Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/qantas-bis-2022-sind-fluege-zwischen-london-und-sydney-geplant-1708-129718.html    Veröffentlicht: 28.08.2017 15:43    Kurz-URL: https://glm.io/129718

Qantas

Bis 2022 sind Flüge zwischen London und Sydney geplant

Trotz aller Fortschritte sind besonders lange Strecken in der kommerziellen Luftfahrt auch heute noch nicht möglich. Die australische Fluggesellschaft Qantas will das gemeinsam mit Flugzeugherstellern bald ändern.

Qantas will eine der letzten Hürden der zivilen Luftfahrt nehmen. Die australische Fluggesellschaft will bis zum Jahr 2022 Flüge von Sydney nach London und retour ermöglichen, wie der Chef der Fluggesellschaft Bloomberg sagte. Eine echte letzte Hürde ist das allerdings nicht, da die Strecke von London nach Auckland in Neuseeland noch etwas anspruchsvoller ist. Neben London denkt Qantas auch an eine Direktverbindung nach Paris oder in eine deutsche Stadt.

Noch geht beides in der kommerziellen Luftfahrt nicht. Flugzeuge mit der entsprechenden Reichweite wurden trotz enormer Bemühungen und Effizienzverbesserungen noch nicht geschaffen. Nur vereinzelte Rekordversuche gibt es in dem Bereich, die mitunter von günstigen Windbedingungen profitierten.

Qantas will nun mit der Industrie einen Weg finden, die Direktflüge zumindest von Sydney aus zu ermöglichen. Qantas will das mit der kommenden Boeing 777X versuchen, die dafür allerdings noch modifiziert werden müsste. Neben London wären dann auch andere europäische Städte erreichbar. Qantas selbst hat schon Erfahrungen mit der Ultralangstrecke. So bedient das Unternehmen etwa Flüge nach Dallas und Los Angeles über den Pazifik. In Zukunft soll Airbus' neuer A350-900ULR zumindest Flüge nahe der 20 Stunden für Qantas ermöglichen. Im Prinzip müssen die beiden Hersteller Airbus und Boeing zusammen mit Qantas nur noch wenige Prozent mehr Flugzeit herausholen. Schwierig ist allerdings der Umstand, dass der ULR-Markt eine kleine Nische ist. Auch weil die Preise für Tickets nicht günstig sind.

Kein verpasster Anschlussflug mehr

Als Vorteile nennt Qantas eine Zeitersparnis von etwa 4 Stunden. Zudem kann nichts mit dem Anschlussflug schiefgehen. Das Argument des besseren Schlafens während des langen Fluges dürfte aber nur für die Business-Klasse gelten.

Problematisch an der Ultralangstrecke ist zusätzlich oft die Wirtschaftlichkeit. Eine einzelne Crew reicht beispielsweise nicht aus und die Crew Rest Area der Flugzeuge muss entsprechenden Platz bieten. Um Gewicht zu sparen, werden die Flugzeuge zudem nicht so eng bestuhlt und ohne zahlungskräftige Geschäftsreisende in der Business Class wird die Finanzierung schwierig. Klassische Ferienziele lassen sich so schwer anbinden.

Allerdings hat sich die Wirtschaftlichkeit mit neuen Flugzeugtypen in den vergangenen Jahren stark verbessert, dass sie sich selbst mit kleinem Fluggerät wie dem Dreamliner (B787) lohnt. United und Singapore Airlines fliegen etwa die Strecke San Francisco - Singapur mit einem Dreamliner beziehungsweise einer A350. Für United ist dies die erste ULR-Verbindung. Der Flug dauert um die 17 Stunden. Ähnlich sind die Strecken von Qatar Airways und Emirates, die von Doha beziehungsweise Dubai nach Auckland führen. Qatar fliegt mit einer B777-200LR und Emirates sogar mit einem A380.

Die bis dato längste Ultralangstrecke von Newark nach Singapur mit fast 19 Stunden Flugzeit wird es mit der Einführung des A350-900ULR bald wieder geben. Singapore Airlines flog die Strecke früher mit dem recht speziellen und seltenen A340-500. Mit der Ausmusterung wurde auch die Direktverbindung eingestellt. Derzeit wird die Strecke mit einer Zwischenlandung in Frankfurt am Main bedient.

Sollten Qantas' Pläne Erfolg haben, wird die Strecke als Rekord abgelöst. Stolze 20 Stunden Flugzeit sind allerdings zu bewältigen. Das dürfte den Fluggästen nur mit einem Mehr an Komfort zumutbar sein, der allerdings automatisch kommt, wenn das Gewicht reduziert werden muss. Mehr Platz pro Fluggast reduziert nämlich auch das Abfluggewicht erheblich.  (ase)


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