Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xbox-one-supersampling-im-zeichen-des-x-1706-128318.html    Veröffentlicht: 12.06.2017 04:55    Kurz-URL: https://glm.io/128318

Xbox One

Supersampling im Zeichen des X

Aus Scorpio wird die Xbox One X: So heißt die neue Konsole, die Microsoft im November 2017 veröffentlichen will. Auf der Pressekonferenz gab es auch Trailer zum nächsten Assassin's Creed und anderen neuen Spielen zu sehen.

Microsoft hat auf seiner Pressekonferenz bei der E3 in Los Angeles bekanntgegeben, dass die besonders leistungsstarke Version der Xbox One X heißen und weltweit am 7. November 2017 auf den Markt kommen werde. Bislang hatte die Konsole den Projektnamen Scorpio. In den USA liegt der Preis ohne Mehrwertsteuer bei rund 500 US-Dollar, in Europa dürfte das Gerät 500 Euro kosten.

An den bereits bekannten Spezifikationen des Systems hat sich nichts geändert: Die X verfügt über ein 360 mm² großes SoC, das zusammen mit AMD entstanden ist. Es basiert auf einer optimierten Version der Jaguar-Architektur und bietet acht x86-Kerne, die mit einer Taktrate von 2,3 GHz arbeiten.

Die GPU besteht aus 40 Compute Units (CU) mit einem Takt von 1.172 MHz. Außerdem verbaut Microsoft 12 GByte an GDDR5-Speicher, der über zwölf 32-Bit-Kanäle mit Daten befeuert wird - das ergibt eine Speicherbandbreite von 326 GB/s. Die Festplatte ist 1 TByte groß, insgesamt kommt das System auf eine GPU-Leistung von 6 Teraflops. Zum Vergleich: Die Playstation 4 Pro kommt auf ungefähr 4,12 Tflops, die reguläre PS4 auf 1,84 Tflops und die Xbox One auf 1,31 Tflops.

Die Xbox One X will diese Leistungsreserven vor allem für echtes, natives 4K-Gaming bei einer Bildrate von 60 fps verwenden. Aber auch Besitzer von Monitoren, die noch kein 4K können, sollen von der Konsole etwas haben: Sie bekommen vor allem dank Supersampling eine bessere Grafik, außerdem sind die Ladezeiten laut Microsoft kürzer. Für Spiele wie Gears of War 4, Halo Wars 2, Resident Evil 7 und Rocket League soll es 4K-Updates geben.

In dem Gerät ist ein 4K-fähiger Blu-ray-Player verbaut. Das Gehäuse hat das Netzteil bereits eingebaut und ist dennoch die nach Angaben des Herstellers kleinste Xbox, die es bislang gab. Übrigens wird der riesige SoC per Vapor Chamber auf Betriebstemperatur gehalten - normalerweise kommt so etwas bei Servern zum Einsatz. Laut Microsoft soll das Gerät sehr leise arbeiten. In den nächsten Tagen werden wir die Xbox One X auf der E3 näher untersuchen können.

Gameplay von Assassin's Creed und Anthem

Auf seiner Pressekonferenz stellte Microsoft auch Spiele vor. Insgesamt wurden 42 Titel per Trailer oder namentlich genannt, 22 davon erscheinen exklusiv für die Xbox-One-Plattform und damit im Rahmen von Play Anywhere meist auch für Windows 10.

Den Auftakt hat das Rennspiel Forza Motorsport 7 gemacht, dessen Grafik auf der Xbox One X tatsächlich atemberaubend gut aussieht. Das Entwicklerstudio Turn 10 hat zwei Kurse präsentiert, einen in einer Wüstenlandschaft und einen verregneten irgendwo in Europa - die Szenen waren von guten Fernsehbildern praktisch nicht mehr zu unterscheiden. Bei der Präsentation hat übrigens Porsche ein neues Modell seines 911 vorgestellt, das so auch im Spiel auftauchen wird. Forza Motorsport 7 soll am 3. Oktober 2017 erscheinen.

Neben Metro Exodus war eine der großen Enthüllungen bei Microsoft das eigentlich von Ubisoft stammende Assassin's Creed Origins, das wie vermutet im alten Ägypten angesiedelt ist. Der Spieler steuert eine Hauptfigur namens Bayek, die unter anderem auf Kamelen reiten kann. Die Rollenspielelemente sollen ausgebaut werden, außerdem gibt es einen Adler, mit dem sich der Spieler einen Überblick über die Umgebung verschaffen kann.

Grafisch waren die auf der Xbox One X präsentierten Szenen eine Wucht - die Umgebungen wirkten lebendig und detailreich, die Sichtweite war groß und überhaupt scheint das Ganze aufwendig in Szene gesetzt zu sein. In den kommenden Tagen wird Ubisoft voraussichtlich noch mehr über Origins bekanntgeben.

Auch die Grafik von Anthem wurde auf der Xbox One X gezeigt, auch diese machte einen erstklassigen Eindruck. In dem Actionspiel von Bioware steuert der Spieler eine Art Söldner, der in einer endzeitlichen Welt allerlei Aufträge absolviert. Es gibt unterschieliche Hightech-Rüstungen, die etwa besonders viele Treffer abprallen lassen können oder ein sehr agiles Vorgehen erlauben. Offenbar kann der Spieler allein unterwegs sein, aber in brenzligen Situationen seine Kumpels im Koop-Blitzmodus um Hilfe bitten. Nach aktuellem Stand erscheint Anthem im Laufe des Jahres 2018.

Neben diesen potenziellen Blockbustern hat Microsoft eine Reihe weiterer Spiele gezeigt, darunter das Zombie-Actionspiel State of Decay 2 (Frühjahr 2018), ein hübsches Jump-and-run namens Super Lucky's Tale mit dem Fuchs aus Oculus' VR-Spiel als Hauptfigur (November 2017), eine Fortsetzung von Ori und das schon lange überfällige Cuphead, das nun Ende September erscheinen soll. Einen spannenden Eindruck hat auch das bei Rare produzierte Piraten-MMO Sea of Thieves gemacht, das Anfang 2018 loslegen soll - und bei dem sich die Grafik gegenüber früheren Versionen stark verbessert hat.

Eine weitere Ankündigung: Das Backwards Compatibility Programm wird auf Klassiker der allerersten Xbox erweitert. Noch vor Jahresende soll es damit möglich sein, Titel wie Crimson Skies mit etwas besserer Grafik auf allen aktuellen Xbox One zu spielen.



Offenlegung: Microsoft hat einen Teil der Reisekosten zur Messe nach Los Angeles von Golem.de übernommen.  (ps)


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