Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ueber-pwlan-vws-sollen-ab-2019-um-die-ecke-kommunizieren-1707-128699.html    Veröffentlicht: 03.07.2017 07:57    Kurz-URL: https://glm.io/128699

Über pWLAN

VWs sollen ab 2019 "um die Ecke" kommunizieren

Volkswagen will ab 2019 eine erste Modellreihe mit der pWLAN-Technik ausstatten. Diese soll es ermöglichen, mit anderen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur zu kommunizieren, um beispielsweise vor Unfällen zu warnen.

Volkswagen will mit Hilfe von Funktechnik die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und stattet nach eigenen Angaben ab 2019 Autos mit der sogenannten pWLAN-Technik aus. Diese soll eine Kommunikation mit kompatiblen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur ermöglichen. So können zum Beispiel Daten aus dem Notbremssystem genutzt oder Straßenglätte erkannt werden.

Falls auch Rettungsdienste oder die Polizei mit dieser Technik ausgestattet werden sollten, könnten Autofahrer über Entfernung und Richtung eines herannahenden Einsatzfahrzeugs informiert werden. Denkbar ist auch die Ausstattung von Baustellenfahrzeugen mit pWLAN-Technik, um anfahrende Autos vor der Gefahrenstelle warnen zu können.

Den pWLAN-Standard IEEE 802.11p nutzt die Autoindustrie für die direkte Kommunikation. Volkswagen bezeichnet dies als möglichen "Blick um die Ecke", weil Autofahrer die Sensoren anderer Fahrzeuge nutzen können, um sich zu informieren.

Die sogenannte Car2Car- und Car-to-X-Kommunikation soll herstellerübergreifend arbeiten. So könnten sich Fahrzeuge automatisch über registrierte Unfälle in der Nähe austauschen, wobei das lokale Umfeld mit etwa 500 Metern angegeben wird. Sonst würden vermutlich zu viele und irrelevante Hinweise auf den Fahrer einprasseln. Die Technik ist auch für das automatisierte und autonome Fahren interessant, weil so der Erfassungsbereich des Fahrzeugs um mehrere hundert Meter erweitert werden kann.

Volkswagen will künftig serienmäßig neben Mobilfunk auch pWLAN in seinen Fahrzeugen einsetzen, nannte jedoch keinen Termin dafür. "Wir wollen die Sicherheit im Straßenverkehr mithilfe der Fahrzeugvernetzung erhöhen, und das geht am effizientesten mit einer schnellen Verbreitung einer gemeinsamen Technologie", sagte Johannes Neft, Leiter der Aufbauentwicklung der Marke Volkswagen. "Wichtig ist eine durchgängig eingesetzte Technologie, die von möglichst vielen Herstellern und Partnern genutzt wird."

Die ausgetauschten Daten werden nicht zentral erfasst, die Form der Datenübertragung ist anders als der Mobilfunk nicht kostenpflichtig. Was Volkswagen für die Zusatzausstattung verlangen wird, ist noch nicht bekannt.  (ad)


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