Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/layton-s-mystery-journey-im-test-katrielle-fast-ganz-der-papa-1707-129069.html    Veröffentlicht: 21.07.2017 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/129069

Layton's Mystery Journey im Test

Katrielle, fast ganz der Papa

Mit "Katrielle und die Verschwörung der Millionäre" bekommen iOS- und Android-Spieler erstmals ein vollwertiges Layton-Adventure auf ihre Mobilgeräte. Im Test geben wir Aufschluss darüber, ob der Sprung vom 3DS gelungen ist.

Katrielle Layton ist die Tochter des bekannten Professors Hershel Layton, den Spieler bereits aus zahlreichen Knobel-Adventures vom Nintendo DS, 3DS und einem Kinofilm kennen. In ihrem ersten eigenen Spiel für iOS, Android und den 3DS begleiten Spieler sie direkt ab der Öffnung ihres Detektivbüros in London.

Dass es sich bei dem Abenteuer um einen vollwertigen Serienteil und nicht ein kurzes Mobile Game handelt, merken langjährige Fans und Neulinge schnell: Es gibt ein aufwendiges Anime-Intro, währenddessen Sprachausgabe und der grandiose Soundtrack geht gewohnt direkt ins Ohr. Auch der Umfang ist mit mehr Rätseln als in bisherigen Teilen, verteilt auf 12 faszinierende Fälle, sehr groß. Spieler werden je nach Spielweise zwischen 12 und 20 Stunden oder länger beschäftigt sein.

An der Technik und dem Spielablauf haben die Entwickler von Level 5 nur Nuancen geändert. Spieler untersuchen erst zahlreiche Bildschirme nach Hinweisen, lesen lange und manchmal witzige Dialoge, die die Handlung vorantreiben und lösen selbstverständlich zahlreiche Rätsel. Die Rätsel schwanken in ihrer Qualität, genau wie in den alten Serienteilen. Der Großteil ist aber clever erdacht und motiviert. Neben Mathematik-Sachaufgaben, warten Labyrinthe und Logikrätsel auf ihre Lösung.

Für Katrielle und die Verschwörung der Millionäre bedient sich Level 5 zahlreicher Klischees rund um London und den Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Direkt im ersten Fall geht es um einen verschwundenen Uhrzeiger von Big Ben. Katrielles Hund wird fix Sherl getauft.

Wie bei den bisherigen Teilen gibt es auch im neuen Layton wieder viel zu lesen. Die Dialoge arten stellenweise etwas in ihrer Länge aus, das ist nach wie vor nichts für ungeduldige Spieler. Durch Situationskomik und regelmäßige Handlungswendungen bleibt es aber stets interessant genug. In den ausschweifenden Dialogen erfahren wir zum Beispiel, dass die etwas vorlaute Katrielle ein ziemlicher Vielfraß ist oder ihr Assistent Ernest ganz schön in die gute "Kat" verschossen ist. Die Texte sind gelungen ins Deutsche übersetzt und haben einen seichten Humor. Leider gibt es nicht wie in manchen Layton-Episoden in der Vergangenheit eine deutschen Synchronisation der Anime-Sequenzen. Stattdessen reden die Charaktere dort Englisch und ein paar Figuren haben sogar andere Namen, schade.

Finger statt Stylus

Technisch ist das Abenteuer, das in Japan bereits für den 3DS erhältlich ist, gut für Mobilgeräte angepasst worden. Ein paar Kleinigkeiten nerven uns aber.

Manche Rätsel erfordern das Zeichnen auf dem unteren Teil des Bildschirms für Notizen. Diese sind für Eingaben mit dem Stylus entworfen worden. So können wir in Rätsel 8 zum Beispiel fitzelige Rohre verfolgen und zeichnen mit dem Finger, der durch seine Dicke viel von der Grafik verdeckt. Auch Zahlen bei den Mathematikrätseln lassen sich mit dem Finger schwieriger notieren, als wir das mit dem Stylus gewohnt sind.

Technik, Synchronisation und Fazit

Für die Anime-Sequenzen in 16:9 wechselt das Spiel auf den Landscape-Modus. Dadurch drehen wir häufig den Bildschirm für das Vollbild-Erlebnis. Alternativ werden die Videos im Porträt-Modus klein und zentriert dargestellt. Die Untertitel ragen dann ins Bild. Das war alles in Layton's letztem 3DS Abenteuer Das Vermächtnis von Aslant stimmiger und besser aufgeteilt.

Wir haben das Spiel auf einem iPhone 7 getestet. Auf dem Gerät werden die Dialoge in verhältnismäßig kleiner Schrift dargestellt. Später haben wir das Adventure noch auf einem iPad Air 1 ausprobiert. Da waren die Texte angenehmer zu lesen. Die Level-5-ID lässt sich verknüpfen, um Saves zu übertragen.

Verfügbarkeit

Layton's Mystery Journal: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre ist für iOS- und Android-Geräte erhältlich und kostet 18 Euro. Über den Ingame-Shop können separate Kostüme, mit je einem Zusatzrätsel für je 3 Euro gekauft werden. Wer alles kauft, verdoppelt den Gesamtpreis. Im Oktober 2017 soll das Abenteuer für 35 Euro auf dem 3DS veröffentlicht werden. Der Download beträgt 1,5 GByte Speicher.

Fazit

Katrielle und die Verschwörung der Millionäre ist ein bewährt guter Layton-Serienteil, der auch auf Mobilgeräten überzeugen kann. Die neuen Charaktere wachsen einem spätestens ab dem mysteriösen dritten Kapitel ans Herz, dann werden auch die langatmigen Dialoge erträglicher. Das Rätseldesign ist auf dem gewohnten Niveau einschließlich ein paar Patzern - Fans kennen und tolerieren das.

Die 3DS-Herkunft merkt man dem Spiel trotz einer spielbaren Umsetzung auf Smartphones und Tablets dennoch an. Die 3DS-Fassung wird Ende Oktober stimmiger werden. Mit einem Stylus lassen sich die Rätsel angenehmer bearbeiten als mit dem Zeigefinger und die Bildschirmaufteilung ist optimiert für zwei Bildschirme, nicht einen großen. Das wiederholte Tippen mit dem Finger ist anstrengender als das Knöpfchendrücken zum Vorantreiben der Dialoge.

Das sind aber am Ende nur Details, die dem ansonsten schönen Rätselfeuerwerk im Wege stehen. Wir denken, dass der Papa stolz auf das erste Abenteuer seiner Tochter ist, wo auch immer er stecken mag.

Nachtrag vom 22. Juli 2017:

Das Veröffentlichungs-Update hat dem Spiel deutsche Sprachausgabe und Cloud-Spielstände über die Level-5-ID hinzugefügt. In unserer Testversion 1.0.0.0 waren diese Features noch nicht enthalten.  (mw)


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