Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/matebook-x-und-e-im-hands-on-huawei-kann-auch-notebooks-1705-128008.html    Veröffentlicht: 24.05.2017 15:32    Kurz-URL: https://glm.io/128008

Matebook X und E im Hands on

Huawei kann auch Notebooks

Mit dem Matebook X ist Huawei ins Notebook-Geschäft eingestiegen und hat mit dem Matebook E gleichzeitig ein neues 2-in-1-Gerät vorgestellt. Golem.de hat sich das Notebook und das Tablet mit ansteckbarer Tastatur in einem ersten Kurztest angeschaut.

Huawei hat am 23. Mai 2017 in Berlin sein erstes echtes Notebook vorgestellt und ist damit endgültig in die Riege der Laptophersteller aufgestiegen. Bisher hatte der chinesische Hersteller mit dem Matebook nur ein 2-in-1-Gerät im Portfolio, also ein Windows-10-Tablet mit magnetisch ansteckbarer Tastatur.

Das Matebook X hingegen ist ein Notebook im klassischen Sinne, mit ausklappbarem Display und fest installierter Tastatur mit Touchpad. Trotz seines 13,3-Zoll-Displays ist das Gerät mit 296 x 224 x 12,5 mm recht klein - laut Huawei ist es das kleinste 13-Zoll-Notebook der Welt. Entsprechend gut passt das das Gerät zusammengeklappt in eine Tasche: Es ist kleiner als ein DIN-A4-Bogen und wiegt 1,05 Kilogramm.

Das Display hat eine Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln, entsprechend scharf sind die angezeigten Inhalte. Der Bildschirm geht wie beim XPS 13 von Dell sehr nahe an den Rand des Gehäuses heran, der Abstand zwischen Display und Gehäuse beträgt nur 4,4 mm. Auf diese Weise schafft es Huawei, das Notebook so klein zu halten. Anders als beim XPS 13 befindet sich die Frontkamera aber nicht unterhalb des Displays, sondern wie üblich in der Mitte darüber.

Matebook X kommt mit kleinem Gehäuse

Trotz der knappen Gerätemaße hat das Matebook X eine vollwertige QWERTZ-Tastatur. Die Chiclet-Tasten bieten ein gutes Tippgefühl, einen direkten Vergleich zu Tastaturen anderer Laptops konnten wir aber noch nicht ziehen. Das Touchpad ist groß genug, um gut mit dem Mauszeiger navigieren zu können. Der Ein-Schalter befindet sich rechts oberhalb der Tastatur, in ihm ist der Fingerabdrucksensor integriert.

Im Inneren des Matebook X arbeitet Intels Core-i5-Prozessor 7200U mit 2,5 GHz Base Speed und 3,1 GHz Turbo Speed. Das Notebook gibt es auch in einer Version mit einem Core i7, die allerdings in Deutschland nicht angeboten wird. Das hierzulande erhältliche Modell hat 8 GByte Arbeitsspeicher und eine 256 GByte große SSD, die günstigere 128-GByte-Variante wird es in Deutschland ebenfalls nicht geben.

Matebook X kommt ohne aktive Kühlung aus

Huawei verzichtet beim Matebook X auf eine aktive Kühlung: Der Prozessor wird von einer PCM-Schicht bedeckt, die die Wärme abtransportiert. In unserem Kurztest konnten wir noch nicht überprüfen, wie gut das funktioniert - und ob der Rechner auch unter Höchstlast halbwegs kühl bleibt. Ohne Lüfter verursacht das Notebook natürlich auch keine Lüftergeräusche, was besonders in ruhigen Umgebungen praktisch ist.

Bei der Präsentation des Matebook X in Berlin hat Huawei besonders die Lautsprecherausstattung des Notebooks betont: Die Speaker wurden zusammen mit Dolby entwickelt und unterstützen Dolby Atmos. Aufgrund der Lautstärke in der Demo-Area konnten wir nicht überprüfen, ob der Klang des Notebooks tatsächlich wesentlich besser als bei andere Geräten ist. Dass das Matebook X vergleichbar mit einer Atmos-Anlage klingt, ist aber natürlich nicht zu erwarten.

Nur ein USB-Anschluss

An Anschlüssen bietet das Matebook X nur eine Kopfhörerbuchse und einen zwei USB-Typ-C-Ports, über einen davon wird das Notebook auch geladen. Wer Peripheriegeräte nutzen oder die Anzeige auf einen externen Monitor spiegeln möchte, muss einen Adapter verwenden - Huawei hat mit dem Matedock 2 selbst einen im Portfolio, der praktischerweise gleich mitgeliefert wird. Welchen USB-Standard der Port nutzt, verrät der Hersteller nicht.

Zusammen mit dem Matebook X hat Huawei auch noch das Matebook E vorgestellt, den Nachfolger des ersten Matebooks. Wie dieses ist das Matebook E ein 2-in-1-Gerät, besteht also aus einer Tablet-Einheit und einer ansteckbaren Tastatur. Bei dieser hat Huawei die Anschlüsse verbessert: Die Anzahl der Pogo-Pins wurde auf drei reduziert, dafür wurden die Haltemagnete vergrößert. Dadurch hält die Tastatur sehr fest am Tablet.

Deutlich verbesserter Ständer

Ebenfalls deutlich verbessert hat Huawei den Aufstellmechanismus: Beim ersten Matebook hielt der magnetisch angebrachte Ständer das Tablet in nur zwei Positionen und war zudem alles andere als stabil. Beim Matebook X wird der Ständer zwar auch wieder magnetisch angebracht, er sitzt aber wesentlich fester als beim Vorgängermodell.

Zudem hat das Klappcover ein Scharnier, so dass der Ständer um bis zu 160 Grad drehbar ist. Dadurch lässt sich das Tablet fast ganz flach auf eine Oberfläche legen - also in eine Position, die beim ersten Matebook schlicht nicht möglich war. Insgesamt macht die Halterung auf uns einen weitaus ausgereifteren Eindruck als beim Vorgänger, gut, dass Huawei hier nachgearbeitet hat.

Matebook E mit 12-Zoll-Display

Das Matebook E besitzt ein 12 Zoll großes Display, das eine Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln hat und einen guten ersten Bildeindruck macht. Im Inneren des Tablets kommt Intels Core-i5-Prozessor 7Y54 zum Einsatz - verglichen mit dem Core-M-Prozessor des Vorgängers hat Huawei hier aufgerüstet. Der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß, die eingebaute SSD 256 GByte. In Deutschland wird nur dieses eine Modell erhältlich sein, andere Ausstattungsvarianten kommen hierzulande nicht auf den Markt.

Die vollwertige Tastatur ist im Lieferumfang enthalten und bietet ein gutes Tippgefühl. Mit dem Touchpad können wir gut navigieren, es ist groß genug. Dank des weit nach hinten ausklappbaren Ständers lässt sich das Matebook E auch gut auf dem Schoß benutzen.

Auch Matebook E mit nur einem USB-Anschluss

Wie beim Vorgängermodell ist im Ein-Schalter des Tablets ein Fingerabdrucksensor eingebaut. An Anschlüssen bietet das Matebook E wieder nur einen Kopfhöreranschluss und eine einzelne USB-Typ-C-Buchse. Über diese wird das Gerät aufgeladen, wer Peripheriegeräte anschließen will, muss wie beim Matebook X auch hier einen Dongle nutzen. Huawei liefert das Matedock 2 auch beim neuen 2-in-1-Gerät gleich mit.

Sowohl auf dem Matebook X als auch auf dem Matebook E läuft Windows 10 Home. Beide Geräte unterstützen WLAN nach 802.11ac und Bluetooth in der Version 4.1. Ein LTE-Modem hat keines der Geräte.

Fazit

Huaweis Matebook X macht im ersten Kurztest einen guten Eindruck. Das Display mit dem schmalen Rand gefällt uns sehr gut, auch die allgemeine Kompaktheit des Gerätes ist praktisch. Der fehlende Lüfter sorgt für Ruhe beim Arbeiten, was wir sehr begrüßen.

Allerdings finden wir den Preis von 1.400 Euro für das i5-Modell angesichts der Konkurrenz etwas zu teuer. Sicher, das Matebook X ist ein hochwertig verarbeitetes Notebook mit guter Technik, angesichts der Konkurrenz ist der Preis aber etwas zu hoch angesetzt - auch vor dem Hintergrund, dass es das erste Notebook von Huawei ist. So kostet das aktuelle XPS 13 von Dell mit gleicher Prozessor- und Speicherausstattung 1.300 Euro.

Das Matebook E hat Huawei erfreulicherweise stark verbessert, und das nicht nur beim unserer Meinung nach dringendsten Problem, dem Klappständer. Auch die Prozessorausstattung ist beim neuen Modell besser. Die mitgelieferte Tastatur macht aus dem Tablet einen vollwertigen Laptop, mit dem es sich gut arbeiten lässt. Mit 1.200 Euro ist aber auch das Matebook E kein Schnäppchen.  (tk)


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