Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/whole-foods-market-amazon-kauft-bio-kette-fuer-13-7-milliarden-dollar-1706-128418.html    Veröffentlicht: 16.06.2017 15:43    Kurz-URL: https://glm.io/128418

Whole Foods Market

Amazon kauft Bio-Supermarktkette für 13,7 Milliarden Dollar

Amazon kann sich offenbar mit seinem Lebensmittellieferservice nicht durchsetzen und kauft darum die weltgrößte Biosupermarktkette Whole Foods Market.

Amazon kauft die Biosupermarktkette Whole Foods Market für rund 13,7 Milliarden US-Dollar. Das gab das Unternehmen am 16. Juni 2017 bekannt. In diesem Kaufpreis sind auch die Schulden des Lebensmittelhändlers enthalten.

Amazon wird 42 US-Dollar pro Whole-Foods-Aktie zahlen, einen Aufschlag von 27 Prozent zum Schlusskurs vom Donnerstag. Der Deal wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres abgeschlossen.

John Mackey soll Vorstandschef von Whole Foods bleiben, das Unternehmen werde unter derselben Marke und mit den erprobten Zulieferern weiterbestehen, erklärte Amazon. Der Börsenwert der Biomarktkette hat sich seit dem Jahr 2013 halbiert, die Umsätze in den Geschäften fallen seit September 2015.



Amazon Deutschland will sich Zeit nehmen mit der Erprobung seines neuen Lebensmittellieferdienstes Amazon Fresh. Deutschland-Chef Ralf Kleber sagte dem Handelsblatt: "Bei Projekten wie Amazon Fresh muss man letztlich fünf bis sieben Jahre ausprobieren, bis man weiß, ob es so ankommt." Der neue Service ist hierzulande bisher nur in Berlin im Einsatz. Kleber: "Uns war das Grundproblem klar: So essentiell für den Menschen Nahrungsaufnahme ist, so gut weiß er auch, wo er sie bekommt. Niemand verhungert, wenn Amazon keine Lebensmittel verkauft, und niemand braucht einen weiteren Supermarkt. Deshalb musst du etwas finden, das der Kunde spannend, wertschöpfend oder bequem genug findet, um es auszuprobieren. Und damit experimentieren wir jetzt."

Auch Ralf Herbrich, bei Amazon Chef der Sparte für maschinelles Lernen Deutschland, senkt die Erwartungen: "Ich würde sagen, wir stehen noch ziemlich am Anfang und brauchen da ganz neue Algorithmen." Der Konzern müsse nun Maschinen darauf trainieren, den Reifegrad von Obst und Gemüse genau beurteilen zu können. Wann der Lieferservice in anderen deutschen Städten startet, wollten die Manager nicht verraten.  (asa)


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