Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lg-g6-vs-galaxy-s8-duell-der-pflichterfueller-1704-127349.html    Veröffentlicht: 18.04.2017 17:00    Kurz-URL: https://glm.io/127349

Galaxy S8 vs. LG G6 im Test

Duell der Pflichterfüller

LGs neues G6 und Samsungs Galaxy S8 haben mit ihren langgezogenen Displays ein gemeinsames Ausstattungsmerkmal - Unterschiede gibt es bei der Kamera, dem Display und der Akkulaufzeit. Bei Preisen von über 750 Euro hinterlassen die Geräte bei uns aber nicht das Gefühl, sie unbedingt haben zu wollen.

In den letzten Jahren haben zahlreiche Smartphone-Hersteller versucht, sich durch außergewöhnliche Funktionen von der Konkurrenz abzuheben. Auch Samsung und LG gehörten dazu: Samsung hat beispielsweise bereits vor Jahren einen Pulsmesser in seine Top-Smartphones eingebaut, im gescheiterten Galaxy Note 7 kam erstmals ein Iris-Scanner zum Einsatz.

LG hat es beim G5 mit einem modularen Ansatz versucht, der allerdings an schlechter Umsetzung und daraufhin mangelndem Kundeninteresse scheiterte. Bei ihren neuen Oberklasse-Geräten setzen die beiden südkoreanischen Hersteller hingegen weniger auf extravagante Extras sondern auf ein neues Displayformat: LGs G6 und Samsungs Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus haben ein verglichen mit anderen Smartphones merklich länger gestrecktes Display.

Beim G6 beträgt das Bildschirmformat 2:1 oder 18:9, wie der Hersteller es formuliert, bei den Samsung-Smartphones liegt es bei 18,5:9. Das soll den Herstellern zufolge unter anderem beim Videoschauen Vorteile bringen. Im Test merkten wir aber schnell, dass das Augenwischerei ist. Die Vorteile des Formates liegen eher in anderen Anwendungssituationen.

Das Display des G6 hat eine Diagonale von 5,7 Zoll, das des Galaxy S8 misst 5,8 Zoll. Das Galaxy S8+ kommt auf 6,2 Zoll - ein wirklich kleines neues Galaxy-Topmodell gibt es nicht mehr. Allerdings hat das Galaxy S8 ein verhältnismäßig schmales Gehäuse: Der sichtbare Bereich des Displays ist mit 63,9 mm nur 0,4 mm weniger breit als der des G6, dafür ist das Gerät selbst mit 67,8 mm merklich schmaler als das G6 mit 71,9 mm.

Das Galaxy S8 hat ein noch längeres Display als das G6

Das Displayformat ist bei den beiden Samsung-Smartphones etwas länger gezogen als beim LG-Gerät. Beim von der Größe her vergleichbaren Galaxy S8 führt das zu einem mit 132 mm um 2,7 mm längeren Bildschirm. Im Alltag sollte dies im Grunde kaum auffallen, aufgrund des schmaleren Gehäuses kommt uns das Display des Galaxy S8 im direkten Vergleich aber immer viel schmaler und länger vor, als es eigentlich ist.

Die abgerundeten Edge-Ränder des Galaxy S8 verstärken die Illusion eines deutlich schmaleren Gerätes noch: Obwohl sowohl bei Samsungs Smartphone als auch beim G6 der Abstand vom Display-Rand zum Gehäuserand mit 2,8 mm ungefähr gleich groß ist, wirkt er aufgrund der runden Ränder beim Galaxy S8 geringer. Auch das Galaxy S8+ wirkt dadurch schmaler.

Wirklich nützlich finden wir den Edge-Rand auch bei den beiden neuen Modellen nicht: Zwar gibt es wieder das Edge-UX-Zusatzmenü, doch dafür benötigt es eigentlich keinen abgerundeten Rand. Die Edge-Ränder sind auch beim Galaxy S8 und Galaxy S8+ nur noch ein Designfaktor. Beim ersten Samsung-Smartphone mit abgerundetem Rand, dem Galaxy Note Edge, war das noch anders und hat uns besser gefallen.

Alle Smartphones kommen mit hohen Display-Auflösungen

Sowohl das G6 als auch die beiden Samsung-Smartphones haben hohe Auflösungen: Das G6 kommt mit 2.880 x 1.440 Pixeln, die beiden Galaxy-S8-Modelle mit 2.960 x 1.440 Pixeln. Beim G6 ergibt das eine Pixeldichte von 564 ppi, das Galaxy S8 kommt auf 570 ppi. Das Galaxy S8+ erreicht 529 ppi. Entsprechend werden Bildschirminhalte bei allen drei Geräten scharf angezeigt.

Im direkten Vergleich hat das Galaxy S8 in den Display-Grundeinstellungen die farbneutralste Wiedergabe: Das G6 ist etwas wärmer, das Galaxy S8+ ist hingegen etwas blaustichiger. Die Unterschiede fallen allerdings nur im direkten Vergleich auf, besonders farbstichig ist keines der Displays. Auffällig ist allerdings, dass das G6 weitaus weniger blickwinkelstabil ist als die beiden Samsung-Smartphones: Die Helligkeit nimmt merklich ab, wenn wir seitlich auf den Bildschirm schauen.

Langgezogene Displays bringen keinen Vorteil bei Videos

Die langgestreckten Display-Formate sollen sich den Herstellern zufolge besonders für das Ansehen von Videos eignen. Das finden wir nicht: Die meisten aktuellen Streaming-Inhalte etwa kommen im 16:9-Format, was auf einem 18:9- und 18,5:9-Bildschirm zu Balken am rechten und linken Rand führt. Im Hochformat eignen sich die Displays allerdings gut für Multitasking - inwieweit das im Alltag aber ein übliches Nutzungsszenario ist, hängt stark vom Anwender ab.

Denkbar ist es beispielsweise, ein Video im oberen Drittel laufen zu lassen und im unteren Bereich zu surfen. Das Gefühl, die langgestreckten Bildschirme wirklich zu brauchen, hatten wir im Verlauf unseres Tests allerdings nicht: Verglichen mit Smartphone-Displays mit 16:9-Display haben wir keine echten Vorteile erkennen können.

Die Displays aller unser Testgeräte unterstützen HDR, können also Videoinhalte entsprechend qualitativ hochwertig anzeigen. Aktuell gibt es jedoch noch die Einschränkung, dass es etwa bei den Streaming-Anbietern im Grunde kaum Inhalte in HDR gibt, die sich auf einem Smartphone darstellen lassen. Die Galaxy-S8-Modelle haben einen eigenen Modus zur Videoverbesserung, der einen HDR-Effekt simuliert, so dass der Schatten verbessert wird und die Dynamik insgesamt ausgeglichener wirkt.

Sehr gute Helligkeiten bei allen Testgeräten

Die maximale Helligkeit liegt beim LG G6 bei durchschnittlich bei 450 cd/qm, die beiden Samsung-Smartphones kommen jeweils auf maximal 460 cd/qm. Trotz deaktivierter Helligkeitsautomatik schwankt die maximale Helligkeit beim Galaxy S8 und Galaxy S8+. Zudem haben die beiden Geräte einen zusätzlichen Helligkeitsverstärker, der bei starker Außenbeleuchtung einsetzt; dann kommen die Smartphones stellenweise auf eine Helligkeit von über 700 cd/qm.

Insgesamt betrachtet finden wir das Display des Galaxy S8 gelungener als die der anderen beiden Geräte, da es die beste Farbwiedergabe hat. Generell sind die Bildschirme der Samsung-Smartphones besser als die des LG G6, das Probleme mit der Blickwinkelstabilität hat. Dieses Problem wollen wir bei einem Smartphone dieser Preisklasse nicht sehen.

Unsinniger Platz für einen Fingerabdrucksensor

Vom Design her gefallen uns die beiden Samsung-Smartphones aufgrund der an Ober- und Unterseite abgerundeten Ränder etwas besser als das G6; aber auch das neue LG-Gerät sieht nicht schlecht aus. Das Aussehen des G6 unterscheidet sich merklich vom Vorgängermodell, LG hat nach dem ausbleibenden Erfolg des G5 offenbar einige bisherige Designparameter verworfen. Das finden wir gut, da das neue Gerät besser in der Hand liegt als sein Vorgänger. Alle drei Geräte sind im Übrigen nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt.

Geblieben beim G6 ist der Einschalter auf der Rückseite, der gleichzeitig als Fingerabdrucksensor fungiert. Der Knopf ist plan im Gehäuse eingebaut, weshalb er nicht ohne Weiteres zu erfühlen ist. Die Position ist aber mittig und unterhalb der Kamera gewählt, weshalb wir beim Entsperren des G6 mit dem Fingerabdruck keine Probleme haben.

Finger auf der Kamera statt auf dem Sensor

Anders sieht das beim Galaxy S8 und Galaxy S8+ aus: Samsung hat bei seinen beiden neuen Smartphones den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite rechts neben der Kamera eingebaut - und damit an einer äußerst unpraktischen Position. Da auch hier der Sensor plan zum Gehäuse ist, passiert es uns regelmäßig, dass wir mit dem Zeigefinger nach ihm suchen - praktischer wäre es, wenn der Fingerabdruckleser wie beim G6 in der Mitte wäre.

An den Vorderseiten der beiden Samsung-Smartphones findet sich entsprechend kein Homebutton mit Fingerabdrucksensor mehr, wie ihn der südkoreanische Hersteller bisher verbaute. Samsung setzt stattdessen komplett auf eine Software-Navigationsleiste, so wie auch LG; anders ist das bei den Bildschirm-Dimensionen schlicht nicht möglich. An Stelle des Software-Homebuttons haben die Samsung-Geräte aber dennoch eine Sensortaste, und zwar unterhalb des Displays.

Diese Sensortaste soll Samsung zufolge den Nutzer bei Vollformat-Apps direkt wieder in den Hauptbildschirm zurückbringen, ohne dass er vorher die Software-Navigationsleiste aufrufen muss. Wie bei unserem ersten Hands on klappt das bei uns im Test aber auch nicht, selbst wenn wir ein haptisches Feedback erhalten. Aus dem Vollbildmodus von Netflix beispielsweise kommen wir über den Sensorbutton nicht wieder in den Hauptbildschirm zurück.

Iris-Scanner bleibt umständliche Spielerei

Alternativ lassen sich die beiden Samsung-Smartphones auch über den eingebauten Iris-Scanner entsperren. Er funktioniert genauso wie beim Galaxy Note 7: Nachdem wir den Scanner eingerichtet haben - Brillenträger müssen dafür ihre Brille abnehmen -, reicht theoretisch ein Blick auf das Smartphone-Display, um es zu entsperren. Wie beim Galaxy Note 7 funktioniert das aber unter bestimmten Bedingungen nicht.

Generell funktioniert der Iris-Scanner besser in weniger hellen Umgebungen. Haben wir dann allerdings eine Brille auf, reflektiert sich das Display in unseren Gläsern und der Scanner reagiert nicht. Generell müssen wir in einem bestimmten Abstand auf den Bildschirm schauen, damit der Scanner unsere Iris erkennt.

Unpraktisch ist, dass bei der Nutzung des Iris-Scanners erst der Sperrbildschirm mit einer Wischgeste weggewischt werden muss. Dadurch dauert die Entsperrung mit dem Auge unnötig lange, länger als per einfacher Wischgeste oder über eine PIN. Da die Entsperrung per Fingerabdruck auch nicht sonderlich komfortabel auf den neuen Galaxy-S8-Modellen ist, ist die PIN tatsächlich die bequemste der sicheren Entsperrlösungen.

G6 kommt mit besserer Weitwinkelkamera

Einer der auffälligsten Unterschiede zwischen den Samsung-Smartphones und dem LG G6 ist die Kameraausstattung: Samsung setzt bei seinen beiden neuen Modellen auf eine Kamera mit Objektiv, die nahezu identisch mit der des Galaxy S7 ist. LG hingegen hat die Dual-Kamera des G5 weiterentwickelt und im G6 verbaut. Damit hat auch LGs neues Smartphone ein Objektiv mit herkömmlicher Brennweite (71 Grad Blickwinkel) und ein zusätzliches Weitwinkelobjektiv.

Anders als beim Vorgänger haben nun beide Kameramodule eine Auflösung von 13 Megapixeln; beim G5 hat das Weitwinkelobjektiv nur 8 Megapixel, was zu einer im Vergleich zum Normalobjektiv merklich schlechteren Auflösung führt. Vergleichen wir die Fotos des G6 mit der des Galaxy S8 und des Galaxy S8+, so gefallen uns die Bilder des LG-Smartphones besser.

G6 macht bessere Bilder

Die Schärfe ist beim G6 etwas besser, ebenso die Detailzeichnung. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings nicht, dass die Fotos der beiden neuen Galaxy-Modelle schlecht sind, im Gegenteil: Wie beim Galaxy S7 und Galaxy Note 7 sind auch die Fotos der neuen Smartphones sehr gut.

Die Stärken der Samsung-Smartphones liegen wie bei den Vorgängern bei Aufnahmen mit weniger guter Beleuchtung; hier liefern die größeren Sensorpixel ein besser ausgeleuchtetes Bild mit weniger Artefakten. Allerdings sind auch die Innenraumaufnahmen des G6 nicht schlecht.

Dank des zweiten Weitwinkelobjektivs sind die gestalterischen Möglichkeiten des G6 größer als beim Galaxy S8 und Galaxy S8+. Der Weitwinkel ist mit einem recht weiten Blickwinkel von 125 Grad schon ein Fisheye, was bei der Bildgestaltung natürlich beachtet werden muss: An den Rändern gibt es recht deutliche Verzerrungen, besonders in den Ecken. Wer beispielsweise ein Gruppenbild im Weitwinkel-Modus macht, sollte keine Personen an den Rändern des Bildes platzieren. Gut eignet sich das Objektiv beispielsweise für Landschaftsaufnahmen oder Fotos in Innenräumen von historischen Gebäuden.

Gute Kamera-Apps bei allen Geräten

Wie beim G5 können wir in der übersichtlichen Kamera-App des G6 zwischen dem normalen und dem weitwinkligen Objektiv umherschalten. Auch die App des Galaxy S8 und Galaxy S8+ ist übersichtlich. Bei allen drei Smartphones haben wir darauf geachtet, das Bildformat auf 4:3 umzustellen - das voreingestellte langgestreckte Format finden wir äußerst unpraktisch.

Insgesamt rangieren die Kameras aller drei Testgeräte auf hohem Niveau, die Doppelkamera des G6 gefällt uns aber letztlich besser. Das liegt zum einen an der etwas besseren Bildqualität, zum anderen an den besseren Möglichkeiten zur Bildgestaltung durch das zusätzliche Weitwinkelobjektiv.

Schnelle Prozessoren, hochwertige Hardware

Unterschiede gibt es auch bei der Prozessorenausstattung: LG setzt beim G6 auf einen Snapdragon 821 mit einer maximalen Taktrate von 2,35 GHz; Samsung hingegen verbaut bei den beiden neuen Galaxy-S8-Modellen das eigene SoC Exynos 8895. Dieses hat insgesamt acht Kerne, vier selbst entwickeöte Mongoose der zweiten Generation (M2-Cores) mit maximal 2,3 GHz und vier Cortex-A53 mit 1,7 GHz. Als Grafikeinheit kommt eine Mali G71-MP20 zum Einsatz.

Alle drei Geräte kommen mit 4 GByte Arbeitsspeicher, bei der alltäglichen Nutzung merken wir keine nennenswerten Unterschiede in der Systemgeschwindigkeit. Auch grafisch intensive Spiele sind für die Smartphones kein Problem. Lassen wir Benchmarktests laufen, fallen allerdings Unterschiede auf: Die beiden Samsung-Geräte erreichen fast durchweg bessere Ergebnisse.

Galaxy-S8-Modelle schneiden besser in den Benchmarks ab

Im Geräte-Benchmark Geekbench 4.1 erreicht das Galaxy S8 einen durchschnittlichen Single-Wert von 2.002 Punkten, das Galaxy S8+ kommt erwartungsgemäß mit 1.993 Zählern auf fast das gleiche Ergebnis. Das G6 hingegen schafft mit 1.767 Punkten fast 250 Zähler weniger. Die Werte der neuen Geekbench-Version lassen sich übrigens nicht mit denen der 4.0-Version vergleichen. Zur Orientierung: Das HTC U Ultra kommt beim neuen Test auf 1.719 Punkte.

Im Grafik-Benchmark GFX Bench schaffen die beiden Samsung-Smartphones im Car-Chase-Test einen Offscreen-Wert von 25 fps; das G6 kommt auf 15 fps - ein Wert, der ebenfalls auf dem Niveau des U Ultra liegt. Das Oneplus 3T schafft 20 fps. Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark liegen alle drei Geräte fast gleichauf: Das G6 kommt auf 28.376 Punkte, das Galaxy S8 auf 28.389 Punkte und das Galaxy S8+ auf 28.838. Hier übertrifft das HTC U Ultra die drei Geräte mit 29.899 Punkten.

Von der restlichen Hardware her liegen alle drei Smartphones auf Top-Niveau: Sie unterstützen in Deutschland Cat6-LTE und WLAN nach 802.11ac. Bluetooth läuft auf den G6 in der Version 4.2, auf den Samsung-Smartphones in der Version 5.0. Das G6 hat 32 GByte eingebauten Flash-Speicher, das Galaxy S8 und das Galaxy S8+ kommen mit 64 GByte Speicher. Bei allen Geräten ist ein Steckplatz für Micro-SD-Karten eingebaut.

Bixby aktuell nur begrenzt in Deutschland einsetzbar

Die beiden Samsung-Smartphones haben auf der linken Seite zusätzlich zur Lautstärkenwippe den Bixby-Button. Darüber lässt sich der Sprachassistent aufrufen, so er denn verfügbar ist: In Deutschland soll das Programm erst im vierten Quartal 2017 verfügbar sein, weswegen wir Bixby in diesem Test leider nur teilweise berücksichtigen können.

Sämtliche Sprachkommandos funktionieren in Deutschland noch nicht, was schade ist: In unserem Hands on konnten wir den englischsprachigen Bixby bereits ausprobieren und fanden dessen Fähigkeiten, App-interne Funktionen zu steuern, recht beeindruckend. In Deutschland können wir aktuell aber über den Bixby-Button nur den Übersichtsbildschirm aufrufen. Hier erhalten wir beispielsweise aktuelle Nachrichten, werden über kommende Erinnerungen informiert und erhalten die aktuelle Schrittanzahl angezeigt. Damit erinnert die Übersicht ein wenig an Google Now, kann aber weniger.

Bixby erkennt Hustenbonbons

In der Kamera-App können wir über eine separate Schaltfläche die Bixby-Kamera aktivieren. Diese erkennt zuverlässig Produkte oder auch Sehenswürdigkeiten in unseren Tests. Klicken wir beim Erkennungsmodus auf "Shopping", zeigt uns die Bixby-Kamera Links bei Amazon an - Samsung hat mit dem Onlinehändler einen entsprechenden Vertrag geschlossen.

Abseits davon ist Bixby in Deutschland noch nicht nutzbar; angesichts der weltweiten Einführung des Galaxy S8 und des Galaxy S8+ finden wir es etwas peinlich, dass der groß angekündigte Assistent nur in den USA, China und Südkorea verfügbar sein wird. Nutzer können die durch die fehlende Sprachkommandounterstützung in unseren Augen etwas nutzlose Bixby-Taste nicht einmal für eine andere Funktion benutzen: Samsung hat die Neubelegung verhindert.

Auslieferung mit Android 7.0

Ausgeliefert werden alle drei Smartphones mit Android in der Version 7.0, beide Hersteller verwenden eigene Benutzeroberflächen. Samsung hat seine etwas aufpoliert, unter anderem gibt es in der Standardkonfiguration keine Schaltfläche für den App-Drawer mehr. Stattdessen wischen wir auf dem Homescreen nach oben oder nach unten, um die Übersicht der installierten Anwendungen aufzurufen. Wem das nicht gefällt, der kann in den Einstellungen auch wieder die bisherige Ansicht mit einer App-Drawer-Schaltfläche einblenden lassen. Auch beim G6 gibt es in der Standardkonfiguration keinen Launcher, dies können wir allerdings in den Einstellungen ändern.

Der Akku des Galaxy S8 hat eine Nennladung von 3.000 mAh, der des Galaxy S8+ kommt auf 3.500 mAh. Das LG G6 hat einen Akku mit einer Nennladung von 3.300 mAh. Die Laufzeiten der beiden Samsung-Smartphones sind deutlich besser als die des G6: In unserem Videotest, bei dem wir ein Full-HD-Video bei voller Helligkeit abspielen, kommt unser G6-Testgerät auf eine Laufzeit von sieben Stunden - das ist allenfalls mittelmäßig gut. Nutzen wir das Gerät im gewohnten Maße über den Tag hinweg, also zum Surfen, E-Mails checken und ab und an auch zum Videos schauen, reicht eine Akkuladung in unserem Test nie für einen kompletten Tag.

G6 hat enttäuschende Akkulaufzeit

Spätestens am späten Nachmittag müssen wir das G6 aufladen, da der Akku ansonsten nicht bis zum Abend reichen würde. Zwar gibt es einen Energiesparmodus, doch auch dieser reicht bei uns nicht aus, um die Laufzeit genügend zu verlängern. Hoffentlich kann LG die Laufzeit des Akkus noch mit einem Software-Update verbessern, aktuell ist sie viel zu kurz.

Das Galaxy S8 hingegen schafft im Videotest eine Laufzeit von 13 Stunden, das Galaxy S8+ kommt auf 14 Stunden. Diese Zeiten sind weitaus besser als die des G6 und für ein Gerät in dieser Preisklasse angemessen. Über den Tag hinweg halten die beiden Samsung-Smartphones problemlos durch.

Verfügbarkeit und Fazit

Das LG G6 kann bei verschiedenen Onlinehändlern vorbestellt werden und kostet 750 Euro. Das Galaxy S8 kann ebenso vorbestellt werden und kostet 800 Euro. Für das Galaxy S8+ will Samsung 900 Euro haben.

Fazit

Sowohl LGs G6 als auch die beiden neuen Samsung-Modelle Galaxy S8 und Galaxy S8+ sind zweifelsohne Smartphones der Oberklasse. Die Prozessorausstattung ist sehr gut, im Alltag reagieren die Geräte schnell. Die Kameraausstattung ist bei allen Modellen sehr gut, LGs Kamera gefällt uns aufgrund der besseren Details und des zusätzlichen Weitwinkelobjektivs aber etwas besser.

Aktuell ist die Akkulaufzeit des G6 indiskutabel: Wir haben es mit unserem Testgerät nicht geschafft, mit einer Akkuladung über den Tag zu kommen. Die beiden Samsung-Geräte kommen teilweise auf doppelt so lange Laufzeiten.

Bei den Samsung-Smartphones gefällt uns zudem das Design: Dank der Edge-Ränder wirken beide Modelle sehr schmal. Das fällt besonders im Vergleich des Galaxy S8 mit dem G6 auf. Die Edge-Ränder an sich haben ansonsten keine für uns sinnvolle Funktion.

Kein Bixby zum Marktstart in Deutschland

Enttäuschend ist, dass Samsung es zum Marktstart der neuen Galaxy-S8-Modelle nicht geschafft hat, den Sprachassistenten Bixby weltweit halbwegs flächendeckend auszuliefern. Die für Deutschland angekündigte Verfügbarkeit im vierten Quartal ist indiskutabel; im besten Fall sind die Smartphones dann schon ein halbes Jahr im Handel.

Das Galaxy S8 gefällt uns dennoch insgesamt besser als das G6, das Galaxy S8+ eignet sich für Nutzer, die ein noch größeres Gerät haben wollen. Ausschlaggebend sind nicht nur das bessere Display und die längere Akkulaufzeit; das bessere Ökosystem Samsungs mit gutem VR-Headset und der 360-Grad-Kamera gleicht für uns auch die Vorteile aus, die LGs G6 bei der Kamera hat. Zwar hat LG auch derartiges Zubehör im Angebot, dieses kann allerdings von der Qualität nicht mit dem von Samsung mithalten.

Betrachten wir alle drei neuen Smartphones zusammen und berücksichtigen dabei die Preise, gehen wir allerdings etwas uninspiriert aus dem Test heraus; die drei Geräte hauen uns schlicht nicht um. Das neue Display-Format ist nett, im Alltag brauchen wir es aber eigentlich nicht. Bei Samsungs neuen Smartphones funktioniert die andere Besonderheit - der Sprachassistent Bixby - noch nicht; das G6 bietet ansonsten auch keine großen Überraschungen.

Die Smartphones sind solide Topgeräte - vergleichen wir die drei Modelle aber beispielsweise mit dem Mate 9 von Huawei, so spricht kaum etwas dagegen, stattdessen dieses Gerät zu kaufen, auch wenn es keinen schlanken Bildschirm und keine Weitwinkelkamera hat. Mit aktuell knapp über 600 Euro ist es zudem merklich günstiger.  (tk)


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