Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tor-netzwerk-mutmasslicher-darknet-waffenhaendler-ist-festgenommen-1706-128327.html    Veröffentlicht: 12.06.2017 18:11    Kurz-URL: https://glm.io/128327

Tor-Netzwerk

Mutmaßlicher Darknet-Waffenhändler ist festgenommen

Der mutmaßliche Betreiber einer Darknet-Seite soll auch dem Attentäter von München im vergangenen Jahr die Tatwaffe verkauft haben. Der 30-jährige Verdächtige soll seit 2013 aktiv sein und wurde jetzt festgenommen.

Ein 30 Jahre alter mutmaßlicher Betreiber einer Darknet-Plattform ist in Karlsruhe festgenommen worden. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) vom Montag soll über das Internetforum auch der Verkauf der bei dem Amoklauf in München im Juli 2016 eingesetzten Waffe abgewickelt worden sein. Der Verdächtige soll seit 2013 alleiniger Administrator der Seite mit über 20 000 Mitgliedern gewesen sein, über die zahlreiche illegale Geschäfte, insbesondere mit Drogen und Waffen abgewickelt worden seien.

Der Festnahme des Tatverdächtigen am Donnerstagabend gingen laut BKA monatelange verdeckte Ermittlungen voraus. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten Einsatzkräfte zahlreiche Beweismittel, insbesondere Computer, Datenträger und geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Auch der Server wurde beschlagnahmt.

Verhaftung wegen unerlaubter Beihilfe zum Waffenkauf

Der Haftrichter am Amtsgericht Karlsruhe verkündete am Freitag einen bereits erlassenen Haftbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln. Bei einem Amoklauf in München hatte ein 18-Jähriger am 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Der mutmaßliche Waffenhändler war bereits im August in Marburg festgenommen worden. Beamte der Polizei ermitteln immer wieder auch als verdeckte Ermittler und geben sich als Kunden aus. In anderen Fällen können Steuerbehörden die Seitenbetreiber ermitteln, weil diese auf einmal über viel Geld verfügen und teure Anschaffungen tätigen. Zum Ermittlungserfolg trägt außerdem bei, dass die Anonymitätstipps der Plattformbetreiber nicht immer ausgereift und sinnvoll sind.  (hg)


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