Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ki-musk-und-andere-fordern-verbot-von-autonomen-kampfrobotern-1708-129603.html    Veröffentlicht: 21.08.2017 18:40    Kurz-URL: https://glm.io/129603

KI

Musk und andere fordern Verbot von autonomen Kampfrobotern

Wer weiß besser, was Roboter anrichten können, als Robotiker? Über 100 Unternehmen aus der Roboter- und KI-Branche fordern in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen ein Verbot autonomer Waffensysteme.

Keine intelligenten Kampfroboter! Eine Initiative aus hochrangigen Vertretern aus der Robotik- und Technologiebranche hat ein Verbot von Kampfrobotern gefordert, die von Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert werden. Zu den prominentesten Unterzeichnern gehören Elon Musk, Chef des Raumfahrtunternehmen SpaceX und des Elektroautoherstellers Tesla, und Deepmind-Gründer Mustafa Suleyman.

"Tödliche autonome Waffen drohen die dritte Revolution in der Kriegsführung zu werden", heißt es in dem Aufruf. Wenn Waffen, die sich selbst steuern, einmal verfügbar seien, dann würden Kriege deutlich größer und schneller, als Menschen es begreifen könnten. Sie könnten von Terroristen oder Despoten gegen Zivilisten eingesetzt werden. Schließlich könnten solche Waffen auch gehackt und auf unerwünschte Weise genutzt werden. "Wir haben nicht viel Zeit zum Handeln. Wenn diese Büchse der Pandora erst einmal geöffnet ist, wird sie nur schwer wieder zu schließen sein."

Roboter entscheiden über Leben und Tod

Gemeint sind dabei Drohnen, Panzer und Maschinengewehre, die von einer KI gesteuert werden und die selbstständig Ziele auswählen und bekämpfen. Bisher fliegen Drohnen zwar automatisiert. Ein Angriff wird aber von Menschen gesteuert.

Der Offene Brief ist an die Conference of the Convention on Certain Conventional Weapons (CCW) der Vereinten Nationen gerichtet. Veröffentlicht ist er auf der Website des Future of Life Institute (FLI). Das FLI hatte vor zwei Jahren schon einmal die Ächtung solcher Waffensysteme gefordert.

Robotiker sehen sich in der Verantwortung

Zu den 116 Unterzeichnern des aktuellen Appells gehören unter anderem Vertreter des französischen Robotikunternehmens Aldebaran Robotics, des russischen Roboterherstellers Promobot sowie von Open Bionics, eines britischen Unternehmens, das bionische Prothesen entwickelt. Als Unternehmen, die sich mit KI und Robotern beschäftigten, fühlten sich sich besonders dafür verantwortlich, vor solchen Systemen zu warnen,, schreiben die Initiatoren. Sie begrüßen den Plan des CCW eine Sachverständigengruppe zu gründen, die für autonome Waffensysteme zuständig ist, und bieten der UN ihre Unterstützung an.

Musk unterstützt das nicht-profitorientierte Forschungsunternehmen Open AI, das sich mit gemeinnütziger KI beschäftigt. Er warnt auch immer wieder vor den Auswirkungen solcher Systeme.  (wp)


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