Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/radeon-rx-vega-56-im-test-amd-positioniert-sich-in-der-mitte-1708-129519.html    Veröffentlicht: 17.08.2017 10:00    Kurz-URL: https://glm.io/129519

Radeon RX Vega 56 im Test

AMD positioniert sich in der Mitte

Die Radeon RX Vega 56 für 400 Euro ist schneller als eine Geforce GTX 1070, aber trotzdem offenbar günstiger. Dem gegenüber steht die Leistungsaufnahme der Vega-Grafikkarte. Unser Test zeigt, dass sie unnötig hoch ausfällt und sich reduzieren lässt.

Auf die von uns getestete Radeon RX Vega 64 folgt die etwas langsamere Radeon RX 56, die deutlich weniger kostet. AMD hat die neue Grafikkarte verglichen mit dem Topmodell nur wenig beschnitten, weshalb die Geschwindigkeit weiterhin sehr hoch ist - was aber auch für die Leistungsaufnahme gilt.

Technische Basis der Radeon RX Vega 56 ist der Vega 10 genannte Grafikchip, der im Vollausbau aus 64 Compute Units und somit 4.096 Rechenkernen besteht. Wie es der Name bereits impliziert, nutzt AMD für die Radeon RX Vega 56 nur GPUs mit 56 Compute Units und daher 3.584 Shadern. Die Chipfrequenz reduziert AMD auf 1.156 MHz Basistakt, der Boost erreicht maximal 1.590 MHz. In unseren Tests taktete die Radeon RX Vega 56 die meiste Zeit mit rund 1.350 MHz, wenn 20 Minuten oder länger ein Spiel in 4K gespielt wurde. Die Speicherfrequenz hat AMD auf 1.600 MHz gesenkt, was zur Rechenleistung passt.

Wir vermessen die Radeon RX Vega 56 erneut in Kombination mit einem Ryzen 7 1800X mit 16 GByte DDR4-Speicher und aktuellen Treibern. Über alle Benchmarks hinweg schiebt sich die Karte zwischen Geforce GTX 1070 und Geforce GTX 1080, wenngleich die AMD-Karte näher am langsameren Modell liegt. Die Leistung entspricht also in etwa einem Custom-Design der Geforce GTX 1070. Auffällig ist, dass die Radeon RX Vega 56 in Battlefield 1 und in CoD Infinite Warfare gut abschneidet, in Dishonored 2 und in Gears of War 4 aber eher schlecht - genauso wie zuvor schon Radeon RX Vega 64.



AMD verwendet beim Referenzdesign der Radeon RX Vega 56 die vom schnelleren Modell bekannte Platine. Damit einher gehen zwei 8-Pol-Anschlüsse, denn ein einzelner würde nur knapp reichen. Unser Muster erreicht in 4K in Battlefield 1 und in Doom eine Leistungsaufnahme von 230 Watt - satte 85 Watt mehr als eine Geforce GTX 1070. Allerdings gibt es auch bei der Radeon RX Vega 56 die Option, per Schalter ein Bios zu laden, das die GPU-Power reduziert.

Ist dieses ausgewählt und wird in den Radeon Settings im Wattman noch das Power-Save-Profil ausgewählt, sinkt die benötigte Energie auf 190 Watt. Der durchschnittliche Chiptakt fällt von 1.350 MHz auf 1.240 MHz. Unsere Benchmarks zeigen, dass die Bildrate in Battlefield 1 und in Doom um 2 bis 3 Prozent sinkt. Die Frametimes zeigen hierbei keine Auffälligkeiten.



Verfügbarkeit und Fazit

AMD will die Radeon RX Vega 56 ab dem 28. August 2017 für 400 Euro in den Handel bringen. Es gilt jedoch abzuwarten, ob dieser Preis haltbar ist, nachdem die Radeon RX 64 schon 650 Euro oder mehr statt 500 Euro kostet. Obendrein sind ab September Custom-Modelle der Vega 56 zu erwarten.

Die Radeon RX Vega 56 hat es aufgrund ihres angeblichen Preises leichter als die Radeon RX Vega 64. Die kleinere Karte ist ein bisschen günstiger als übertaktete Varianten der Geforce GTX 1070, liefert aber in etwa die gleiche Spieleleistung. Die Energieaufnahme fällt dafür höher aus, wenngleich sich das weniger auf die Stromkosten denn auf die Lautstärke der Kühlung auswirkt.

Wer noch ein paar Wochen warten kann, sollte sich die Partnerkarten anschauen, die durch bessere Kühler und leisere Lüfter und eine Übertaktung attraktiver sein dürften als das Referenzdesign der Radeon RX Vega 56.  (ms)


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