Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bioware-weltraumabenteuer-mass-effect-andromeda-nun-ohne-denuvo-1707-128820.html    Veröffentlicht: 10.07.2017 10:20    Kurz-URL: https://glm.io/128820

Bioware

Weltraumabenteuer Mass Effect Andromeda nun ohne Denuvo

Bei Version 1.09 von Mass Effect Andromeda gibt es einen nicht in den Patch Notes dokumentierten Punkt: Bei der PC-Fassung wurde Denuvo entfernt. Bei einer früheren Version hatte es Entwickler Bioware noch mit einem Update der Anti-Tamper-Software versucht.

Vor ein paar Tagen hat Bioware Version 1.09 für Mass Effect Andromeda für Xbox One, Playstation 4 und Windows-PC veröffentlicht. Nun hat sich herausgestellt, dass eine Änderung bei der PC-Fassung nicht in den Patch Notes aufgeführt ist: Das Update entfernt auch die aus technischer Sicht zwar unproblematische, bei Nutzern aber trotzdem unbeliebte Anti-Tamper-Software Denuvo. Das hat unter anderem Dsogaming.com herausgefunden.

Das im März 2017 veröffentlichte Rollenspiel Andromeda kam mit einer eigentlich veralteten Version von Denuvo auf den Markt, die entsprechend schnell geknackt wurde. Wenig später hatte Bioware mit einem Patch die damals neueste Version der Software mitinstalliert. Warum Bioware nun ganz auf das System verzichtet, ist unklar. Andromeda wird nun offenbar nur noch durch die bei der Plattform Origin integrierten Maßnahmen vor unerlaubter Vervielfältigung geschützt, die für Cracker relativ einfach zu umgehen sind.

Möglicherweise lohnt sich schlicht der Aufwand für Denuvo nicht mehr. Bei Titeln wie Mass Effect Andromeda findet ein Großteil der Nachfrage in den ersten paar Monaten statt. Und weil es derzeit so aussieht, als würde Bioware keine größere Erweiterung für den Titel produzieren, dürfte es auch keine weiteren Kaufwellen geben. Immerhin: Das Update auf Version 1.09 bringt relativ viele Verbesserungen, auch an den umstrittenen Gesichtsanimationen und in Zwischensequenzen.

Denuvo ist kein klassischer Kopierschutz wie der ältere, berühmt-berüchtigte SecuROM, der etwa das Vervielfältigen der Disc verhindert. Stattdessen soll Denuvo - der österreichische Hersteller spricht von Anti-Tamper-Software - verhindern, dass etwa die Online-DRM-Maßnahmen von Plattformen wie Steam und Origin umgangen werden.

Im Gespräch mit Golem.de hatte Denuvo-Chef Reinhard Blaukovitsch Ende 2016 gesagt, dass sein Unternehmen den Entwicklern keine Garantie oder etwas Ähnliches gebe, dass ihre Software den Bemühungen der Cracker möglichst lange standhalte. "Wir geben unser Bestes und erledigen unseren Job, so gut es geht", so Blaukovitsch. In der Vergangenheit hatten mehrere Entwickler die Software per Patch von ihrem Spiel entfernt, nachdem sie geknackt worden war - etwa beim Mitte 2016 veröffentlichten Doom.  (ps)


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