Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/umwelt-elektroautos-kein-mittel-zur-co2-reduktion-1706-128385.html    Veröffentlicht: 15.06.2017 07:23    Kurz-URL: https://glm.io/128385

Umwelt

Elektroautos kein Mittel zur CO2-Reduktion

Der Knackpunkt von Elektroautos ist ihr Akku - nicht nur mit Blick auf die Reichweite, sondern auch auf die Umweltfreundlichkeit. Eine schwedische Studie zeigt, dass bei der Produktion des Stromspeichers viel CO2 ausgestoßen werde, was den Vorteil zum Verbrenner schwinden lasse.

Sind Elektroautos klimafreundlich oder nicht? Diese Frage wurde in einer Meta-Studie analysiert, deren Ergebnisse die Fachpublikation Ingeniøren veröffentlichte. Die Autoren fassten dabei Ergebnisse aus vorherigen Studien zusammen. Ergebnis: Für die Herstellung der Lithium-Ionen-Akkus werden pro Kilowattstunde (kWh) Kapazität rund 150 bis 200 kg Kohlendioxid emittiert. Untersucht wurden die Elektroautos Nissan Leaf und Tesla Model S mit 30 kWh und 100 kWh-Akkus. Beim kleinen Nissan sind es 5,3 Tonnen CO2, die bei der Produktion anfallen, beim Oberklassefahrzeug von Tesla gleich 17,5 Tonnen CO2.

Zum Vergleich: Der Verbrenner müsste für die gleiche Umweltbelastung des Nissan rund drei Jahre gefahren werden, beim Tesla sind es laut Studie acht Jahre. Der Trend zu immer größeren Akkus, dem Tesla und Nissan folgen, sei zwar gut für die Reichweite, aber schlecht für die Umwelt. Besonders umweltbelastend sind die Verarbeitung der Rohstoffe und die Produktion der Akkus. Sie machen 20 Prozent der Umweltbelastung aus, während nur 10 bis 20 Prozent beim Abbau der Rohstoffe entstehen, wie das Fachblatt berichtet.

Die Autoren der Meta-Studie kritisieren zudem die Einzelstudien. So seien der Transport von Diesel und Benzin und die dabei anfallenden CO2-Emissionen nicht berücksichtigt worden. Auch die Stromerzeugung für den Betrieb der E-Fahrzeuge wurde nicht betrachtet, was die Studienautoren für künftige Untersuchungen empfehlen. Für eine bessere CO2-Bilanz wird geraten, beim Recycling der Akkus anzusetzen, auch mit gesetzgeberischen Maßnahmen.

Elektroautos sind kaum verbreitet

Der Anteil der Elektroautos ist aktuell gering: Gerade mal 0,2 Prozent aller Pkw weltweit fahren elektrisch. Das sind rund zwei Millionen Elektroautos. Einen hohen Anteil hat Norwegen: Dort ist fast jedes dritte Auto (knapp 29 Prozent) ein Elektroauto, gefolgt von den Niederlanden mit 6,4 Prozent und Schweden mit 3,4 Prozent. In Dänemark gingen die Verkäufe der Elektroautos stark zurück, nachdem die Regierung Steuervergünstigungen aufgehoben hatte.

In Deutschland liegt ihr Anteil bei 0,7 Prozent, trotz Elektroautoprämie. 2009 gab die Bundesregierung das Ziel aus, Deutschland solle Leitmarkt für Elektromobilität werden. Bis 2020 sollten eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße. Davon hat sich inzwischen auch Bundeskanzlerin Angelas Merkel verabschiedet.  (ad)


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