Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/transport-sea-bubbles-testet-foilendes-elektroboot-1703-127067.html    Veröffentlicht: 31.03.2017 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/127067

Transport

Sea Bubbles testet foilendes Elektroboot

Das Konzept funktioniert: Sea Bubbles sollen künftig als schwebende Wassertaxis auf Flüssen in Großstädten eingesetzt werden. Einen Prototyp hat das gleichnamige französische Unternehmen zu Wasser gelassen.

Das Wassertaxi hebt ab: Anders Bringdal und Alain Thébault haben einen Prototyp des Wasserfahrzeugs Sea Bubbles in Südfrankreich getestet. Sea Bubbles sollen künftig im öffentlichen Nahverkehr auf dem Wasser eingesetzt werden.

Der Prototyp ist 4 Meter lang und 2 Meter breit, so groß soll auch das Serienmodell sein. Angetrieben wird eine Sea Bubble von zwei Motoren mit einer Leistung von je 10 Kilowatt. Das Besondere an dem Wasserfahrzeug: Bei einer Geschwindigkeit von 5 Knoten, etwa 9 Kilometern pro Stunde, hebt es sich aus dem Wasser und fährt auf zwei U-förmigen Flügeln, sogenannten Foils. Der Prototyp ist etwa 14 Knoten, knapp 26 Kilometer pro Stunde, schnell. Die nächste Version des Bootes soll die doppelte Geschwindigkeit schaffen.

Wo ist der Schwerpunkt?

Ein Ziel des Tests sei gewesen, den richtigen Anstellwinkel für die Foils zu finden, sagte Bringdal dem US-Online-Nachrichtenangebot The Verge, um Kavitation zu vermeiden. Außerdem galt es, den Schwerpunkt zu bestimmen, damit das Wasserfahrzeug voll beladen ebenso stabil ist wie mit nur dem Steuermann an Bord.

Vorteil des Foilens ist der verringerte Reibungswiderstand. Er sinke um 40 Prozent, sagte Anders Bringdal vor einiger Zeit im Gespräch mit Golem.de. Da die Boote elektrisch angetrieben werden, sind sie zudem leise. Den Strom für den Antrieb sollen Solarzellen sowie Wasserturbinen in den Anlegern produzieren.

Das Wassertaxi wird per App gerufen

Die Sea Bubbles sollen künftig als öffentliche Nahverkehrsmittel in Großstädten eingesetzt werden: Die Fahrgäste rufen das Wasserfahrzeug per App herbei, teilen sich das Gefährt aber mit anderen. Ein- und ausgestiegen wird an Haltestellen.

Im Juni soll ein Testbetrieb mit sechs Bubbles und zwei Stegen in der französischen Hauptstadt Paris starten. Bürgermeisterin Anne Hidalgo fördert das Projekt. Interesse haben aber auch weitere Städte, darunter Genf, London oder New York.

Thébault ist Spezialist für Foiling-Technik: Er hat das Segelboot L'Hydroptère gebaut, mit dem er und Bringdal 2009 zum ersten Mal schneller als 100 Kilometer pro Stunde gesegelt sind. Die Erfahrungen, die das Team beim Bau des Rekordbootes gesammelt hat, sind in die Konstruktion der Sea Bubbles eingeflossen.  (wp)


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