Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/project-cars-2-angespielt-mit-vollgas-durch-die-regenpfuetzen-1706-128367.html    Veröffentlicht: 14.06.2017 07:57    Kurz-URL: https://glm.io/128367

Project Cars 2 Angespielt

Mit Vollgas durch die Regenpfützen

Extrem detailgetreu simuliertes Wetter, schraubengenaue Fahrphysik sowie Massen an Autos und Strecken: Project Cars 2 klingt fast zu gut - uns hat es beim Anspielen viel Spaß gemacht.

Wer Rennspiele liebt, auf den warten paradiesische Zustände. Im Herbst 2017 erscheint eine Genrereferenz nach der anderen: Neben actionlastigen Titeln wie Need for Speed Payback kommen Simulationen wie Forza Motorsport 7 für die Xbox One und Gran Turismo Sport für die Playstation 4 auf den Markt. Ein weiterer Kandidat für das Siegertreppchen ist Project Cars 2, das beim britischen Entwicklerstudio Slightly Mad entsteht und ab dem 22. September 2017 für die Playstation 4, die Xbox One und für Windows-PC verfügbar sein soll.

Die Liste der angekündigten technischen Neuerungen von Project Cars 2 liest sich wie ein noch nicht umsetzbarer Wunschtraum von Rennspielfans. Auf der E3 2017 in Los Angeles haben die Entwickler etwa versprochen, dass sie die winzigen Gummiteilchen, die in einer Kurve von den Reifen abgerieben werden, detailgetreu simulierten, und dass sich das - natürlich nur ein bisschen - auf die Fahrphysik auswirke.

Oder dass bei Regen der Moment kommt, bei dem der Rasen neben der Rennstrecke gesättigt ist, und das Wasser real wirkend auf die Piste fließt - wo es dann wiederum wirklichkeitsgetreu von den Reifen verdrängt wird und zum Teil verdampft. In einer Animationssequenz konnten wir uns das schon anschauen.

Auch beeindruckend: Es gibt nicht nur dynamisch wechselndes Wetter, sondern manchmal auch unterschiedliche Wetterbedingungen je nach Pistenabschnitt. Und es gibt Jahreszeiten - jede der rund 60 Pisten soll sich im Herbst anders anfühlen als im Sommer, zumal die Sonne den Asphalt nur da aufwärmt, wo sie auch in Wirklichkeit hingelangen würde. Die Strecken hat Slightly Mad nach eigenen Angaben mit Laserscannern auf den Millimeter genau erfasst und mit Drohnen jeweils ein paar Hunderttausend Fotos geschossen.

Wir sparen uns die Aufzählungen weiterer Funktionen. Es gäbe noch Einiges, das sich imposant anhören würde. Zum Glück konnten wir die PS4-Version auch ausprobieren, und zwar per Gamepad.

Tatsächlich kam uns das Fahrverhalten vom Start weg sehr glaubwürdig vor. Die Besonderheit für uns war, dass wir sonst bei neuen Rennspielen mit ähnlich hohem Realitätsfaktor meist direkt in die nächste Leitplanke donnern. Die Vehikel in Project Cars 2 hatten wir dagegen relativ schnell halbwegs im Griff. Uns ist es eher leicht gefallen, anhand der kleinen Karosseriebewegungen etwa beim Beschleunigen oder in Kurven zu erkennen, ob wir zu schnell oder zu langsam sind, und entsprechend zu reagieren.

Absolut realistisch ist aber zumindest die auf der E3 spielbare Version auch nicht: Ein kleiner Rempler kurz nach dem Start hatte praktisch keine Auswirkungen - in der Realität wäre das vermutlich anders gewesen. Und als wir nach einem Überholmanöver seitlich erfasst wurden und uns überschlugen, konnten wir in der E3-Fassung fast nahtlos weiterfahren. Im Grunde können wir mit ein paar solcher Vereinfachungen gut leben - die Frage ist jedoch, wie viele es davon in der fertigen Version geben wird.

Solomodus und Multiplayer

Bei der Präsentation hat Slightly Mad übrigens Wert darauf gelegt, dass es anders als im ersten Teil mehr bekannte Automarken geben wird - auch Ferrari und Porsche sind diesmal mit dabei. Wichtig ist den Entwicklern auch ein vollständig überarbeitetes Ranking im Multiplayermodus, das faires Verhalten fördert und unnötige Rempler oder unsinnige Manöver (Geisterfahrer) zuverlässig erkennt und bestraft, was auch für die E-Sport-Szene wichtig ist.

Im Einzelspielermodus gibt es eine überarbeitete Karriere, in der man sich zum Topfahrer hochbeiten muss, dabei aber auch mal den Rennstall wechseln und so zwischendurch einen Abstecher zu Audi in Le Mans machen kann. Grundsätzlich stehen auch im Solomodus von Anfang an alle Strecken und Fahrzeuge bereit, um das sonst übliche Grinding zu vermeiden.  (ps)


Verwandte Artikel:
Bandai Namco: Black Clover und andere Anime-Neuheiten   
(18.12.2017, https://glm.io/131726 )
Project Cars 2 im Test: Profi-Rennspiel mit aggressiver KI   
(06.10.2017, https://glm.io/130475 )
Slightly Mad Studios: Project Cars 2 fährt über Schnee und Eis   
(08.02.2017, https://glm.io/126077 )
Test Ferrari Racing Legends: Supersportwagen und spartanische Atmosphäre   
(13.07.2012, https://glm.io/93184 )
Gran Turismo Sport im Test: Puristischer Fahrspaß - fast nur für Onlineraser   
(19.10.2017, https://glm.io/130707 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/