Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/amazon-go-kassenloser-supermarkt-koennte-nach-europa-kommen-1705-127948.html    Veröffentlicht: 21.05.2017 11:54    Kurz-URL: https://glm.io/127948

Amazon Go

Kassenloser Supermarkt könnte nach Europa kommen

Amazon will sich Slogans für seinen Go-Supermarkt für Europa schützen lassen. Somit gibt es die Vermutung, dass Amazon Go in absehbarer Zeit auch in Europa eröffnen. Der erste hat seinen Praxistest bisher aber nicht bestanden.

Amazon hat vier Slogans für den Go-Supermarkt bei den zuständigen Behörden in Großbritannien und der EU zum Schutz angemeldet, berichtet Engadget. Mit den vier Slogans soll auf die Besonderheiten des Go-Supermarkts hingewiesen werden. Die Go-Supermärkte sollen ganz auf Kassen verzichten - Amazon verspricht keine Anstehzeiten beim Bezahlen. Ein erster Go-Supermarkt sollte eigentlich Ende März 2017 in den USA eröffnen - der Termin musste aber wegen technischer Probleme auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Bisher hat Amazon kein neues Datum dafür genannt.

Mit dem Go-Supermarkt will Amazon das Einkaufen im Supermarkt revolutionieren. Das neue Konzept sieht keine Kassen mehr vor. Alle Aktivitäten des Kunden im Supermarkt sollen durch Sensoren und Kameras überwacht werden. Wenn ein Artikel im realen Einkaufswagen landet, wird dieser in den digitalen Warenkorb des Kundenkontos gelegt. Dabei soll der intelligente Supermarkt auch bemerken, wenn Produkte zurück ins Regal gestellt werden. Der Artikel würde wieder aus dem virtuellen Warenkorb verschwinden.

Automatische Bezahlung über das Amazon-Konto

Sobald der Kunde den Supermarkt verlässt, wird einfach der digitale Warenkorb abgerechnet - der Kunde muss keine Waren auf ein Kassenband legen. Beim Eintritt in den Supermarkt meldet sich der Kunde mit seinem Amazon-Konto an und wird darüber während des Einkaufs identifiziert. Prinzipiell setzt der Einkauf bei Amazon Go also ein Smartphone mit der passenden Amazon-App voraus.

Mit diesem Konzept soll Anstehzeit an der Kasse umgangen werden. Ganz ohne Wartezeit wird es aber wohl nicht gehen. Diese kann entstehen, wenn viele Kunden den Laden zur gleichen Zeit betreten wollen und es dadurch bei der Anmeldung zu Wartezeiten kommt. Im Unterschied zu einem klassischen Supermarkt würde der Kunde vor dem Betreten des Ladens sehen, ob er warten muss - und nicht erst, wenn er den Supermarkt verlassen möchte.

Rundumüberwachung scheitert

Soweit die Theorie, den Praxistest hat der Go-Supermarkt bisher jedoch nicht bestanden. Die korrekte Überwachung der Kunden macht noch Probleme. Etwas mehr als 20 Kunden sollen das Go-System bereits durcheinander bringen, berichteten mit dem Projekt vertraute Personen Ende März 2017. Seit Dezember 2016 hatten Amazon-Angestellte einen Prototyp des Supermarkts getestet und sind dabei noch auf etliche Probleme gestoßen.

Die Überwachungstechnik funktioniert wohl reibungslos, wenn weniger als 20 Kunden im Laden sind. Sobald es aber mehr Kunden werden, bereite es enorme Probleme, den Aufenthaltsort der Kunden korrekt zu ermitteln. Zudem könnte dann nicht mehr zweifelsfrei erkannt werden, welche Artikel die Kunden aus den Regalen nehmen. Die Kunden müssten sich sehr langsam bewegen, damit deren Beobachtung weiterhin einwandfrei funktioniert. Damit ist die Technik in den Go-Supermärkten derzeit nicht praxistauglich.  (ip)


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