Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/autonomes-fahren-continental-will-beim-kartendienst-here-einsteigen-1707-129059.html    Veröffentlicht: 21.07.2017 07:29    Kurz-URL: https://glm.io/129059

Autonomes Fahren

Continental will beim Kartendienst Here einsteigen

Der Autoindustriezulieferer Continental will sich mit etwa acht bis zehn Prozent am Kartendienstleister Here beteiligen. Here ist von einem Konsortium von Autoherstellern vor zwei Jahren für 2,8 Milliarden Euro von Nokia übernommen worden.

Der Autozulieferer Continental will sich laut einem Bericht des Manager Magazins am digitalen Landkartendienst Here beteiligen. Die Verträge seien bereits vorbereitet und sollten im September 2017 unterzeichnet werden. Here wurde 2015 von einem Konsortium aus Daimler, BMW und Audi von Nokia für 2,8 Milliarden Euro gekauft. Mittlerweile ist auch Intel mit einem Anteil von 15 Prozent beteiligt.

Here will für das autonome Fahren hochauflösende Karten bereitstellen, die sich fast in Echtzeit aktualisieren lassen. Zudem sollen die Autos sich gegenseitig vor gefährlichen Verkehrssituationen wie Glatteis warnen können. Die Software-Architektur soll laut Intel gemeinsam mit Audi, BMW und Daimler getestet werden.

Auch drei chinesische Unternehmen beteiligten sich Ende 2016 an Here und erhielten zusammen zehn Prozent am Kartendienst. Dieser Zehnprozentanteil verteilt sich auf den chinesischen Kartenanbieter Navinfo, das chinesische Internetunternehmen Tencent sowie die Investmentfirma GIC aus Singapur.

Here soll Abhängigkeit zu Google vermeiden

Die drei Autohersteller, die Here zunächst übernahmen und deren Anteil sich durch die neuen Partner immer mehr reduziert, wollten sich eine eigene Plattform für Kartendaten und standortbasierte Dienste für künftige autonom fahrende Autos sichern. Mit diesem Schritt soll verhindert werden, dass die Automobilbranche abhängig von Anbietern wie Google wird.

Die drei Autohersteller betonten mehrfach, dass Here als offene Plattform betrieben werde und neue Partner gesucht würden. Das Manager Magazin berichtet, dass auch Ford, Toyota und Renault-Nissan interessiert seien.  (ad)


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