Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/daenemark-elektroauto-absatz-bricht-ohne-subventionen-zusammen-1706-128335.html    Veröffentlicht: 13.06.2017 09:42    Kurz-URL: https://glm.io/128335

Dänemark

Elektroauto-Absatz bricht ohne Subventionen zusammen

In Dänemark ist der Markt für Elektroautos eingebrochen, nachdem die Regierung die Fahrzeuge nicht mehr subventioniert und sie genauso wie Autos mit Verbrennungsmotor mit einer hohen Importsteuer belegt hat. Der Subventionsabbau musste rückgängig gemacht werden.

Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen, bei denen Plugin-Hybride sogar mitgerechnet wurden, sind in Dänemark im ersten Quartal des Jahres um 60,5 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres 2016 gesunken. Das teilte die European Automobile Manufacturers Association (ACEA) laut einem Bericht von Bloomberg mit. In Schweden stiegen die Verkäufe dagegen im gleichen Zeitraum um 80 Prozent. In der Europäschen Union wurden die Verkäufe von Elektroautos und Plugin-Hybriden um durchschnittlich 30 Prozent gesteigert.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass Elektroautos immer noch nicht attraktiv genug sind, um ohne irgendeine Form von Subventionen mit normalen Autos mit Verbrennungsmotor konkurrieren zu können. Die dänische Regierung hat nun ihre Pläne aufgeschoben, die Steuererleichterungen für Elektroautos einzustellen.

Im Herbst 2015 hatte die liberal geführte Regierung von Premierminister Lars Lokke Rasmussen angekündigt, die Subventionen für Elektroautos zu beenden. Nach den ursprünglichen Plänen der Regierung sollten die Steuererleichterungen von 2016 bis 2020 langsam auslaufen; Käufer von Elektroautos sollten die 180 Prozent Importsteuer bezahlen, die für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor anfallen.

Nach Bekanntwerden des Umsatzrückgangs hat die Regierung beschlossen, das Ende der Förderung so lange zu verschieben, bis mindestens 5.000 neue Elektroautos über den Zeitraum 2016 bis 2018 verkauft worden sind. Die Steuererleichterungen werden in jedem Fall ab 2019 schrittweise eliminiert, unabhängig von Umsatzzahlen.

Im Nachbarland Schweden gibt es laut Bloomberg eine breite Palette von Subventionen, darunter eine Fünfjahressteuerpause und eine 40.000-Kronen-Kaufprämie (rund 4.100 Euro).  (ad)


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