Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/assassin-s-creed-origins-angespielt-ermittlungen-in-der-stinkenden-stadt-1708-129628.html    Veröffentlicht: 23.08.2017 07:15    Kurz-URL: https://glm.io/129628

Assassin's Creed Origins angespielt

Ermittlungen in der stinkenden Stadt

Ein gutgelaunter Strahlemann ist er nicht gerade, der düstere Held in Assassin's Creed Origins. Trotzdem hatten wir beim Anspielen einer Mission in der Stadt Memphis schon viel Spaß mit ihm.

Ein Sandstrand, Palmen und eine imposante Tempelanlage - eigentlich ein schöner Anblick. Trotzdem ist Bayek, die Hauptfigur in Assassin's Creed Origins, gar nicht begeistert, während er sich auf einem kleinen Papyrusboot dem Ufer nähert. "Die Stadt stinkt nach Schlachtfeld und nach Grab", murmelt er und springt an Land. Genauer gesagt: Wir springen an Land, denn wir steuern die Hauptfigur während des Anspieltermins natürlich selbst.

Als Bayek sind wir im altägyptischen Memphis unterwegs - eine von mehreren Städten, die wir erkunden können. Nach ein paar Metern wird uns klar, was das übrigens relativ großproportionierte Riechorgan unseres alter Ego da erschnuppert hat: Direkt vor uns liegt ein riesiges, seitlich aufgeschnittenes Krokodil, wenig später sehen wir auch totes Nilpferd.

Ubisoft hat uns auf der Gamescom 2017 einen der mittleren Einsätze von Origins ausprobieren lassen. Bayek ist 18 Jahre alt und hat Level 21 erreicht - im umfangreichen Talentbaum ist etwas mehr als die Hälfte der aktiven und passiven Fähigkeiten freigeschaltet.

Es wird spannend sein zu sehen, wie die Hauptfigur bei der Community ankommt - wir haben den Eindruck gewonnen, dass Bayek der bislang mit Abstand seltsamste Held der Serie sein dürfte. Er ist einerseits ziemlich spröde und verschlossen, versucht in Gegenwart seiner lebhaften Frau Aya immer wieder über seine Träume sprechen. Er ist als Assassine ein gnadenloser Killer, setzt aber auch sein Leben für einen Unbekannten aufs Spiel - dazu gleich mehr.

Beim Anspielen hatten wir nämlich generell den Eindruck, dass es die Entwickler von Ubisoft dem Spieler auf interessante Art schwermachen, sich in der Welt zurechtzufinden. Das Ägypten im Spiel hat auf uns bei weitem nicht so weichgespült wie in Hollywoodfilmen (Kleopatra) gewirkt. Stattdessen leben die Figuren erkennbar in der Welt ihrer sehr speziellen Mythen und Götter, es gibt Intrigen am Hofe des Pharaos und allerlei Blutopfer im Namen von Anubis und anderen Göttern.

All das spielt auch bei dem Einsatz eine Rolle, den wir als Bayek absolvieren. Direkt nach der Ankunft in Memphis lotst uns das Programm zu unserer Frau Aya, nach einer kurzen und herzlichen Begrüßung wird aber rasch klar, dass es eine unglückliche Liebe ist: Aya muss offenbar in den Dienst der Königin treten.

Gift und Daumen

Bis dahin sollen wir aber erst mal ein paar Bekannten bei der Suche nach einem Vermissten helfen. Bayek und Aya schippern per Boot zum großen Tempel, dann laufen die beiden gemeinsam in die Festung. Bayek durchsucht mit der aus früheren Assassin's Creed bekannten Pulsfunktion die nähere Umgebung und findet Gift - das aber nicht einem Menschen, sondern einem heiligen Rind zugedacht war.

Ein paar Verwicklungen später bekommen wir in einer Schatulle einen frisch abgetrennten menschlichen Daumen gereicht - er gehört Panchrates, dem Verschwundenen. Wir erfahren gleichzeitig, wo er zu finden sein soll, und schicken mit einem Druck auf das D-Pad unseren Adler Senu los. Der Vogel ist eine der wichtigsten Neuerungen von Origins, der bei der Erkundung der Umgebung hilft und gleichzeitig eine Art Ersatz für die abgeschaffte Minimap ist.

Mit Senu finden wir Panchrates: Er befindet sich eine Festung weiter. Wir stürmen sofort dorthin, erklimmen die Sandsteinmauern und liefern uns mit den Wachen einen heftigen Kampf. Den überstehen wir erst im dritten oder vierten Anlauf - dann haben wir eine Chance, weil uns einer der Entwickler verrät, dass wir mit einer bestimmten Tastenkombination den Adrenalinmodus von Bayek aktivieren, in dem er viel besser kämpft als sonst.

Sobald die Wachen erledigt sind, werfen wir den verletzten Panchrates über unsere Schulter und bringen ihn in Sicherheit - Mission erledigt. Ganz nebenbei haben wir gemerkt, dass wir mit der gegenüber früheren Serienteilen geänderten Steuerung inzwischen prima zurechtkommen. Beim Anspielen einer Sequenz auf der E3 im Juni 2017 hatten wir noch ein paar Probleme, inzwischen haben wir uns umgewöhnt und wollen bloß nicht wieder zurück zum früheren System.

Die Grafik macht größtenteils einen fantastischen Eindruck: Ägypten wirkt stimmig und detailreich in Szene gesetzt, alle paar Meter gibt es etwas Neues zu sehen, Animationen und Beleuchtungssystem machen im Vergleich zum letzten Assassin's Creed noch mal einen Sprung nach vorne.

Übrigens konnten wir bereits einige Stunden vor dem Anspieltermin bei Ubisoft am Stand von Microsoft die Fassung für die normale Xbox One und die für die Xbox One X (4K-Auflösung und HDR) kurz nacheinander sehen und hatten den Eindruck, dass die X-Version tatsächlich viel besser aussieht.

Sogar Details jenseits von Kanten und Farben haben auf uns schöner gewirkt, etwa die Schatten - allerdings kann das sowohl an noch ausstehenden Optimierungen liegen als auch an unterschiedlich guten Bildschirmen. Ein bisschen Zeit für den letzten Feinschliff haben die Entwickler ja noch: Assassin's Creed Origins soll am 27. Oktober 2017 für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 erscheinen.  (ps)


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