Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/moto-z2-play-im-test-bessere-kamera-entschaedigt-nicht-fuer-kuerzere-akkulaufzeit-1707-128926.html    Veröffentlicht: 17.07.2017 12:10    Kurz-URL: https://glm.io/128926

Moto Z2 Play im Test

Bessere Kamera entschädigt nicht für kürzere Akkulaufzeit

Dünner, leichter, mit mehr Speicher und besserer Kamera. Lenovos Moto Z2 Play hat dem Moto Z Play einiges voraus. Die Akkukapazität hat sich allerdings beim neuen modularen Smartphone nicht nur auf dem Papier verringert, wie unser Test zeigt.

Das Moto Z2 Play ist das dritte Smartphone, das Lenovos modulares Konzept namens Moto Mod unterstützt. Es ergänzt auf dem deutschen Markt das Moto Z und das Moto Z Play. An die Rückseite können Mods mittels Magnetkraft angedockt werden. Die Magnete halten so fest, dass nichts verrutscht oder sich versehentlich löst. Beim Abnehmen ist mitunter einiger Kraftaufwand erforderlich. Der Kamerabereich ragt aus dem Gehäuse heraus und dient als Ankerpunkt für die Module.

Uns standen für den Test das Lautsprecher-Mod und das Mod für induktives Laden zur Verfügung. In einem späteren Artikel haben wir das Turbo Power Pack Mod getestet. Der Hersteller verspricht, dass alte Moto-Mods mit den neuen Geräten funktionieren und umgekehrt.



Die beiden neuen Mods haben anstandslos auch am ersten Moto Z Play ihren Dienst verrichtet, und das erste Lautsprecher-Mod funktionierte problemlos am neuen Moto Z2 Play. Sobald ein neues Mod mit dem Smartphone verbunden wird, erhält der Anwender eine Kurzanleitung zu den Möglichkeiten des entsprechenden Moduls.

Lautsprecher-Mod wird mitgeliefert

Lenovo verkauft das Moto Z2 Play im Paket mit dem neuen Lautsprecher-Mod Soundboost 2 von JBL. Mit diesem Schritt will das Unternehmen Käufern die Möglichkeit geben, die modularen Möglichkeiten gleich zu nutzen. Unserem Testmuster lag eine Ausführung in Blau bei. Wenn das Smartphone in den Handel kommt, wird ein schwarzes Modell dabei sein, verspricht der Hersteller.



Technisch hat sich am neuen Lautsprecher nichts geändert. Er hat wieder zwei 27-mm-Lautsprecher mit einer Musikleistung von jeweils 3 Watt. Klanglich konnten wir keine Unterschiede zwischen den beiden Lautsprechern feststellen. Beide bieten einen für die Gerätegröße ordentlichen Bass, und auch bei maximaler Lautstärke gibt es keine Verzerrungen. Höhen und Tiefen werden klar und deutlich wiedergegeben.

Praktischer Standfuß ist geblieben

Geblieben ist der praktische, ausklappbare Standfuß, mit dem der Lautsprecher zusammen mit dem Smartphone aufgestellt werden kann. Beim Schauen von Filmen ist das angenehm, aber auch beim Abspielen von Musik kann das Smartphone so bequem bedient werden. Wenn der Soundboost ohne Standfuß etwa auf einen Tisch gelegt wird, klingt er deutlich dumpfer.

Auch im Soundboost 2 befindet sich ein 1.000-mAh-Akku - damit wird eine kontinuierliche Musikwiedergabe von bis zu zehn Stunden versprochen. Beim alten Lautsprecher war es nicht ohne Weiteres möglich, sich den Akkustand anzuschauen. Bei dem neuen Modell wird der Ladestand gleich an drei Stellen angezeigt: In den Benachrichtigungen, in der Moto-Mod-Schnelleinstellung sowie im Moto-Mod-Menü in den Android-Einstellungen.

Es gibt noch einige weitere Änderungen: Der Soundboost 2 ist 1,5 mm dicker und 20 Gramm schwerer als das Vorgängermodell. Mit einem Gewicht von 135 Gramm und einer Dicke von 14,5 mm ergibt das zusammen mit dem Smartphone ein recht dickes Paket. Das neue Modell hat ein spritzwassergeschütztes Gehäuse, und das Lautsprechergitter ist nicht mehr aus hartem Kunststoff, sondern aus einem weicheren Bezug. Außerdem ist das Lautsprechergitter jetzt herumgezogen und damit auch an den Seiten zu finden - das sieht schöner aus.

Equalizer-App gibt es gratis

Beim ersten Verbinden mit dem Soundboost 2 wird auf eine spezielle Equalizer-App verwiesen, die im Play Store heruntergeladen werden kann und den Klang verändert. Diese funktioniert nicht mit dem ersten Soundboost. Die Equalizer-App kennt sechs verschiedene Voreinstellungen. Dazu gehören Metal, Pop, Rock, Klassic, Jazz und ein Normalmodus. Eine Feinjustierung des Equalizers gibt es nicht. Demnächst soll mittels Software ein räumlicheres Klangbild möglich werden. Die Funktion Panorama Sound kann bereits ausprobiert werden, der Klang wird dadurch deutlich weiträumiger.



Der Akku im Lautsprechermodul arbeitet komplett unabhängig vom Smartphone. Es ist nicht möglich, den Lautsprecher-Akku mit dem Smartphone oder umgekehrt den Smartphone-Akku mit dem Lautsprecher-Modul aufzuladen. Zum Laden des Lautsprecher-Akkus ist wieder ein USB-Typ-C-Anschluss am Modul vorhanden.

Das Lautsprechermodul verlangt zwingend nach einem Moto-Z-Smartphone, denn es gibt keine Klinkenbuchse oder Bluetooth-Anbindung, um andere Geräte damit zu betreiben. Das finden wir unpraktisch, denn der Lautsprecher könnte ansonsten etwa auch mit einem Tablet oder einem anderen Smartphone im Haushalt verwendet werden.

Trotzdem hat der Soundboost 2 so viele Verbesserungen erhalten, dass wir ihn auf jeden Fall dem ersten Soundboost vorziehen, zumal beide einzeln für 100 Euro verkauft werden.

Lenovo bringt auch ein Modul mit drahtloser Ladefunktion.

Induktives Laden als Modul nachrüstbar

Als weiteres neues Mod hat Lenovo das Moto Style Shell mit kabelloser Ladefunktion bereitgestellt. Das vielversprechende Turbo Power Pack war bis Redaktionsschluss noch nicht verfügbar. Das Mod ist mit 3,25 mm nur minimal dicker als ein normales Moto Style Shell und ermöglicht drahtloses Aufladen mit bis zu zehn Watt. Befindet sich das Cover am Moto Z2 Play, ist die Kameralinse in einer kleinen Mulde und das Smartphone wackelt nicht, wenn es auf dem Tisch liegt und bedient wird. Es funktioniert mit Qi- und PMA-Ladeschalen. Die Module sollen in verschiedenen Designs erscheinen, so dass der Kunde das Design seines Smartphones damit noch verändern kann. Wir hatten eines mit angerauter Kunststoffrückseite.



Wenn das Modul mit einem Moto-Z-Smartphone verbunden ist, kann der Akku im Smartphone geladen werden, indem das Smartphone auf eine passende Ladeablage gelegt wird. Diese muss separat angeschafft werden. Auf dem Display wird die Erkennung einer drahtlosen Ladestation kurz angezeigt. Beim Aufladen wird das Smartphone entsprechend warm, aber nicht heiß.

Mod-Ökosystem noch mit Problemen

Seit der Markteinführung der ersten Moto-Z-Smartphones im Herbst 2016 ist kein einziges neues Mod auf den Markt gekommen. Im August 2017 sollen die neuen Mods zusammen mit dem Turbo Power Pack kommen. Vorher will Lenovo das für das Frühjahr versprochene Akku-Mod nachliefern. Noch bis zum Jahresende will Lenovo - abgesehen vom Gamepad-Mod - sieben weitere Module auf den Markt bringen. Welche das sein werden, ist noch nicht bekannt.



Obwohl Lenovo jetzt einiges unternimmt, krankt das Modularsystem noch an zu geringer Auswahl. Ein Modul zum induktiven Laden hätten wir uns schon zum Marktstart der ersten Moto-Z-Geräte gewünscht, und es wirkt halbherzig, dass es erst jetzt erscheint. Besonders innovativ ist so ein Modul schließlich nicht. US-Kunden können schon länger ein Akkumod mit eingebauter Induktivladung kaufen. Ein vergleichbares Produkt wird es in Deutschland auf absehbare Zeit auch weiterhin nicht geben.

Moto Z2 Play hat wieder ein 5,5-Zoll-Display

Durch das Kompatibilitätsversprechen ist die Modulgröße vorgegeben und damit auch die Größe der Moto-Z-Smartphones. Beim Moto Z2 Play hat sich im Vergleich zum Vorgänger also nicht so viel verändert, was die Geräte- und damit die Displaygröße betrifft. Auch das neue Modell hat einen 5,5 Zoll großen Amoled-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, der mittels Gorilla-Glas vor Kratzern und Beschädigungen geschützt wird.

Inhalte werden entsprechend scharf dargestellt, die Farbwiedergabe ist angenehm und die Blickwinkelstabilität ist vorbildlich. Bei maximaler Helligkeit sind Inhalte auf dem Display auch bei strahlendem Sonnenschein gut zu erkennen. Umgekehrt kann das Display bei dunkler Umgebung angenehm weit heruntergeregelt werden, so dass es im Dunkeln nicht unangenehm blendet.

Fingerabdrucksensor reagiert schnell

Das Moto Z2 Play hat vorne unterhalb des Displays einen Fingerabdrucksensor, der schnell und zuverlässig reagiert. In der Standardkonfiguration wird das Smartphone darüber nicht nur entsperrt, sondern auch ausgeschaltet, sobald ein Fingerabdruck hinterlegt ist. Das Ausschalten geht dann auch mit den Fingern, die nicht als Abdruck hinterlegt sind.



Das Verhalten ist vom Moto Z Play bekannt und anfangs etwas ungewohnt. Denn der Button unterhalb des Displays wird bei vielen anderen Android-Smartphones zum Aufrufen des Hauptbildschirms genutzt. Wir fanden es aber nach einiger Gewöhnung durchaus praktisch, über den Sensor das Smartphone auch ausschalten zu können.

Bedienung mit einem Knopf zuschaltbar

Im Unterschied zum Vorgängermodell gibt es für das neue Modell dann noch die Verbesserungen, die mit der Moto-G5-Modellreihe eingeführt wurden. Denn wer den Fingerabdrucksensor lieber zum Aufrufen des Hauptbildschirms nutzen möchte, kann das jetzt auch tun. In der Moto-Action-App gibt es dafür die Option Ein-Tasten-Steuerung.

Dann wird die Leiste mit den Android-Bedienungsknöpfen ausgeblendet - der Nutzer erhält so mehr Platz auf dem Display. Die fehlenden Bedienungsknöpfe werden mit Wischbewegungen über den Fingerabdrucksensor aufgerufen. Ein Wisch nach links entspricht dem Druck auf den Zurück-Button. Die App-Übersicht erscheint, indem nach rechts über den Sensor gewischt wird. Wird bei eingeschaltetem Display auf den Sensor gedrückt, öffnet sich der Startbildschirm.

Das Abschalten des Smartphones ist dann weiterhin möglich, der Finger wird dazu ein wenig länger auf dem Sensor gelassen. Dazu muss anders als bei deaktivierter Eintastensteuerung die Fingerabdrucksperre nicht aktiv sein. Wenn der Finger noch länger drauf bleibt, kann so Google Assistant aufgerufen werden, der jetzt gleich mitgeliefert wird. Die im Februar 2017 in Aussicht gestellte Alexa-Integration ist hingegen nicht vorhanden.

Die oben beschriebenen Wischgesten müssen zügig und korrekt erfolgen, ansonsten wird auch mal der Startbildschirm aufgerufen oder das Display abgeschaltet. Obwohl die Steuerung nach kurzer Eingewöhnung intuitiv ist, bevorzugen wir Sensorbereiche neben dem Fingerabdrucksensor, weil diese eine einfachere Bedienung ermöglichen als solche Wischgesten. Wer aber unbedingt etwas mehr Platz auf dem Display haben möchte, kann das so realisieren. Für ältere Moto-Smartphones wird es die Eintastensteuerung nicht als Update geben, wie uns Lenovo auf Nachfrage sagte.

Deutliche Verbesserungen gibt es bei der Kameraleistung.

Verbesserte Kamera

Einer der Kritikpunkte am Moto Z Play war die nicht gerade überragende Kameraleistung. Das bessert sich mit dem Moto Z2 Play erheblich. Aus der 16-Megapixel-Kamera ist eine 12-Megapixel-Dual-Pixel-Kamera mit Laser-Autofokus und einer Blende von f/1.7 geworden. Der Autofokus soll eine Reichweite von bis zu fünf Metern haben und weiter entfernte Objekte damit noch scharfstellen können.

Die Kamera liefert eine Fotoqualität, die nahe am Niveau der Kameras von Oberklasse-Smartphones ist. Die Moto-Z2-Play-Fotos liefert viele Details, und auch beim starken Hineinzoomen sind noch viele Details zu erkennen, wenn Fotos bei Sonnenlicht oder Tageslicht aufgenommen werden. Während die Kamera des Moto Z Play beim starken Hineinzoomen nur noch Pixelbrei anzeigt, sind auf den Fotos des Moto Z2 Play feine Details zu erkennen.

Rauschanteil bei schlechten Lichtverhältnissen tolerabel

Die Farbwiedergabe ist angenehm natürlich und der Weißabgleich korrekt. Bildrauschen fällt erst auf, wenn sehr stark in ein Foto hineingezoomt wird. Das verhilft den Fotos zu dem guten Schärfeeindruck. Bei schlechten Lichtverhältnissen steigt das Rauschen, wenn gezoomt wird. Für eine Smartphone-Kamera sind die Ergebnisse aber durchaus gut.



Der Autofokus reagiert schneller als beim Vorgängermodell. Beim Moto Z Play konnte die Kamera den Fokuspunkt gelegentlich nicht scharfstellen und es kam zu einem Pumpeffekt. Dieses Problem hat Lenovo beim Moto Z2 Play offenbar im Griff, bei uns kam das nicht mehr vor. Auf der Vorderseite befindet sich wieder eine 5-Megapixel-Kamera, die mit einem zweifachen LED-Blitz versehen ist und für Videotelefonate oder Selbstporträts verwendet werden kann.

Die Kamera-App kann bei Bedarf wieder durch Drehen des Geräts aufgerufen werden. Verschwunden ist hingegen leider die Option, die Kamera-App mit einem zweifachen Druck auf den Ein-Aus-Schalter zu starten. Wir fanden es praktisch, die Kamera-App auch darüber aufrufen zu können. Die Moto-Z2-Play-Kamera hat keinen optischen Bildstabilisator, so dass es entsprechend leicht zu verwackelten Aufnahmen kommen kann.

Mehr Speicher

Das Moto Z2 Play bietet deutlich mehr Speicherplatz als das Moto Z Play, denn die kleinere Ausführung der Neuausgabe wird in Deutschland gar nicht erst angeboten. Hierzulande wird das Smartphone immer mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Flash-Speicher verkauft. Zum Vergleich: Das erste Moto Z Play hat 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher. Mit der Speicherverdopplung wird der Einsatz einer Speicherkarte für den einen oder anderen weniger notwendig. Ansonsten kann im Moto Z2 Play eine Speicherkarte mit bis zu zwei TByte Kapazität verwendet werden.



Mit vier GByte Arbeitsspeicher reagiert das Moto Z2 Play immer schnell. Apps sind zügig aufgerufen und bleiben auch entsprechend lange im Speicher, so dass sie schnell wieder erscheinen, wenn sie erneut aktiviert werden. Bereits mit dem Moto Z Play gab es hier keinerlei Probleme, so dass das eine GByte mehr Arbeitsspeicher in der Praxis nicht sonderlich auffällt.

Benchmarks auf Mittelklasseniveau

Bei täglichen Aufgaben reagiert das Moto Z2 Play immer schnell, es treten keine lästigen Wartezeiten auf. Alle Befehle werden unmittelbar umgesetzt, Apps sind ratzfatz geladen - so kennen wir es vom Moto Z Play. Einen großen Geschwindigkeitsschub gibt es mit dem neuen Prozessor nicht. Der Snapdragon 626 entspricht weitestgehend dem Snapdragon 625, der auch im Vorgängermodell verwendet wird.

Der neue Prozessor läuft nun mit 2,2 GHz statt zuvor 2 GHz, bei den Grafik-Benchmarks gibt es hier keinen Unterschied. In den Benchmarks Icestorm Unlimited und den diversen GFX Bench-Runden wurden fast identische Werte ermittelt wie beim Moto Z Play. Auch das neue Modell ist also eher nicht für grafikintensive Aufgaben gerüstet. Bei alltäglichen Aufgaben fällt das allerdings überhaupt nicht auf.

Die leicht erhöhte Prozessorgeschwindigkeit macht sich im Prozessor-Benchmark Geekbench mit geringfügig besseren Messwerten bemerkbar. Das Moto Z Play schafft einen Single-Wert von 837, und im Double-Lauf sind es 4.205 Punkte. Beim Nachfolger erhöht sich der Single-Wert auf 911, und die Double-Punkte liegen bei 4.620 Zählern.

Das Moto Z2 Play hat eine vollwertige Dual-SIM-Funktion, und Lenovo verspricht, diesmal nicht das Kuddelmuddel des Vorgängers zu verursachen.

Vollwertiges Dual-SIM-Gerät

Beim ersten Moto Z Play hat sich Lenovo einigen Ärger eingehandelt. Viele Händler haben das Smartphone anfangs mit Dual-SIM-Funktion beworben, dann aber nur eine Single-SIM-Variante verkauft. Der reguläre Handel erhielt von Lenovo immer nur das Single-SIM-Modell. Regulär kann die Dual-SIM-Variante nur über die Motorola-Webseite des Moto Z Play bezogen werden.

Beim Moto Z2 Play soll es diese Zweiteilung nicht mehr geben. Lenovo verspricht, dass das neue Modell überall in Deutschland als Dual-SIM-Variante angeboten wird. Wie bei Lenovo üblich, gibt es wieder einen vollwertigen Dual-SIM-Slot: Der Anwender kann zwei Nano-SIM-Karten und parallel eine Micro-SD-Karte mit bis zu zwei TByte verwenden.

Dual-SIM lässt sich komfortabel einstellen

Unverändert gibt es die vorbildliche Dual-SIM-Konfiguration. Je nach Bedarf kann der Nutzer die gewünschte Einsatzmöglichkeit wählen. So kann er bestimmen, dass eine SIM-Karte als Hauptkarte verwendet wird, die andere als Nebenkarte. Der Nutzer kann zwischen beruflichem und privatem Einsatz wählen, eine Automatik aktivieren, oder er konfiguriert die beiden SIM-Karten ganz individuell. So kann eine der beiden Karten für Sprache und die andere für SMS gewählt werden. Auch bei der Datennutzung hat der Nutzer die freie Auswahl bei den SIM-Karten.



Das LTE-Smartphone bietet Dual-Band-WLAN, aber ohne ac-Unterstützung. Für ein Smartphone dieser Preisklasse ist das für heutige Verhältnisse nicht zeitgemäß. Zudem sind Bluetooth 4.2 LE + EDR, NFC und GPS dabei. Neben einem USB-Type-C-Anschluss gibt es auch wieder eine normale 3,5-mm-Klinkenbuchse, um darüber handelsübliche Kopfhörer nutzen zu können.

Praktisches Inaktivitätsdisplay

Das Moto Z2 Play wird mit Android 7.1.1 alias Nougat ausgeliefert. Wie bei Lenovo üblich gibt es keine Anpassungen an der Oberfläche und das Smartphone erscheint auch gleich mit dem Pixel-Launcher samt Google-Feed-Integration. Auf der Hauptseite des Startbildschirms genügt ein Wisch nach rechts und Google Feed steht bereit, also das ehemalige Google Now. In das Moto Z Play wurde der Google Assistant integriert, der beim Vorgängermodell weiterhin fehlt.

Es gibt aber mit Moto Actions einige Besonderheiten, die den alltäglichen Einsatz des Smartphones ein Stück weit angenehmer machen: Das Moto-typische Inaktivitätsdisplay schaltet sich bei neuen Benachrichtigungen kurz ein. Der Nutzer sieht mit einem Blick, welche neuen Nachrichten vorliegen und kann diese mit einem Wisch nach oben öffnen. Mit einem Wisch nach unten wird die Benachrichtigung ignoriert.

Sobald sich eine Hand dem Gerät nähert oder es angehoben wird, schaltet sich das Display ebenfalls ein und zeigt die anstehenden Benachrichtigungen. Der Nutzer sieht damit sehr schnell, ob er auf eine Benachrichtigung reagieren muss, ohne das Smartphone entsperren zu müssen. Außerdem kann damit etwa der Musikplayer bedient werden, ohne auf einen Knopf drücken zu müssen. Smartphone aus der Hosentasche holen und dann ein Lied vorspringen ist so bequem möglich, weil die Steuerelemente auf dem Sperrbildschirm angezeigt werden.

Displayverkleinerung mit anderen Gesten

Eine Benachrichtigungs-LED hat das Smartphone leider nicht. Diese würde das Inaktivitätsdisplay gut ergänzen, der Nutzer würde auch aus der Ferne mit einem Blick sehen, dass Nachrichten vorliegen. Der Nutzer muss dafür aktiv auf das Display schauen. Uns fehlt weiterhin eine Möglichkeit, die Dauer festzulegen, wie lange das Display eingeschaltet bleiben soll. Es geht schon nach etwa zwei Sekunden wieder aus, und wir würden hier gern einen längeren Zeitraum bestimmen können.

Der Displayverkleinerungsmodus wurde beim Moto Z2 Play anders als beim Vorgängermodell umgesetzt. Diese Funktion verkleinert den sichtbaren Bereich, damit sich das Smartphone besser einhändig bedienen lässt. Beim neuen Modell muss von der Displaymitte nach links oder rechts unten gewischt werden. Dann wird der sichtbare Bereich nach links oder rechts verkleinert.



Damit steht die Einhandbedienung sowohl für Links- als auch für Rechtshänder bereit. Die neue Bedienung ist etwas logischer, aber auch das neue System ist nicht ganz vor falschen Erkennungen gefeit. Es gelingt nicht immer auf Anhieb, den Verkleinerungsmodus zu aktivieren.

Nützliche Moto-Action-Funktionen

Praktisch ist auch, dass sich der Klingelton bei Bedarf abschaltet, sobald das Smartphone angehoben wird. Dann vibriert es nur noch, und der Angerufene kann erst einmal schauen, wer anruft, und dann ohne Stress durch einen störenden Klingelton entscheiden, wie er auf den Anruf reagiert. Durch ein doppeltes Hacken in die Luft schaltet sich das Kameralicht ein und das Smartphone fungiert als Kamera, ohne dass man erst irgendwelche Knöpfe suchen muss.

Bei der Akkulaufzeit kommt das Moto Z2 Play nicht an die guten Ergebnisse des Vorgängers heran - liefert aber noch immer gute Werte.

Gute Akkulaufzeit, aber kein Rekordwert

Anders als beim Moto Z Play liegt ein separates USB-Type-C-Kabel und ein dazu passendes Schnellladenetzteil bei. Beim Vorgängermodell gab es nur ein Schnellladenetzteil mit fest verbundenem Kabel. Kunden mussten sich ein USB-Type-C-Kabel noch zulegen, wenn sie keines hatten und eines brauchten.

Der Hersteller verspricht, dass der 3.000-mAh-Akku im Moto Z2 Play mit dem Schnellladenetzteil in einer halben Stunde zu 50 Prozent aufgeladen werden kann, wenn der Akku leer ist. Das klappte bei uns nicht, nach einer halben Stunde hatte der Akku einen Stand von 37 Prozent; 50 Prozent waren dann mit dem mitgelieferten Netzteil nach 40 Minuten erreicht. Beim Aufladen wird das Smartphone recht warm. Hier gefällt uns das Konzept der Oneplus-Smartphones besser, die Hitze entwickelt sich dort im Netzteil, das Smartphone selbst wird nicht sonderlich heiß.



Lenovo gibt an, dass der Akku eine Laufzeit von bis zu 30 Stunden schaffe. Das ist deutlich weniger als beim Moto Z Play, das eine besonders lange Akkulaufzeit hat. Lenovo gibt für das Vorgängermodell eine Laufzeit von 50 Stunden an. Diesen Wert konnten wir selbst bei intensiver Nutzung sogar übertreffen.

In der Praxis genügt es bei durchschnittlicher Nutzung, den Akku im ersten Moto Z Play alle drei Tage zu laden; dabei ist das Display oft eingeschaltet. Bei intensiver Nutzung sind zwei Tage ohne Nachladen problemlos möglich. Im Praxiseinsatz kommen wir bei einer Laufzeit von zwei bis drei Tagen auf Display-an-Zeiten von bis zu neun Stunden. Smartphones anderer Hersteller erreichen meist nicht einmal die Hälfte davon.

Kürzere Akkulaufzeit als das Moto Z Play

Mit dem Moto Z Play können wir ein Full-HD-Video bei maximaler Helligkeit ununterbrochen 18 Stunden am Stück abspielen - ein Rekordwert. Dafür steckt im Smartphone auch ein 3.510-mAh-Akku und das Gehäuse ist vergleichsweise dick und schwer. In der Praxis stört es aber nicht, und die lange Akkulaufzeit ist ein mehr als angemessener Ausgleich dafür.

Beim Nachfolger war es Lenovo offenbar sehr wichtig, das Smartphone dünner und leichter zu machen. Mit einem Gewicht von 145 Gramm ist es 20 Gramm leichter als das Vorgängermodell und 1 mm dünner - nur nicht an der Kamera. Diese ragt beim Moto Z2 Play weiter aus dem Gehäuse heraus als beim Vorgängermodell.

Vor allem mit einem normalen Style Shell Cover fällt das unangenehm auf. Beim Vorgängermodell bildeten Kamerateil und Cover eine plane Ebene. Beim Moto Z2 Play ragt der Kamerakreis noch etwa 1 mm heraus, wenn ein normales Style Shell Cover angebracht ist. Ein deutlich besseres Zusammenspiel gibt es mit dem Style Shell Cover mit induktiver Ladefunktion. Befindet es sich am Smartphone, das auf dem Tisch oder einer planen Unterlage liegt, wackelt es, wenn es bedient wird. An sich verleiht das dünnere Gehäuse des Moto Z2 Play dem Smartphone etwas mehr Eleganz, es wirkt filigraner.

Das dünnere Gehäuse und das geringere Gewicht gehen aber auf Kosten der Akkukapazität. Der fest verbaute 3.000-mAh-Akku hat 510 mAh weniger Leistung als das Vorgängermodell. Das macht sich in den Testergebnissen durchaus bemerkbar: Das Traumresultat des Vorgängers wird mit dem Moto Z2 Play nicht mehr erreicht. Die Akkulaufzeit ist mit 14 Stunden Nonstop-Wiedergabe eines Full-HD-Videos bei maximaler Displayhelligkeit verglichen mit anderen Smartphones aber immer noch ein hervorragendes Ergebnis.

Wir verwendeten das Moto Z2 Play 30 Stunden sehr intensiv und hatten dann noch 10 Prozent Akkuladung übrig. Dabei war der Bildschirm sehr oft an, die Displayhelligkeit überwiegend auf das nötige Minimum im Innenraumeinsatz eingestellt. So kamen wir auf eine Display-an-Zeit von elf Stunden. Bei normal intensiver Nutzung sollten also zwei Tage Einsatzzeit machbar sein; die drei Tage des Vorgängers wird man so aber nicht schaffen. Damit bietet das Moto Z2 Play noch immer eine vorzügliche Akkulaufzeit, aber eine Steigerung gegenüber dem Moto Z Play ist eben nicht möglich.

Rückseite mit angerauter Oberfläche

Die Verarbeitung des Smartphones ist hochwertig, das Gehäuse ist sehr stabil und verwindungssteif. Das Moto Z2 Play hat diesmal eine Metallrückseite bekommen - mit leicht angerauter Oberfläche. Dadurch wirkt das Smartphone weniger rutschig. Das Vorgängermodell hatte eine sehr glatt polierte Glasrückseite.

Beim alten Moto Z Play zogen wir es vor, ein Style-Sheet-Mod mit rauer Oberfläche zu verwenden, damit das Smartphone nicht so leicht aus der Hand gleitet. Beim Moto Z2 Play sehen wir dafür keinen Bedarf mehr - ein normales Style-Sheet-Mod fehlt uns weniger. Allerdings bleibt das Problem, dass der Moto-Mod-Anschluss dann stärker äußeren Einflüssen ausgesetzt ist.

Verfügbarkeit und Fazit

Lenovo bringt das Moto Z2 Play im August 2017 für 520 Euro auf den deutschen Markt. Alle Käufer erhalten dann das Lautsprecher-Mod Soundboost 2 von JBL im Gegenwert von 100 Euro. Dafür liegt dem Karton kein normales Style Shell Mod als Platzhalter für die Rückseite bei. Lenovo bietet die Style-Shell-Mods für 20 Euro an.

Wer das Moto Z2 Play derzeit auf der Motorola-Webseite vorbestellt, wird das Smartphone aber wohl ohne den Lautsprecher-Mod und stattdessen mit einem Style-Shell-Mod erhalten. Jedenfalls ist der Soundboost 2 auf der Smartphone-Produktseite nirgends erwähnt.

Das JBL Soundboost 2 wird auch einzeln für 100 Euro verkauft. Das Moto Style Shell mit kabelloser Ladefunktion kostet 50 Euro. Beides soll im August 2017 auf den Markt kommen.

Fazit

Wer sich für das Modular-Konzept von Lenovo begeistern kann, bekommt mehr Auswahl: Mit dem Moto Z2 Play wird hierzulande ein drittes Modell angeboten. Es ist ein ordentliches Smartphone mit einer guten Kamera, einer vergleichsweise langen Akkulaufzeit, viel Speicher und einer mehr als ausreichenden Geschwindigkeit für tägliche Aufgaben. Aber vor allem bei der Akkulaufzeit hätten wir uns mehr von einem Nachfolgemodell erhofft.

Wir finden es bedauerlich, dass sich Lenovo bewusst gegen ein rundum aufgestocktes Moto Z Play entschieden hat. In fast allen Belangen ist das Moto Z2 Play besser als das Vorgängermodell - nur nicht bei der Akkulaufzeit. Die Akkulaufzeit ist beim Moto Z2 Play zwar in der Praxis vergleichsweise lang, bleibt aber eben hinter den Möglichkeiten des Vorgängers zurück. Die Gerätedicke des Moto Z Play hat uns nicht gestört, und wir ziehen eine möglichst lange Akkulaufzeit in jedem Fall vor, wenn es nur um eine Platzersparnis von 1 mm geht.



Erfreulich ist die Entscheidung von Lenovo, das Moto Z2 Play gleich mit dem neuen Lautsprecher-Mod auszuliefern. Käufer erhalten so ohne zusätzliche Investitionen ein Gefühl dafür, was mit dem modularen System möglich ist. Die meisten hätten sich allerdings sicherlich mehr über ein Akku-Mod gefreut, weil es im Alltag sinnvoller ist - zumal die Einsatzmöglichkeiten des Lautsprecher-Mods leider beschränkt sind: Mangels anderer Anschlüsse kann der Lautsprecher nur mit Moto-Z-Smartphones verwendet werden.

Lenovo hat sein Versprechen der Kompatibilität bezüglich Moto Mods eingehalten. Auch die neuen Mods funktionieren weiterhin mit bisherigen Moto-Z-Smartphones und umgekehrt. Die Mod-Auswahl lässt aber noch etwas zu wünschen übrig, und hier bleibt nur die Hoffnung, dass im Laufe des Jahres noch einiges passiert und Besitzer eines Moto-Z-Smartphones mehr Auswahl bekommen.

Wer bereits das Moto Z Play besitzt, wird kaum zum Nachfolger wechseln wollen. Vor allem bei der Kamera und der Speicherbestückung schneidet das Moto Z2 Play zwar besser ab. Rundum bessere Werte liefert es aber nicht, da die Akkulaufzeit um einiges kürzer ausfällt. Womöglich verschiebt Lenovo die Prioritäten für das Moto Z Play der dritten Generation wieder in Richtung längere Akkulaufzeit.

Nachtrag vom 1. November 2017

Wir haben das Turbo Power Pack Mod nachgetestet, das zum Test des Moto Z2 Play noch nicht verfügbar gewesen ist. Das neue Akkumodul ist grundlegend verbessert worden und bietet mehr Möglichkeiten als das Akkumodul von Incipio.  (ip)


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