Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/copter-dobrindts-neue-drohnenverordnung-tritt-in-kraft-1704-127229.html    Veröffentlicht: 10.04.2017 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/127229

Copter

Dobrindts neue Drohnenverordnung tritt in Kraft

Mehr Sicherheit und Schutz für die Privatsphäre soll die neue Verordnung für den Betrieb von Drohnen und Modellflugzeugen bringen. Die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt initiierte Verordnung ist in Kraft getreten.

Verbotszone, maximale Flughöhe, Drohnenführerschein: Eine neue Verordnung regelt, was mit unbemannten Fluggeräten (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) erlaubt und vor allem, was verboten ist. Die Bundesregierung hatte die vom Bundesverkehrsministerium erarbeitete Verordnung Anfang des Jahres beschlossen.

Für alle UAVs und Modellflugzeuge, die schwerer sind als 250 Gramm, gilt eine Kennzeichnungspflicht: Am Fluggerät muss eine Plakette mit dem Namen und der Adresse des Besitzers angebracht werden. Auf Modellflugplätzen dürfen die Drohnenpiloten ihren Copter ohne weitere Einschränkungen fliegen lassen. Dort gilt auch keine Beschränkung der Flughöhe.

Der Bundestag darf nicht überflogen werden

Außerhalb gelten Einschränkungen: So dürfen die Copter nicht in der Nähe von Einsätzen von Polizei und Rettungskräften aufsteigen. Auch das Überfliegen von Hauptverkehrswegen, Industrieanlagen, Naturschutzgebieten sowie verschiedener sicherheitsrelevanter Einrichtungen wie etwa des Bundestages oder diverser Verfassungsorgane ist verboten. Ein generelles Flugverbot gilt zudem in den Kontrollzonen von Flughäfen. Schließlich dürfen Drohnen nicht höher als 100 Meter aufsteigen - für Ausnahmen muss die zuständige Landesluftfahrtbehörde eine Genehmigung erteilen.

Einschränkungen gibt es auch, wo Menschen betroffen sind: So dürfen etwa größere Ansammlungen nicht überflogen werden - vor einigen Jahren wurde dafür schon einmal eine Geldstrafe gegen einen Drohnenpiloten verhängt. Copter, die schwerer sind als 250 Gramm oder die Bilder und Töne übertragen oder aufzeichnen, dürfen nicht über Wohngrundstücken geflogen werden. Ausnahme ist, dass der Eigentümer das explizit erlaubt.

Große Drohnen brauchen eine Aufstiegsgenehmigung

Wer ein Modellflugzeug oder ein UAV steigen lassen will, das schwerer ist als zwei Kilogramm, muss nachweisen, dass er sein Fluggerät auch beherrscht. Den Kenntnisnachweis stellt eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle nach Ablegen einer Prüfung aus. Für Fluggeräte ab einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm braucht der Pilot zusätzlich eine Aufstiegserlaubnis der Landesluftfahrtbehörde.

Welche Stellen die Kenntnisse vermitteln und prüfen, ist noch nicht klar. "Diese Stellen werden noch zu definieren sein", sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums der Deutschen Presseagentur (dpa). Der Kenntnisnachweis muss deshalb erst ab dem 1. Oktober 2017 vorgelegt werden. Dann erst tritt auch die Kennzeichnungspflicht in Kraft.

Die Privatsphäre soll geschützt werden

"Das sind aus meiner Sicht hochvernünftige Maßnahmen, um den Masseneinsatz von Drohnen möglich zu machen", sagte Dirk Stenkamp, Leiter der Prüfgesellschaft TÜV Nord, der dpa. "Denn der Einsatz dieser Fluggeräte kann nicht nur hochgradig gefährlich sein, sondern auch die Privatsphäre vieler Menschen beeinträchtigen."

In einer Broschüre informiert das Bundesverkehrsministerium über die neue Verordnung. Derzeit wird die Zahl der Drohnen in Deutschland auf rund 500.000 geschätzt.  (wp)


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