Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/netcologne-irgendwann-werden-100-mbit-s-die-niedrigste-datenrate-sein-1705-128121.html    Veröffentlicht: 31.05.2017 11:15    Kurz-URL: https://glm.io/128121

Netcologne

"Irgendwann werden 100 MBit/s die niedrigste Datenrate sein"

Ein Stadtnetzbetreiber erreicht mit G.fast 1,8 GBit pro Sekunde. Das wird möglich durch eine neue G.fast-Lösung mit 212 MHz von ZTE. Der Netcologne-Chef sagt: Kunden wollen immer höhere Datenraten.

Der Stadtnetzbetreiber Netcologne und der chinesische Ausrüster ZTE haben auf der Branchenmesse Anga Com in Köln eine neue G.fast-Lösung mit 212 MHz präsentiert. "Mit den aktuellen Messungen haben wir einen neuen Rekord erreicht", sagte Netcologne-Chef Timo von Lepel bei der Livevorführung. "Eines Tages werden 100 MBit/s die niedrigste Datenrate sein, die angeboten wird." Gezeigt wurden Datenraten von 1,8 GBit pro Sekunde, aufgeteilt in 1,6 GBit/s im Download und 0,2 GBit/s im Upload. "Wir beobachten, dass höhere Datenraten immer stärker nachgefragt werden", sagte von Lepel. "Eines Tages werden 100 MBit/s die niedrigste Datenrate sein, die angeboten wird."

Möglich macht den Rekord ein neuer Chipsatz in den ZTE DSLAMs. Während der Pilotphase im Frühjahr arbeitete Netcologne zunächst mit dem Frequenzband bis 106 MHz. Dadurch konnten im Realbetrieb bereits 850 MBit pro Sekunde in Summe erreicht werden. Mit dem neuen 212-MHz-Profil sei noch mehr möglich. "Durch die erneute Verdopplung des Frequenzspektrums zur Datenübertragung kommen wir erstmals in die Nähe der 2-GBit-Marke", sagte von Lepel. Sun Jie, Managing Director von ZTE Deutschland, sagte: "Diese ultrahohen Geschwindigkeiten sind im weltweiten Vergleich bislang einzigartig."

Die G.fast-Technologie wird im Netcologne-Netz im Laufe des Jahres bereits in 260.000 Haushalten verfügbar sein. Die Voraussetzung hierfür ist, dass das jeweilige Gebäude über einen Glasfaserdirektanschluss von Netcologne verfügt. Ein weiterer Ausbau des G.fast-Netzes sei perspektivisch geplant.

In den Häusern seien die Kabellängen ausreichend, damit die hohen Datenraten auch beim Endkunden ankämen, sagte Chief Technology Officer Horst Schmitz. Auch die Qualität des Kabels sei dafür geeignet. Nach 250 Metern verliert G.fast seine Wirkung.  (asa)


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