premium. Die Auflösung hat Sony auf 1.920 x 1.080 Pixel reduziert, was zu einer Pixeldichte von 423 ppi führt. Das reicht aus, um Inhalte scharf darzustellen. Die Farben und die Blickwinkelstabilität des Displays machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Beim Xperia ZX1 verbaut Sony erstmals einen Bildschirm mit Mobile-HDR-Unterstützung.

Gleiche Kamera wie beim Xperia XZ Premium

Wie beim größeren Premium-Modell kommt auch beim XZ1 Sonys neue 19-Megapixel-Kamera zum Einsatz. Diese bietet wie beim Xperia ZX1 Compact einige Verbesserungen, wie beispielsweise die Lächelerkennung der Predictive-Capture-Funktion, die bereits vor dem Auslösen Bilder aufnimmt, wenn gelächelt wird.

Kamera kann 3D-Scans anfertigen

Ebenfalls neu ist der Serienbildmodus bei Objektverfolgung und der 3D Creator. Damit lassen sich ohne weitere Hilfsmittel mit dem Smartphone dreidimensionale Scans von Gesichtern, Köpfen oder Gegenständen anfertigen. Dafür muss die Person oder das Objekt mit dem Smartphone umkreist werden.

Innerhalb von 30 Sekunden können wir auf diese Weise ein Gesicht einscannen, die Anweisungen der App sind dabei sehr hilfreich. Der fertige Scan sieht auf den ersten Blick sehr detailliert und realistisch aus. Die Datei wird im OBJ-Format abgespeichert und kann entsprechend leicht weiterverarbeitet werden.

Scans können im AR-Modus der Kamera verwendet werden

Auch auf dem Smartphone selbst lässt sich beispielsweise mit einem eingescannten Kopf eine Menge anstellen: Sony stellt verschiedene Optionen zur Verfügung, zum Beispiel den Scan auf animierte Figuren zu setzen und diese beispielsweise in die AR-Funktion der Kamera-App einzubinden. Alternativ kann man eingescannte Gesichter auch über einen 3D-Druckservice ausdrucken lassen.

Die Bildqualität der Hauptkamera entspricht auf den ersten Blick der des Xperia XZ Premium, einen direkten Vergleich konnten wir allerdings noch nicht anstellen. Da es sich um die gleiche Kamera handelt, dürften auch die Fotos des Xperia XZ1 besser als die früherer Sony-Smartphones sein, besonders in der Detailzeichnung aber nicht an die Qualität anderer aktueller Topsmartphones wie Samsungs Galaxy S8 herankommen.

Frontkamera mit zweiter Zoom-Einstellung

Die Frontkamera des Xperia XZ1 hat 13 Megapixel und kommt mit einer Schaltfläche, mit der wir zwischen Weitwinkel- und Porträtansicht umschalten können. Die Nahansicht wird allerdings nur durch einen Beschnitt des eigentlich weitwinkligen Sichtfeldes erreicht, einen optischen Zoom gibt es nicht.

Gleiche Prozessoren- und Speicherausstattung wie beim Xperia XZ Premium

Im Inneren des Smartphones arbeitet Qualcomms Snapdragon 835, wie auch beim Xperia ZX Premium und beim Xperis ZX1 Compact. Der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher hat eine Größe von 64 GByte. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist vorhanden.

Mit dieser Ausstattung ist es nicht verwunderlich, dass wir beim Xperia ZX1 flüssig durch die Menüs navigieren können und keine Ruckler festgestellt haben. Genauere Benchmarktests konnten wir allerdings noch nicht machen.

Cat16-LTE und nur Single-SIM in Deutschland

Das Smartphone unterstützt Cat16-LTE und WLAN nach 802.11ac, Bluetooth läuft in der Version 5.0. Ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut. In Deutschland will Sony nur die Single-SIM-Variante des Smartphones verkaufen.

Das Xperia XZ1 ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt. Im Einschalter am rechten Rand des Gerätes ist ein Fingerabdrucksensor eingebaut. Beim Design bleibt Sony seinem kantigen Stil treu, allerdings verzichtet der Hersteller beim neuen Modell auf Spielereien wie ein stark spiegelndes Gehäuse, wie es das Xperia XZ Premium hat. Stattdessen ist das Gerät aus einem matt eloxierten Metall, was sich gut anfühlt, leider aber Fingerabdrücke anzieht.

Auch das Xperia XZ1 hat wieder einen sehr breiten Rahmen um das Display, was verglichen mit anderen Smartphones altbacken aussieht. Sony erklärt die Ränder mit Platzbedarf für den Fingerabdrucksensor und das Kameramodul, unschön finden wie sie trotzdem.

Akku mit etwas gering wirkender Nennladung

Der Akku des Xperia XZ1 hat eine Nennladung von 2.700 mAh, was uns für ein Smartphone mit dieser Größe etwas knapp bemessen vorkommt. Der Akku ist genauso groß wie das wesentlich kleinere und ebenfalls neue Modell Xperia XZ1 Compact. Zu den Laufzeiten hat Sony noch keine Angaben gemacht.

Geladen wird das Smartphone über einen USB-Typ-C-Anschluss, der USB 3.1 unterstützt. Das Xperia XZ1 ist schnellladefähig, einen entsprechend ausgestatteten Ladeadapter liefert Sony allerdings nicht aus - das finden wir beim Preis des Smartphones knauserig. Käufer müssen sich ein Schnellladegerät selber kaufen; das war schon beim XZ Premium so, Sony bleibt hier seiner für uns unverständlichen Linie also treu.

Ausgeliefert wird das Xperia XZ1 mit der neuen Android-Version 8.0 alias Oreo, was löblich ist. Sony installiert wieder seine eigene Benutzeroberfläche auf dem Smartphone, die sich mitunter deutlich vom Standard-Android unterscheidet und einige eigene Sony-Apps bietet. In unseren ersten Tests läuft das System flüssig.

Fazit

Mit dem Xperia XZ1 bietet Sony selbst eine Alternative für das große Xperia XZ Premium. Dieses soll sich dem Hersteller zufolge zwar gut verkaufen, aber manchen Nutzern zu groß und zu teuer sein. Für diejenigen soll das XZ1 eine Option sein: Mit seinem 5,2-Zoll-Display ist das Smartphone kleiner, bietet aber dennoch nahezu die gleiche hochwertige Ausstattung an.

Die Punkte, die Sony verändert hat, sind dabei durchaus sinnvoll: So hat das neue Modell nicht nur einen kleineren, sondern auch niedriger auflösenden Bildschirm. Die Pixeldichte ist dabei hoch genug, dass Inhalte scharf dargestellt werden.

Die verbesserte Kamera des Xperia XZ Premium und der schnelle Snapdragon 835 hingegen sind beim Xperia XZ1 eingebaut. Interessant finden wir die neue 3D-Scan-Funktion, die zugegebenermaßen aber für viele Nutzer eher eine Spielerei sein dürfte. Die Bilder entsprechen qualitativ denen des Xperia XZ1.

Sony teilt die Oberklasse auf

Sonys Idee, die Oberklasse in drei Geräte aufzuteilen, könnte funktionieren: Mit dem Xperia XZ Premium gibt es ein großes Gerät der absoluten Oberklasse, das Xperia XZ1 ist an bestimmten Stellen etwas abgespeckt und vor allem etwas kleiner. Mit dem ebenfalls neuen Xperia XZ1 Compact hat Sony zudem ein kleines Smartphone mit Topausstattung im Portfolio.

Das Xperia XZ1 soll Ende September 2017 erscheinen und 700 Euro kosten. Offiziell kostet das Xperia XZ Premium 750 Euro, vom Herstellerpreis her ist das Xperia XZ1 also 50 Euro günstiger. Im regulären Onlinehandel kostet das Premium-Modell hingegen mittlerweile unter 700 Euro - ist also günstiger als das XZ1. Interessant dürfte das neue Smartphone preislich gesehen eher erst nach einigen Monaten werden.  (tk)


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