Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/neue-version-im-hands-on-android-tv-bekommt-eine-vernuenftige-kanaluebersicht-1705-127921.html    Veröffentlicht: 19.05.2017 09:43    Kurz-URL: https://glm.io/127921

Neue Version im Hands On

Android TV bekommt eine vernünftige Kanalübersicht

Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz eine Vorschau der kommenden Android-O-Version von Android TV gezeigt. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich nach Kanälen aufgebaut, die neue Watch-Next-Zeile ähnelt der Weiterschauen-Reihe von Netflix. Wir haben uns die neu UI angeschaut.

Neben dem dominierenden Thema Maschinenlernen und den Neuerungen für Programmierer hat Google auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O auch wieder Neues zu Android TV präsentiert. Zu sehen gibt es eine erste Vorschau der kommenden Version des TV-Betriebssystems, die auf Android O basiert und neue Funktionen bietet.

Golem.de hat sich die Preview zeigen lassen und diese ausprobiert. Sichtbarste Neuerung ist die Benutzeroberfläche, die die verfügbaren Streamingkanäle gruppiert und zusätzlich eine Reihe mit Vorschlägen und vom Nutzer angefangenen Programmen anzeigt.

Diese Watch Next genannte Leiste wird anhand der zuletzt geschauten Sendungen befüllt. Startet der Nutzer beispielsweise mit einer Serie, wird ihm die kommende Folge angezeigt. So sollen User es leichter haben, angefangene Serien weiterzuschauen - ein mittlerweile übliches Nutzungsszenario.

Watch-Next-Leiste mit Vorschlägen

In der Watch-Next-Leiste erscheinen zudem Vorschläge basierend auf den bereits geschauten Sendungen. Laut Aussage eines Google-Mitarbeiters können Nutzer einstellen, welche Streaming-Apps Vorschläge machen dürfen und welche nicht. So könnten uninteressante Inhalte von vornherein ausgeschlossen werden.

Die in der Watch-Next-Leiste aufgerufenen Inhalte starten in der jeweiligen App - ein Netflix-Vorschlag also bei Netflix, ein Youtube-Vorschlag bei Youtube. Dieses Prinzip behält Google bei den restlichen Reihen bei, die nach Kanälen sortiert sind. Häufig genutzte Apps werden in einer Favoriten-Leiste angezeigt, in einem App-Drawer finden sich alle installierten Anwendungen.

Streaming-Apps können mehrere Kanäle anbieten

Je nachdem welche Kanäle die jeweilige Streaming-App zur Verfügung stellt, lassen sich mitunter pro Anbieter mehrere Channels als separate Zeilen in den Startbildschirm von Android TV einbinden. So bietet Youtube unter anderem einen Trending-Kanal und einen Kanal für 360-Grad-Videos an. Andere Anbieter haben stellenweise mehr als zehn Kanäle im Angebot.

Diese Kanäle lassen sich in einem Einstellungsmenü auswählen und anschließend auf dem Startbildschirm platzieren - die Reihenfolge bestimmt der Nutzer selbst. Der Prozess der Kanalauswahl wirkt auf uns komfortabel und eingängig.

Videovorschau bei einigen Apps

Einige der Apps bieten eine Videovorschau an: Wählen wir die kleinen Vorschaubilder an, wird ein Teil des Videos abgespielt. Das funktioniert unter anderem bereits bei Googles Filmstreamingdienst Play Movies und bei CNNGo.

Allerdings müssen Programmierer nicht nur die Videovorschau in ihre Apps einbauen, sondern generell die Darstellungsmöglichkeit auf der neuen Android-TV-Startseite. Werden Apps nicht entsprechend modifiziert, können sie nicht angezeigt werden. Das setzt die Bereitschaft der Anbieter voraus, ihre Anwendungen anzupassen. Der Anreiz dürfte bei manchen angesichts der eher geringen Verbreitung von Android TV gering sein.

Google sieht Mehraufwand für Programmierer als Chance

Google selbst sieht das anders und argumentiert, dass die Einbindung in die neue Oberfläche Nutzer bringen kann, die ansonsten keine Videos der Anbieter anklicken würden. Taucht ein Video beispielsweise in der Watch-Next-Leiste auf, könnte ein User darauf klicken, ohne die App dahinter zu kennen. Auf diese Weise können neue Nutzer gewonnen werden.

Ebenfalls neu ist die Einbindung des Google Assistant in Android TV. Google zeigte diese neue Funktion in einer Demo mit verschiedenen Nutzungsszenarien. Grundsätzlich lässt sich der Assistant in der neuen Version von Android TV verwenden wie auf anderen Android-Geräten: Nutzer können Dinge erfragen und proaktive Nachfragen stellen, etwa zum Wetter.

Google Assistant kann Kanäle ansteuern

Darüber hinaus kann der Assistant unter Android TV Kanäle ansteuern und Sendungen heraussuchen und abspielen. Das konnten Nutzer bisher mit der normalen Sprachsteuerung ebenfalls, unser Eindruck ist aber, dass der Assistant dies auf eine cleverere Art und Weise macht. Den Assistant können wir auch nutzen, während wir ein Video schauen.

Da der Assistant mit dem gleichen Schlagwort wie auf Smartphones oder dem Google Home aufgerufen wird, will Google mit Hilfe von Richtungs- und Lautstärkeerkennung sicherstellen, dass das korrekte Gerät erkannt wird. Noch funktioniert das allerdings nicht. In Zukunft soll es zudem möglich sein, Ergebnisse von unter Android TV gestellten Anfragen an ein Smartphone weiterzugeben. Das wäre beispielsweise bei Routenanfragen hilfreich.

Google hat eine Entwicklervorschau des neuen Android TV veröffentlicht, die allerdings nur auf dem Nexus Player installiert werden kann. Diese Vorschau entspricht Google zufolge indes nicht der uns gezeigten Version, sondern ist rudimentärer und bietet nicht alle neuen Funktionen, die wir ausprobieren konnten. Das neue Android TV soll im Zuge der allgemeinen Verfügbarkeit von Android O erscheinen, also voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2017.  (tk)


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