Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/zeeus-e-bus-report-in-china-fahren-fast-alle-busse-auf-der-welt-1708-129289.html    Veröffentlicht: 03.08.2017 12:30    Kurz-URL: https://glm.io/129289

Zeeus E-Bus-Report

Fast alle Elektrobusse auf der Welt fahren in China

E-Busse sind hier in Europa noch immer eine Nische. Ganz im Gegensatz zu China, das enorm in batteriebetriebene Fahrzeuge investiert. Die chinesische Metropole Shenzhen soll sogar bis Ende des Jahres nur noch elektrische Busse haben.

Der aktuelle Bericht des Zeeus (Zero Emission Urban Bus System) bestätigt, dass in asiatischen Ländern mit Abstand die meisten elektronisch angetriebenen Busse im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden. China ist mit erheblichem Abstand der größte Nutzer und unterhält mehr als 170.000 elektrische Linienbusse und Reisebusse. Sie werden zum überwiegenden Teil in großen Städten wie Shenzhen, Shanghai, Beijing oder Nanjing eingesetzt.

Weltweit sind etwa 173.000 elektrische Busse im Einsatz, heißt es in dem Bericht. China hat also einen Marktanteil von mehr als 98 Prozent. Interessant ist, dass die Forschung und Entwicklung neuer Technologien größtenteils in Europa stattfindet. Auch Zeeus, eine Initiative aus Europa, hat sich der Verbreitung von Elektrobussen verschrieben.

Dass China einen komplett elektrisierten Nahverkehr anstrebt, zeigt der Zeeus-Report am Beispiel Shenzhen. In der Stadt fahren momentan knapp 4.900 Elektrobusse. Zum Ende des Jahres 2017 will die Stadt alle 16.493 Fahrzeuge auf elektrische Motoren umstellen. Möglich wird diese Investition durch hohe Subventionen und Steuervorteile von der chinesischen Regierung. Pro Bus unterstützt das Land den Käufer mit 81.600 US-Dollar.

Fehlende Infrastruktur hemmt Wachstum

Ein großes Problem, das den Markt für Elektrobusse und andere Elektrofahrzeuge behindert, ist die schlecht ausgebaute Infrastruktur. Das Laden von Akkus ist seit jeher eines der größten Hürden. Neben China sei Südkorea eines der Länder, das kabelloses Akkuladen durch Induktion unterstützt. Die Technologie wurde 2014 entwickelt und ist seit Juni 2015 im Einsatz. Auch hierzulande fahren Induktionsbusse von Bombardier in den Städten Mannheim und Braunschweig und in der Haupstadt Berlin auf der Linie 204.

In westlichen Ländern ist die Motivation, in Elektrobusse zu investieren, nicht ganz so hoch. Die USA nutzen etwa 200 voll batteriebetriebene E-Busse, die meisten davon als Transitfahrzeuge in der kalifornischen Metropole Los Angeles. Die Stadtflotte soll erst bis 2040 vollständig elektrisiert werden. Die US-Regierung subventioniert die Technik mit 55 Millionen US-Dollar vergleichsweise wenig.

Europäische Länder wie Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien und auch Deutschland etablieren Gesetze, die die Umstellung auf elektrische Busse erleichtern sollen. In deutschen Städten wie Berlin und Köln fahren jedoch bisher nur sehr wenige Busse in experimentellen Projekten.  (on)


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