Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mimimi-entwicklerverband-kritisiert-deutschen-computerspielpreis-1704-127557.html    Veröffentlicht: 28.04.2017 11:53    Kurz-URL: https://glm.io/127557

Mimimi

Entwicklerverband kritisiert Deutschen Computerspielpreis

Das Entwicklerstudio Mimimi Productions verweigert eine Preisannahme - und verzichtet damit auch auf 40.000 Euro. Nun wird klar, dass Ursache für den Eklat wohl Unstimmigkeiten bei der Wahl der Jury sind.

Nach dem Eklat bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises hat der Game Bundesverband die Wahl der Preisträger kritisiert. In drei Kategorien seien durch Fehler in der Auszählung der Stimmenabgaben falsche Mehrheiten ermittelt worden, erklärte der Mitveranstalter.

Auf der von Barbara Schöneberger moderierten Gala hatten sich am Mittwoch die Entwickler der Firma Mimimi Productions aus München ohne weiteren Kommentar geweigert, die mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung für das beste Spieldesign entgegenzunehmen.

In den meisten Kategorien hätten während der Sitzung der Hauptjury bei der Auszählung Stimmen gefehlt, teilte der Verband mit, in dem auch Mimimi Productions Mitglied ist. "Da keine Enthaltungen oder Abwesenheiten gezählt wurden, konnte deren Verbleib nicht festgestellt werden", so der Game-Verband. Angesichts der jeweils knappen und somit entscheidenden Mehrheiten sei dies in drei Kategorien relevant gewesen.

Das Mimimi-Spiel Shadow Tactics war in der Kategorie für das beste Gamedesign und auch für den Titel des besten deutschen Spiels nominiert gewesen. Den letzteren, mit 100.000 Euro dotierten Preis erhielt am Mittwoch jedoch das Abenteuerspiel "Portal Knights" der Frankfurter Spieleschmiede Keen Games.

Obwohl der Game-Verband noch während der Sitzung auf eine "schnelle und unkomplizierte Lösung" gedrängt habe, sei bis heute keine Einigung unter den Ausrichtern erzielt worden, hieß es. Ausrichter des Preises sind neben dem Game-Verband noch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware.

Ob die internen Querelen mittel- und langfristig dem Computerspielpreis schaden werden, bleibt abzuwarten. Man wolle aber auch "weiterhin in Kooperation mit den anderen Ausrichtern maßgeblich daran mitarbeiten, den Deutschen Computerspielpreis in Zukunft weiter zu unterstützen und zu verbessern", teilte der Game-Verband mit.  (ps)


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