Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/quake-champions-angespielt-wie-frueher-aber-eben-auch-ein-bisschen-anders-1704-127149.html    Veröffentlicht: 06.04.2017 10:19    Kurz-URL: https://glm.io/127149

Quake Champions angespielt

Wie früher - aber eben auch ein bisschen anders

Das neue Quake Champions ähnelt stark dem indirekten Vorgänger Quake 3 Arena: blutig, explosiv, schnell - wären da nicht die besagten Helden und die modernere Technik. Wir fühlten uns sofort wie damals, wenngleich etwas weniger treffsicher.

Impressive! Da hat uns doch einer bereits zum zweiten Mal mit der Railgun im Sprung erwischt ... Nach fünf Sekunden sind wir aber schon wieder mitten im Geschehen. Quake Champions spielt sich laut Entwickler id Software genauso rasant wie das altehrwürdige Quake 3 Arena von 1999, auch wenn es uns irgendwie langsamer vorkommt. Obgleich das Waffen-Handling ähnlich ist, waren wir beim ersten von zwei Matches - sprich insgesamt 16 Minuten - mehr damit beschäftigt, uns wieder an Shotgun und Co. zu gewöhnen.

Denn der Multiplayer-Shooter ist seit dem wenig erfolgreichen Quake 4 (2005) und der Onlineversion von Quake 3 Arena, Quake Live (2010), praktisch das erste richtig neue Quake seit über einer Dekade. Wobei das nicht so ganz stimmt, denn neben den Waffen hat sich id Software auch bei den Maps von Quake 3 Arena inspirieren lassen: Die von uns gespielte Karte 'Blood Covenant' lehnt sich an den Klassiker 'The Camping Grounds' an - eine gute Wahl. Die Map besteht aus mehreren teils verschachtelten Ebenen, die mit Sprungplattformen und mehreren Säulenhallen die Kämpfe in der Vertikalen fördert.

So weit, so Quake 3 Arena. Was Quake Champions anders macht, sind die Champions: Das Spiel samt allen Maps und Waffen ist kostenlos, jeder erhält mit Ranger den Standardcharakter. Wer einen anderen Champion nutzen möchte, muss ihn sich erspielen oder per Echtgeld kaufen - Gleiches gilt für kosmetische Änderungen. Wie genau das Bezahl- und Freischaltmodell am Ende funktioniert, konnte oder wollte uns Matt Charles, Senior Producer bei id Software, im Gespräch aber nicht sagen. Die Champions sollen Spielern des Shooters mehr Individualität geben, ohne das Balancing zu verderben.

Ob das am Ende klappt, können wir nach der kurzen Session natürlich schwerlich beurteilen. Alle Champions verfügen über eine leicht unterschiedliche Geschwindigkeit, Lebensenergie und Rüstung. Hinzu kommen eine aktive und bis zu drei passive Fähigkeiten. Anarki etwa überlebt dank Spritze ein bisschen länger und kann auf sein Hoverboard hüpfen, Nyx verfügt über eine temporäre Tarnung ohne die Option zu schießen, Sorlag spuckt Säure und der von uns gespielte Visor sieht kurz durch Wände. Letztere beiden Champions sind wie Ranger (alias Quake Guy) übrigens alte Bekannte.

Technisch basiert Quake Champions auf einer Mischung aus id-Tech- und Saber-Engine. Die Optik ist durchaus hübsch, wenngleich sie nicht mit Doom mithält - was zählt, sind hohe Bildraten auch auf weniger starken Systemen. Schon in der Anspielversion gibt es einen FoV-Regler, Downsampling und eine temporale Kantenglättung. Die Bildrate ist nicht begrenzt, was Nutzer von 144-Hz-Displays (oder mehr) freut. Obendrein arbeitet id Software an einem Vulkan-Renderpfad, um noch mehr fps aus der verbauten Hardware herauszuholen.

Noch offen ist, auf welcher Plattform Quake Champions angeboten wird. Zumindest bisherige Titel liefen über Steam und einen entsprechenden Account, wir gehen aber davon aus, dass id Software den Shooter mit dem 'Bethesda.net' koppelt. Das ist Bethesdas eigener Launcher, der bisher für die Creation Kits von Fallout 4 und Skyrim sowie The Elder Scrolls Legend genutzt wird.

Unser Ersteindruck

Quake Champions erinnert dank unverwüstlicher Spielmechanik und Geschwindigkeit angenehm an Quake 3 Arena. Zwar peppt id Software den Klassiker mit zeitgemäßer Optik und den heute wohl obligatorischen Klassen auf, orientiert sich aber bei Maps wie Waffen am indirekten Vorgänger. Wenn das Balacing klappt, dürfte Quake Champions viel Spaß machen. Die geschlossene Beta startet am 6. April 2017.

Nachtrag vom 6. April 2017, 15:01 Uhr

Die ersten Einladungen für die Beta wurden verschickt, und wie von uns erwartet, ist ein Bethesda-Account notwendig.  (ms)


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