Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/logitech-mx-master-2s-im-hands-on-mausschieben-deluxe-1706-128138.html    Veröffentlicht: 01.06.2017 09:01    Kurz-URL: https://glm.io/128138

Logitech MX Master 2S im Hands on

Mausschieben deluxe

Bilder, Texte oder Daten einfach vom einen Rechner auf den anderen verschieben oder kopieren: Mit neuen Mäusen von Logitech geht das verblüffend einfach, selbst über Betriebssystemgrenzen hinweg. Golem.de hat es mit der MX Master 2S ausprobiert.

Wie verschieben oder kopieren wir eine Datei oder Daten vom einen Rechner auf den anderen? Genau: Wir klicken das Bild oder den Text an - und bewegen die Daten mit dem Mauszeiger vom einen Bildschirm auf den anderen, um sie im gewünschten Dokument oder in einem Zielordner auf dem angeschlossenen Rechner abzulegen. Obwohl die beiden Computer nicht direkt miteinander verbunden sind, funktioniert das - allerdings nur mit der neu aufgelegten MX-Mausserie von Logitech.

Schon bislang war es möglich, mit Vorgängermodellen wie der MX Master zwischen bis zu drei gleichzeitig verwendeten Rechnern hin- und herzuwechseln. Dazu musste der Nutzer auf der Unterseite über eine Taste die entsprechende Gerätenummer auswählen. Bei den nun in mehreren Farbvarianten verfügbaren neuen Versionen der MX Master 2S und der für unterwegs gedachten MX Anywhere 2S gibt es diese Taste immer noch.

Aber wir können mithilfe einer Technologie namens Flow auch von Rechner zu Rechner wechseln, indem wir den Mauszeiger vom einen Monitor auf den anderen bewegen. Wer verhindern will, dass das ungewollt geschieht, kann in den Optionen festlegen, dass beim Wechsel die Strg-Taste gedrückt sein muss. Der Wechsel erfolgt ohne spürbare Verzögerung, und sogar zwischen Rechnern mit Windows (ab Version 8) oder MacOS (ab Version 10.10).

Einfache Schiebung

Bei diesem Wechsel können wir gleichzeitig auch Daten oder Dokumente über drei Rechner hinweg "mitnehmen", was ebenfalls ohne spürbare Verzögerung geschieht. Ein vergleichbares Verschieben oder Kopieren ist zwar auch ohne neue Logitech-Maus möglich, aber spürbar aufwendiger einzurichten und in der Handhabung sehr viel weniger komfortabel - oder es erfordert kostenpflichtige Software wie die von Synergy, die dafür auch noch mit Linux funktioniert.

Wichtigste Voraussetzung für das Verfahren, an dem die Ingenieure von Logitech nach Angaben des Unternehmens rund eineinhalb Jahre gearbeitet haben: Alle Rechner müssen über das gleiche Netzwerk eingebunden sein, und die kostenlos verfügbare Software Logitech Options muss in der aktuellen Version - eben mit Flow - auf allen Computern installiert und entsprechend konfiguriert sein. Neben dieser neuen Funktion bietet Options natürlich noch Massen an Konfigurationsoptionen, etwa speziell belegbare Tastenkonfigurationen für unterschiedliche Anwendungsprogramme.

Bei der Hardware der MX Master 2S und der MX Anywhere 2S hat sich kaum etwas gegenüber den schon länger erhältlichen Vorgängern getan; lediglich an der Unterseite sind minimale Unterschiede zu erkennen. Die nur für Rechtshänder geeignete Master 2S ist für den stationären Einsatz gedacht und relativ groß, während die MX Anywhere 2S für kleinere Hände und die Verwendung auf Reisen vorgesehen ist. Die Ergonomie gehörte schon bei den Vorgängern mit zum Besten, was die Branche zu bieten hatte, die Verarbeitung ist erstklassig.

Akku und Verfügbarkeit

Bei beiden Modellen hat Logitech den Sensor (Darkfield) nach eigenen Angaben überarbeitet, so dass er nun mit bis zu 4.000 dpi klarkommt - bei den Vorgängern waren es 1.600 dpi. Die Erhöhung ist unter anderem für Besitzer von sehr hoch auflösenden Bildschirmen gedacht; in der neuen Version der Software Options lässt sich für derlei Monitore die Maus-Genauigkeit entsprechend einstellen.

Nach Angaben von Logitech benötigen Nutzer durch die höhere Genauigkeit des neuen Sensors außerdem 2,5 mal weniger Handbewegungen. In der Praxis hatten wir beim ausführlichen Ausprobieren aber nicht den Eindruck, dass wir da wirklich Bewegungen sparen. Immerhin kommt die Maus nun tatsächlich ohne Probleme auch mit Glasoberflächen zurecht.

Noch etwas hat sich unter der Oberfläche getan: Der eingebaute Akku hält bei beiden Modellen nach Herstellerangaben bis zu 70 Tage - beim Vorgänger hatte Logitech noch von 40 Tagen gesprochen. Drei Minuten Ladezeit sollen ungefähr für acht Stunden Arbeit ausreichen, so dass kaum mit energiebedingten Zwangspausen zu rechnen ist. Der Akku wird mithilfe eines beiliegenden Micro-USB-Kabels aufgeladen.

Die drahtlosen Mäuse funktionieren wahlweise über Bluetooth LE oder mittels einer proprietären Funktechnik namens Unifying. Ein entsprechendes Mini-Dongle (USB) liegt der Verpackung bei, weitere gibt es beim Hersteller.

Auch ohne Treiber

Wer mag, kann die Mäuse übrigens auch ganz ohne Treiber oder Software verwenden und die Empfindlichkeit innerhalb eines gewissen Rahmens direkt über das Betriebssystem regeln. Dann muss man lediglich das Dongle anstöpseln und die Maus an der Unterseite einschalten, um sofort loszulegen; fortgeschrittene Funktionen wie das Verschieben der Dateien sind in diesem Modus natürlich nicht verfügbar.

Die neuen Mäuse sind im Shop bei Logitech sowie bei ausgewählten Händlern erhältlich, im Laufe der nächsten Wochen sollen sie dann ganz normal im Handel auftauchen. Die MX Master 2S kostet 109 Euro und Maus MX Anywhere 2S ist für rund 90 Euro erhältlich. Außerdem gibt es die ebenfalls mit Flow kompatible, ansonsten aber einfacher gehaltene M590 Multi-Device Silent für rund 50 Euro.  (ps)


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