Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/entlassungen-14-000-dollar-smartphone-solarin-ist-ein-flop-1704-127109.html    Veröffentlicht: 03.04.2017 18:04    Kurz-URL: https://glm.io/127109

Entlassungen

14.000-Dollar-Smartphone Solarin ist ein Flop

Der Markt für sichere Smartphones, die mehr als 10.000 US-Dollar kosten, ist offenbar sehr überschaubar. Hersteller Sirin Labs konnte nicht mehr als 700 Geräte in einem Jahr verkaufen. Ein Drittel der Belegschaft muss das Unternehmen verlassen.

Der Hersteller des Solarin-Smartphones, Sirin Labs, entlässt 30 seiner Mitarbeiter, das ist insgesamt ein Drittel. Die israelische Firma hatte mit dem Solarin ein Smartphone für 14.000 US-Dollar vorgestellt, das vor allem mit Sicherheitsfunktionen Käufer überzeugen sollte. Gelungen ist das offenbar nicht.

Wie Techcrunch berichtet, will sich das Unternehmen intern neu strukturieren. "Fast ein Jahr nach dem Launch des Solarin wird Sirin Labs eine neue Richtung einschlagen und eine neue Produktlinie vorstellen", sagte ein Sprecher dem Portal. Das wenig erfolgreiche Luxussmartphone soll aber weiter produziert werden, bestehende Kunden sollen auch weiterhin Support bekommen.

Nur 700 verkaufte Geräte

Das Unternehmen hat seit der Gründung nach eigenen Angaben rund 10 Millionen US-Dollar an Umsatz generiert. Das würde bedeuten, dass nur etwas mehr als 700 der teuren Smartphones verkauft wurden. Die Geräte wurden unter anderem im Londoner Nobelkaufhaus Harrods angeboten.

Wie groß der Sicherheitsgewinn durch das Smartphone wirklich ist, ist völlig unklar. Das Gerät läuft im normalen Modus mit einem Android-Betriebssystem und soll durch einen Schalter in einen "Hochsicherheitsmodus" geschaltet werden können. Die Firmengründer hatten rund 72 Millionen US-Dollar an Startkapital akquiriert, nach aktuellem Stand sollen davon nur noch rund 20 Millionen übrig sein.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Hersteller versucht, mit Sicherheitsfunktionen am Markt erfolgreich zu sein. Doch auch das Blackphone verkauft sich nicht wie vom Hersteller erwartet. Und die DTEK-Serie von Blackberry bietet wenig innovative Sicherheitsfunktionen. Wer etwas basteln will und ein kompatibles Smartphone hat, kann Copperhead OS ausprobieren.  (hg)


Verwandte Artikel:
Flexispy: Wir lassen uns Spyware installieren   
(31.01.2018, https://glm.io/132487 )
FBI, CIA und NSA: US-Dienste warnen vor Huawei- und ZTE-Smartphones   
(14.02.2018, https://glm.io/132779 )
Android: Google führt API-Level-Grenze im Play Store ein   
(20.12.2017, https://glm.io/131769 )
AI Type: 31 Millionen Kundendaten von Tastaturanbieter veröffentlicht   
(07.12.2017, https://glm.io/131550 )
Android: Google scannt künftig auch Apps aus anderen Appstores   
(05.12.2017, https://glm.io/131505 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/