Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-git-umzug-von-windows-team-abgeschlossen-1708-129646.html    Veröffentlicht: 23.08.2017 16:55    Kurz-URL: https://glm.io/129646

Microsoft

Git-Umzug von Windows-Team abgeschlossen

Die Entwicklung des Windows-Betriebssystems läuft künftig ausschließlich über Git. Der Umzug auf das neue Werkzeug hat nur rund ein halbes Jahr gedauert und betrifft rund 4000 Entwickler, die für 300 GByte Code verantwortlich sind.

In nur ungefähr einem halben Jahr ist es dem Entwicklungsteam von Windows gelungen, von den bisher verwendeten Werkzeugen zur Codeverwaltung auf das freie Git zu wechseln. Den offiziellen Abschluss der Arbeiten verkündete der für Windows und Geräte zuständige Vice President Gabriel Aul auf Twitter.

Laut einer Erläuterung zu dem Umzug umfasst das Windows-Repository rund 3,5 Millionen Dateien und ist etwa 300 GByte groß. An der Entwicklung von Windows sind darüber hinaus ungefähr 4000 Programmierer beteiligt. Aufgrund des enormen Umfangs musste das Team für die Nutzung des Versionskontrollsystems Git zusätzlich das virtuelle Dateisystem GVFS erstellen.

Seit Beginn der Umstellung zählte das zuständige Team bereits mehrere Hunderttausend einzelne Code-Beiträge. Zudem werden pro Tag durchschnittlich rund 8.400 Push-Beiträge zu dem Repo hinzugefügt und 2.500 Pull-Requests erstellt. Der Quellcode wird außerdem in rund 4.300 Zweigen gepflegt, rund 1.760 Mal am Tag wird Code aus den Quellen gebaut.

Anfang Februar dieses Jahres informierte das Team erstmals öffentlich über seine Pläne und stellte Details zu dem Open-Source-Projekt GVFS vor, um Git für den Verwendungszweck von Microsoft zu beschleunigen. Bei GVFS handelt es sich um ein virtuelles Dateisystem, das verschiedene Operationen von Git und auch den Zugriff auf Dateien beschleunigen soll, denn ohne GVFS wäre Git mit der riesigen Datenmenge schlicht nicht nutzbar.

Git ist ursprünglich von Linux-Erfinder Linus Torvalds als Versionskontrollsystem für die Kernel-Entwicklung erstellt worden. Laut Linux-Entwickler Daniel Vetter ähnelt die Arbeitsweise der Windows-Entwickler auch jener der Linux-Hacker.  (sg)


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