Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/augmented-reality-cast-ar-trotz-valve-technologietransfer-am-ende-1706-128602.html    Veröffentlicht: 27.06.2017 10:59    Kurz-URL: https://glm.io/128602

Augmented Reality

Cast AR trotz Valve-Technologietransfer am Ende

Ein besonders ambitioniertes Entwicklerstudio im Bereich der Augmented Reality muss aufgeben: Trotz Top-Entwicklern und technischer Starthilfe von Valve wird Cast AR geschlossen, knapp 70 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Das Entwicklerstudio Cast AR aus Palo Alto wird geschlossen. Das ist eine Überraschung, weil das Unternehmen 2013 unter besten Bedingungen an den Start ging: Die Gründer Jeri Ellsworth und Rick Johnson hatten zuvor bei Valve im Bereich der Virtual und der Augmented Reality geforscht und konnten einen Teil der dabei entstandenen Technologien mitnehmen.

Außerdem hatte Cast AR auffällig viele erfahrene Entwickler anstellen können - darunter ehemalige Mitarbeiter der VR-Abteilung von Sony sowie von Activision, Google, Disney Infinite und natürlich von Valve. Jetzt verlieren knapp 70 Angestellte ihren Job, und zwar am Hauptsitz im Silicon Valley und in einer Niederlassung in Salt Lake City.

Grund für das Aus: Der Hauptinvestor, Playground Global, wollte kein neues Geld nachschießen; hinter der Firma steckt unter anderem Android-Miterfinder Andrew Rubin. Andere Risikokapitalgeber waren offenbar nicht zu finden, so Polygon.com in einem längeren Bericht. Im Oktober 2013 hatte Cast AR unter dem Namen Technical Illusions innerhalb weniger Stunden über Kickstarter rund eine Million US-Dollar von Unterstützern gesammelt, das Geld zwei Jahre später aber freiwillig wieder zurückgezahlt.

Cast AR hatte an einer Augmented-Reality-Brille, an einem Eingabesystem und an einem eigenen Ökosystem für Spiele und andere Anwendungen gearbeitet. Vor einigen Jahren waren die verwendeten Technologien noch aufregend, inzwischen wurden sie aber wohl zu weiten Teilen von Wettbewerbern wie Microsoft mit seiner Hololens überholt.

Tolle Arbeitsbedingungen

Die eigentlichen Vorteile des Systems von Cast AR, nämlich eine vergleichsweise gute Skalierbarkeit und im sogenannten True-Augmented-Reality-Modus der Einsatz auch in sehr weiträumigen Umgebungen, waren in Zeiten von AR-Anwendungen wie Pokémon Go auf kleinen Smartphone-Bildschirmen wohl nicht schlagkräftig genug.

Trotz des von für die meisten Beteiligten vermutlich bitteren Endes: Die Webseite von Cast AR klingt, als ob die Monate oder Jahre dort Spaß gemacht haben müssten. Neben konkurrenzfähigen Gehältern und guten Sozialleistungen verspricht das Unternehmen dort unbegrenzte Urlaubstage, zweimal in der Woche einen Spieleabend und einmal in der Woche eine Happy Hour mit Cocktails.  (ps)


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