Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/boom-supersonic-mehrere-fluggesellschaften-bestellen-ueberschallflugzeuge-1706-128510.html    Veröffentlicht: 21.06.2017 17:59    Kurz-URL: https://glm.io/128510

Boom Supersonic

Mehrere Fluggesellschaften bestellen Überschallflugzeuge

Der Prototyp ist noch nicht fertig, da wollen schon die ersten Fluglinien das Überschallflugzeug von Boom Supersonic kaufen. Bei dem US-Unternehmen sind schon über 70 Bestellungen eingegangen.

Die Überschall-Passagierflugzeuge kommen wieder: Das US-Unternehmen Boom Supersonic hat bereits Bestellungen für mehrere Dutzend seines Überschall-Jets bekommen. Das hat Boom-Chef Blake Scholl auf der Pariser Luftfahrtmesse gesagt. Dabei ist noch nicht einmal Booms Prototyp fertig.

Boom Supersonic lägen 76 Bestellungen für das Flugzeug vor, sagte Scholl auf der Luftfahrtmesse auf dem Flughafen Le Bourget bei Paris. Sie stammten von fünf Fluglinien, die er nicht nannte. Eine dürfte Virgin sein, die Fluglinie des britischen Unternehmers Richard Branson. Branson hatte 2016 angekündigt, zehn der rund 200 Millionen US-Dollar teuren Flugzeuge zu bestellen.

Der Boom-Jet fliegt schneller als die Concorde

Der Überschalljet von Boom soll mit 55 Passagieren an Bord mit einer Reisegeschwindigkeit von mehr als 2.330 Kilometern pro Stunde fliegen. Das ist etwa 150 Kilometer pro Stunde schneller als die Reisegeschwindigkeit der Concorde - und etwa doppelt so schnell wie ein herkömmliches Verkehrsflugzeug. Ein Flug über den Atlantik wäre dann deutlich kürzer: Von Paris nach New York dauere es nur noch 3,5 Stunden, sagte Scholl.

Angetrieben wird das Flugzeug mit Turbofan-Triebwerken von General Electric, die sonst auch in Kampfflugzeuge eingesetzt werden. Diese Triebwerke können auch ohne Nachbrenner auf die hohen Geschwindigkeiten beschleunigen. Mit einem modernen Turbofan-Triebwerk werde der Treibstoffverbrauch gesenkt und das Flugzeug leiser, sagte Scholl der BBC.

Die Concorde war zu teuer und zu laut

Auch wenn die Concorde Platz für 100 Passagiere bot, soll der kleinere Jet von Boom wirtschaftlicher sein: Die Concorde sei nur höchst selten komplett ausgebucht gewesen, sagte Scholl. Der hohe Treibstoffverbrauch und der Krach führten letztlich dazu, dass die Concorde 2003 außer Dienst gestellt wurde.

Voraussichtlich 2020 soll der Überschalljet erstmals abheben. Die ersten Maschinen könnten 2023 an die Fluggesellschaften ausgeliefert werden.

Bisher hat Boom nur den Prototypen XB-1. Ein Modell wurde Ende vergangenen Jahres vorgestellt. Erstmals fliegen soll die zweisitzige XB-1 Ende 2018. Bauen wird die Flugzeuge die Virgin-Tochter Spaceship Company.  (wp)


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