Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/finanzprobleme-vermoegen-von-leeco-vorsitzenden-eingefroren-1707-128756.html    Veröffentlicht: 05.07.2017 14:30    Kurz-URL: https://glm.io/128756

Finanzprobleme

Vermögen von LeEco-Vorsitzenden eingefroren

Dem chinesischen Technologiekonzern LeEco geht es finanziell offenbar immer schlechter: Medienberichten zufolge wurden nun Vermögenwerte des Vorsitzenden Jia Yueting im Wert von 182 Millionen US-Dollar eingefroren. Zulieferer warten auf ihr Geld, das LeEco offenbar zur Tilgung von Schulden benötigt.

Einem Bericht der New York Times (NYT) zufolge hat ein Gericht in Shanghai Vermögen im Wert von 182 Millionen US-Dollar (über 160 Millionen Euro) des LeEco-Vorsitzenden Jia Yueting eingefroren. Das Gericht hatte sich zu dem Schritt entschieden, nachdem ein Partner keine Lohnzahlungen erhielt.

Beschlagnahmung hängt mit Mobiltelefontochter zusammen

Der New York Times zufolge hat ein Firmensprecher von LeEco den Schritt des Gerichtes bestätigt. Der Beschlagnahmung des Vermögens soll mit einem nicht bedienten Kredit der Mobiltelefontochter des Unternehmens Le Mobile zusammenhängen. Das eingefrorene Vermögen soll dem Vorsitzenden Jia, seiner Frau sowie drei weiteren LeEco-Partnern gehören.

Für LeEco geht es seit einigen Monaten finanziell bergab. Im März 2017 musste das Unternehmen das Grundstück, auf dem der geplante Firmensitz des Unternehmens in den USA gebaut werden sollte, verkaufen. Der Erlös sollte in die Produktion des Elektroautos LeSee gehen, mit dem sich das Unternehmen übernommen hat.

LeEco ist offenbar zu schnell gewachsen

Das Grundproblem des Unternehmens scheint die schnelle Expansion in verschiedene Geschäftsbereiche in den letzten Jahren zu sein. Damit verbunden hat LeEco offenbar eine Reihe von Krediten aufgenommen, die jetzt bedient werden müssen. Laut der NYT soll Jia auf einem Aktionärstreffen von LeEcos gelistetem Unternehmenszweig Leshi Internet zugegeben haben, dass es Fehler bei der Verteilung von Vermögen gegeben hat.

Dabei ist aktuell eines der größten Probleme, dass das Unternehmen und seine Tochterfirmen alles an verfügbarem Geld nutzen müssen, um die Kredite zurückzuzahlen. Auf diese Weise ist kaum ein geordneter Geschäftsbetrieb möglich. Aufgrund der finanziellen Situation ist es zudem für das Unternehmen sehr schwer, an weitere Kredite zu kommen.

Gläubiger erscheinen persönlich im Firmensitz

Wie die New York Times berichtet, warten zahlreiche Zulieferer mittlerweile auf ausstehende Zahlungen. So soll es in der Firmenzentrale in Peking bereits zu Sit-Ins gekommen sein, bei denen Zulieferer auf die Zahlung ihres Geldes bestehen.

LeEco steht auch hinter dem Elektroautounternehmen Faraday Future. Der Hersteller will 2017 eigentlich sein erstes Auto herausbringen, hat bisher aber nicht einmal eine Fabrik. Auch hier ist das fehlende Geld offenbar das Problem.  (tk)


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