Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/top-500-schweizer-supercomputer-ist-drittschnellstes-system-weltweit-1706-128420.html    Veröffentlicht: 19.06.2017 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/128420

Top500

Schweizer Supercomputer ist drittschnellstes System weltweit

Dank einer Zusammenarbeit mit Nvidia steht in Lugano der flotteste Supercomputer in Europa und einer der leistungsstärksten überhaupt. Ansonsten hat sich in den Top500 recht wenig geändert - erst ab 2018 wird es wieder spannend.

In der aktualisierten Top500-Liste der Supercomputer hat ein europäisches System einen großen Sprung nach vorne gemacht: Der Piz Daint befindet sich nun auf dem dritten statt auf dem achten Platz, schneller sind nur zwei chinesische Supercomputer. Schon seit einigen Jahren ist der Piz Daint zumindest in Europa ungeschlagen, dank seiner Aufrüstung leistet er mit 19,6 Petaflops nun fast doppelt so viel wie zuvor.

Das System steht in Lugano am Luganersee in der Schweiz und wird vom Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) betrieben. Es wurde im November 2016 mit zusätzlicher Rechenleistung ausgestattet: In den neuen XC50-Nodes von Cray stecken Intels Xeon® E5-2690 v3 (Haswell-EP) mit zwölf Kernen. Die Knoten kombinieren die Xeon mit Nvidias Tesla P100 genannten Beschleunigern in der PCIe-Variante, die für den Großteil der Rechenleistung verantwortlich sind. Zuvor verwendete das CSCS ebenfalls Nvidia-Beschleuniger, allerdings Tesla K20X. Ein Teil der Geschwindigkeit des Piz Daint kommt überdies von den XC40-Systemen mit Xeon E5-2695 v4 (Broadwell-EP) mit 18 Kernen, die vom Piz Dora stammen. Beide Systeme wurden zusammengeführt.

Ab 2018 neue Systeme des Department of Energy

Abseits des Piz Daint hat sich in den Top 10 der weltweit schnellsten Supercomputer nichts geändert. Die ersten Plätze werden vom Sunway Taihu Light und dem Tianhe-2, beide aus China, belegt. Auf den Piz Daint folgen Systeme des US-amerikanischen Energieministeriums (Department of Energy) und der japanische K-Computer. Das DoE forciert derzeit die Arbeit am ersten Exaflop-Supercomputer, zuvor aber sollen Aurora und Sierra sowie Summit mit jeweils über 200 Petaflops wieder die Spitze übernehmen. Die Systeme nutzen teils IBMs Power9, teils Intels Xeons, und sind mit Beschleunigern - Intels Xeon Phi (wohl Knights Hill) oder Nvidia Tesla V100 - ausgestattet.  (ms)


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