Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutschland-substanzielle-verstaerkung-des-glasfaserausbaus-noetig-1707-128884.html    Veröffentlicht: 12.07.2017 17:06    Kurz-URL: https://glm.io/128884

Deutschland

Substanzielle Verstärkung des Glasfaserausbaus nötig

Zum Aufbau eines 5G-Netzes braucht Deutschland substanziell mehr Glasfaser. Das räumte das Bundesverkehrsministerium ein. Die Opposition bezweifelt jedoch, dass das erreicht wird.

Das Bundeskabinett hat die 5G-Strategie für Deutschland beschlossen. Wirtschaft und Politik seien sich einig, dass "vor allem eine substanzielle Verstärkung des Glasfaserausbaus zur Anbindung von Mobilfunkbasisstationen in städtischen und ländlichen Regionen erforderlich ist", heißt es in dem Strategiepapier, das am 12. Juli 2017 vorgestellt wurde. "Wir wollen, dass Deutschland bis 2025 ein hochleistungsfähiges 5G-Netz bereitstellt. Mit der Strategie bringen wir 5G in die Fläche: Wir forcieren den Netzrollout, stellen Frequenzen bereit und erproben 5G in Städten und Kommunen", gab Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bekannt. "Bis spätestens Ende 2020 sollen die Voraussetzungen für den Rollout der 5G-Netze geschaffen werden".

Den Angaben zufologe sind schon heute den Mobilfunknetzbetreibern in Deutschland für 5G nutzbare Frequenzen zugeteilt. Weitere Frequenzen sollen schnell bereitgestellt werden. Für das 2-GHz-, und 3,5-GHz- Spektrum soll dies im Jahr 2018 geschehen.

Mobilfunk-Basisstationen müssten mit leistungsfähiger Glasfaser angebunden werden, erklärte das Ministerium. Zudem sollten "Laternenmasten und Ampelanlagen für den Aufbau von Netzen in Innenstädten genutzt, öffentliche Liegenschaften von Bund, Ländern und Kommunen leichter zugänglich gemacht werden".

Bundesregierung ist nicht glaubwürdig

Das Ziel sei "bis 2025 eine 5G-Konnektivität zu erreichen und zugleich die Mobilfunkkapazitäten in zentralen Orten und in ländlichen Räumen substanziell auszubauen. Deshalb sollen zusätzlich zu den Bundesautobahnen und ICE-Trassen zumindest auch Bundes- und Landesstraßen, Bahntrassen und größeren Wasserwege mit der qualitativ notwendigen 5G-Konnektivität versorgt sein."

Die Sprecherin für Digitale Infrastruktur der Grünen-Bundestagsfraktion, Tabea Rößner, sagte: "Die Bundesregierung ist nicht glaubwürdig, wenn es um die 5G-Strategie geht. Zur Wahrheit gehört, dass 5G sich nur mit flächendeckender Glasfaserversorgung realisieren lässt. Dafür müsste die Bundesregierung ihre Bemühungen beim Breitbandausbau aber deutlich stärker auf Glasfasertechnologie ausrichten." Stattdessen werde mit dem Breitbandförderprogramm auch immer noch die veraltete Vectoring-Technologie unterstützt.  (asa)


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