Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verbrennungsmotor-benzin-drohne-soll-fuenf-tage-in-der-luft-bleiben-1706-128622.html    Veröffentlicht: 28.06.2017 08:58    Kurz-URL: https://glm.io/128622

Verbrennungsmotor

Benzin-Drohne soll fünf Tage in der Luft bleiben

Elektrisch betriebene Drohnen bleiben nur wenige Minuten oder Stunden in der Luft, was für viele Anwendungen nicht ausreichend ist. US-Forscher haben deshalb eine Drohne entwickelt, die mit einem Verbrennungsmotor angetrieben wird und bis zu fünf Tage fliegen soll.

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine Drohne entwickelt, die fünf Tage in der Luft bleiben kann. Das Siegerteam entwickelte die "Jungle Hawk Owl", die mit einem Benzinmotor angetrieben und vom Dach eines Kleinwagens gestartet wird, wenn die erforderliche Geschwindigkeit erreicht ist. Eigenstartfähig ist das UAV nicht. Die Spannweite der Drohne ist mit etwa 7,30 Meter vergleichsweise groß. Das System erinnert an einen Motorsegler, wobei sich die Luftschraube am Heck befindet und bei der Landung fast Bodenberührung hat, weshalb offenbar im Gleitflug gelandet wird, um Beschädigungen zu vermeiden.

<#youtube id="HMu3x5WxpeM"> Die Drohne entstand infolge eines Auftrags der United States Air Force. Die Forscher sollten ursprünglich ein unbemanntes Luftfahrfahrzeug mit Photovoltaik entwerfen, das über lange Zeiträume in der Luft bleiben kann. Das Luftfahrtzeug sollte die Kommunikation zu Gebieten ermöglichen, die von Naturkatastrophen oder anderen Problemen betroffen sind.

Bald wurde die Solar-Option aufgegeben, weil die Akkutechnik und die Solarzellen eine viel größere Drohne erfordert hätten als geplant. In Wintermonaten und in Breitengraden mit nur wenig Tageslichtstunden wäre die Drohne ebenfalls nicht zu gebrauchen gewesen.

Gegenüber TechCrunch sagten die Forscher, dass es zwar weniger ansprechend sei, mit einem Benzinmotor statt mit Solarzellen zu arbeiten, doch letzteres wäre insgesamt zu aufwändig gewesen. Die Benzinmotordrohne hatte im Mai bereits ihren Erstflug absolvieren können. Die Baukosten und der Kraftstoffverbrauch sind den Angaben zufolge niedrig.

Das Siegerteam entwickelte seinen Prototyp "Jungle Hawk Owl" mit dem Python-basierten Modellierungswerkzeug GPkit. Die Drohne wurde aus kohlefaserverstärktem Kunststoff und Kevlar gebaut und hat ein Leergewicht von knapp 25 Kilogramm und kann mit vollem Tank und maximaler Nutzlast knapp 70 Kilo wiegen.

Im Sommer 2017 sollen weitere Erprobungsflüge stattfinden. Laut TechCrunch ist derzeit das größte Problem, von der US-Flugaufsicht eine Sondergenehmigung für einen fünftägigen Flug zu bekommen.  (ad)


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