Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/assassin-s-creed-origins-angespielt-entschleunigt-kaempfen-mit-ubisoft-1706-128386.html    Veröffentlicht: 15.06.2017 14:04    Kurz-URL: https://glm.io/128386

Assassin's Creed Origins angespielt

Ubisoft verschafft den Auftragskillern Ruhepausen

Was ein Jahr Pause alles bewegen kann: Assassin's Creed Origins spielt sich so anders als die Vorgänger, dass wir es zweimal anspielen mussten, um mit der neuen Steuerung klarzukommen. Aber es hat sich gelohnt.

Als auf Microsofts Pressekonferenz zum ersten Mal Gameplay von Ubisofts Assassin's Creed Origins demonstriert wurde, dachten wir noch: Das sieht zwar toll aus, scheint aber spielerisch identisch zu den Vorgängern zu sein. Nachdem wir es selbst angespielt haben, denken wir völlig anders über das kommende Action-Rollenspiel. Das Abenteuer in Ägypten ist gegenüber den Vorgängern deutlich entschleunigt worden.

Offenbar wollen sich die Entwickler mit Witcher 3 messen. Genau wie in dem polnischen Hexer-Rollenspiel leveln Spieler ihren Helden nun langsam in Stufen und Talentbäumen auf. Die Fähigkeiten sind in die Klassen Jäger (Bogen, Herstellen von Gegenständen), Krieger (Nahkampf) und Seher (Schleichen) unterteilt. Im Verlauf des Spiels kann alles aus dem Fähigkeitenbaum erlernt werden, der Weg zum Alleskönner ist aber ganz dem Spieler überlassen. Und wie Geralt in Witcher 3 kann auch der Protagonist von Assassin's Creed Origins, Bayek, normale, seltene und epische Gegenstände finden, herstellen und einzeln ausrüsten.

Komplexe neue Steuerung

Die Steuerung ist für das Spiel völlig überarbeitet worden. Wie schnell sich Bayek bewegt, hängt nur davon ab, wie stark Spieler den Analogstick bewegen. Der leichte und der schwere Angriff liegen nun auf den rechten Schultertasten. Die vordere linke Schultertaste zentriert die Sicht auf Gegner, und Bayek blockt mit seinem Schild oder der Zweihandwaffe. Die hintere linke Schultertaste löst diesen defensiven Modus kurzzeitig auf, um kurze Sprints in eine beliebige Richtung zu ermöglichen. Mit dem X-Knopf sind die klassischen Ausweichmanöver möglich.

Das klingt komplex - und das ist es auch. Während unserer Anspielsession dauerte es eine halbe Stunde, bis wir die alten Tugenden verlernt und die neue Steuerung verinnerlicht hatten. Deswegen haben wir uns direkt noch einmal in die Schlange gestellt und die 30-Minuten-Demo ein zweites Mal gespielt.

Der erste Tauchgang eines Assassinen

Vor allem die fokussierte Bewegung mit dem linken Analogstick gefällt uns gut, weil sie sehr direkt ist. Vorbei sind die Sprints mit gedrückt gehaltener Taste. Bayek braucht auch nicht so lange wie seine Vorgänger Altair, Ezio, Edward oder Evie, um die Richtung zu wechseln. Das sieht zwar nicht mehr ganz so schön animiert aus wie früher, fühlt sich aber viel besser an.

Während des Abenteuers verlässt sich Bayek auf seinen Adler Senu, um Orte auszuspionieren. Senu funktioniert in etwa so wie ein Fernglas und zeigt wichtige Orte, Schätze und Gegner an. Dieser Aspekt ist wichtiger denn je, denn Ubisoft schafft die Minikarte ab. Das atmosphärische Erkunden Ägyptens ist den Entwicklern ein großes Anliegen. Wir erkennen hier deutlich den Einfluss von Zelda Breath of the Wild und denken, das ist eine gute Entscheidung.

Während der Demo befreien wir einen Sklaven, der von seinem Meister öffentlich gedemütigt wird. Um seine Unschuld zu beweisen, müssen wir zwei goldene Statuen suchen, die sich im nahegelegenen Flussbett befinden. Um den genauen Standort der Statuen zu erfahren, spähen wir mit Bayek die Boote aus und markieren künftige Gegner.

Badespaß mit Bayek

Vorsichtig nähern wir uns einem Boot, in dem Wissen, dass sich Ubisofts Assassinen nicht immer gut mit dem Element Wasser vertragen. Bayek kann schwimmen und tauchen.

Beruhigt atmen wir auf, als das Spiel nach dem ersten unfreiwilligen Ausflug ins braune Gewässer statt einem Game-Over-Bildschirm einen wunderschönen Übergang in die Unterwasserwelt präsentiert. Optisch beeindruckend ist der detaillierte Wellengang, ansonsten ist es unter Wasser aber auch nicht interessanter als in Witcher 3.

Schöner, natürlicher und vielleicht bessere Kämpfe

Insgesamt hat sich aber auch bei der Grafik einiges getan seit dem letzten Teil Syndicate (London). Auf den ersten Blick sehen wir sogar noch mehr Details als im grafisch bisher aufwendigsten Serienteil Unity (Paris). In den Nil-Booten schwappen gelagerte Früchte hin und her. Steinerne Wände haben deutlich mehr Polygone und wirken realistischer. Uns haben es aber speziell die wilden Tiere angetan.

Den Nilpferden, Krokodilen, Antilopen, Pferden und Kamelen hätten wir gerne noch länger einfach bei ihrem Treiben zugesehen. Sie scheinen wie die Dorfbewohner jeden Tag eine dynamische Route abzulaufen. Geraten die Tiere aneinander, beobachten wir Mutter Natur bei der Arbeit - satt sind die Viecher offensichtlich nie.

Durch einen kurzen Tauchgang erreichen wir die erste goldene Statue, die andere müssen wir von einem von Feinden besetzten Schiff entwenden. Das funktioniert auf die rabiate Art im Nahkampf oder wie gewohnt mit gezielten Attacken aus dem Hinterhalt. Da wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren, überhaupt die Steuerung zu meistern, können wir noch nicht sagen, ob die Kämpfe in Origins auch mehr Spaß machen als früher.

Gut finden wir aber, dass überschüssige Gegner nicht mehr dumm herumstehen, wenn wir uns duellieren. Werden wir von mehreren Feinden umzingelt, sind wir so gut wie tot. Daher dürfte es umso wichtiger sein, entweder zu schleichen und Gegner einzeln auszuschalten oder sie durch Sprints ein wenig auseinanderzuziehen.

Assassin's Creed Origins soll am 27. Oktober für Xbox One, Playstation 4 und Windows-PCs erscheinen.  (mw)


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